Erstellt am 17. September 2014, 07:03

von Martin Ivansich

Hosiner: „Erstes Ziel ist ein Platz in der Startelf“. Philipp Hosiner kam bei Stades Rennes bislang nur zu Kurzeinsätzen. Dennoch will er sich in Frankreich durchbeißen.

Bislang konnte Philipp Hosiner lediglich in drei Kurzeinsätzen sein Können zeigen. Beim 1:0 in Caen holt er den Elfmeter heraus.  |  NOEN, GEPA pictures/Panoramic
Fünf Spiele, acht Punkte, Platz sieben: Die Bilanz von Rennes ist zufriedenstellend. „Der Saisonstart ist gelungen“, so Philipp Hosiner über die ersten fünf Runden bei seinem neuen Arbeitgeber in Frankreich.

Das persönliche Resümee fällt nicht ganz so positiv aus. Bisher kam der Stürmer zu drei Kurzeinsätzen, konnte dabei noch keinen Treffer erzielen. Am Samstag etwa sah der Eisenstädter das 1:1 gegen Paris St. Germain von der Bank aus.

Mögliche Variante: rechts im Mittelfeld

Bisheriges Highlight: Beim 1:0-Auswärtssieg in Caen holte der Ex-Austrianer kurz nach seiner Einwechselung den entscheidenden Elfmeter heraus, den der schwedische Teamspieler Ola Toivonen verwandelte. Apropos: Toivonen scheint im Moment als Solo-Spitze gesetzt: „Die Konkurrenz im Angriff ist mit Toivonen und Habib Habibou, der erst am letzten Transfertag verpflichtet wurde, groß.“

Gut möglich, dass der Angreifer nun über rechts zum Einsatz kommt. „Im Training probieren wir immer wieder eine Variante, bei der ich auf der rechten Seite spiele. Es kann nur ein Vorteil sein, wenn man variabel einsetzbar ist“, meint der gelernte Stürmer und fügt hinzu: „Wenn ich dann in der Startelf stehe und dort zum Zug komme, dann passt das auch.“

Schließlich will er bald von Beginn weg seine Qualitäten, die ihn in der österreichischen Bundesliga zum Torschützenkönig und Austria-Meistertitel führten, unter Beweis stellen – auch wenn das nicht einfach wird, Stichwort Gegenwehr.

„Hier wird nicht so ein Angriffspressing gespielt“

Die großen Unterschiede vom französischen zum österreichischen Fußball sieht der 25-Jährige nämlich speziell in der Defensive: „Hier wird nicht so ein Angriffspressing gespielt. Wichtig ist in erster Linie, dass hinten die Null steht. Technisch und taktisch ist die französische Liga eine sehr starke.“

Mit mehr Spielzeit im Gepäck könnte Philipp Hosiner auch wieder interessant(er) für Teamchef Marcel Koller werden. Zuletzt stand er beim EM-Quali-Spiel gegen Schweden nur auf der Abrufliste. „Ich habe damit gerechnet, das natürlich akzeptiert und von daheim aus die Daumen gedrückt. Natürlich hoffe ich trotzdem, dass ich das Team bald wieder aktiv auf dem Feld unterstützen kann.“

Bis auf die Sprache schon gut eingelebt

Das funktioniert vor allem durch Empfehlungen bei Stades Rennes. Und dafür wiederum ist der generelle Wohlfühl-Faktor eine nicht unwesentliche Basis. Abseits des Platzes hat sich Hosiner jedenfalls bis auf die ungewohnte Sprache (zweimal pro Woche gibt es Französisch-Unterricht) schon sehr gut zurecht gefunden. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden, habe ein Haus gemietet, in dem ich mit meiner Freundin wohne.“

Begeistert ist der Burgenländer außerdem von den Fans. „Die Stimmung ist ausgezeichnet. Gegen Paris war das Stadion zuletzt mit 30.000 Zusehern ausverkauft. Im letzten Jahr lag der Schnitt bei 23.000 – Rennes ist die klare Nummer eins in der Bretagne.“