Erstellt am 07. Januar 2014, 18:37

Lindsey Vonn muss auf Olympia verzichten. Sie hatte bis zuletzt verzweifelt gekämpft, doch US-Skistar Lindsey Vonn wird nach der WM in Schladming auch beim nächsten Großereignis zuschauen müssen.

Die 29-jährige US-Amerikanerin wird nach ihrem neuerlichen Kreuzbandriss im rechten Knie nicht mehr rechtzeitig fit. Am Dienstag gab sie via Facebook das endgültige Aus für die Olympischen Winterspiele in Sotschi bekannt.

"Ich bin am Boden zerstört, ankündigen zu müssen, dass ich nicht in der Lage sein werde, in Sotschi an den Start zu gehen", schrieb die Abfahrts-Olympiasiegerin von Vancouver 2010. "Ich habe alles nur Mögliche gemacht, um irgendwie stark genug zu werden. Aber ich habe realisiert, dass mein Knie zu instabil für dieses Level ist."

Vonn zeigte sich aber bereits wieder kämpferisch, denn sie wird die Ski keinesfalls schon ins Eck stellen. "Ich werde schon bald eine Operation haben, damit ich für die Heim-Weltmeisterschaften in Vail im kommenden Februar bereit bin", versprach sie ihren Fans.

Als positiven Aspekt erwähnte sie, dass es nun einen zusätzlichen Platz für eine ihrer Teamkolleginnen im Kampf um Gold geben werde. Vonn bedankte sich bei ihren Anhängern für die vielen Zusprüche. "Ich werde alle Olympiateilnehmer anfeuern und besonders das Team USA!"

Ursprüngliche Diagose: "Nur" Teilabriss des Kreuzbands

"Ich habe vollstes Vertrauen, dass Lindsey in der nächsten Weltcup-Saison am Start sein wird", sagte Bill Marolt, Präsident des US-Skiverbandes in einer Reaktion. "Sie kennt die harte Arbeit, um an die Spitze zu kommen und hat immer noch wichtige Ziele in ihrer unglaubliche Karriere zu erreichen", ist sich Marolt sicher.

Die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin Vonn hatte sich im Februar 2013 bei der Schladming-WM im ersten Rennen, dem Super-G, schwerste Verletzungen im rechten Knie zugezogen. Neun Monate später war bei einem Trainingssturz im November in Copper Mountain das Kreuzband neuerlich gerissen.

Ursprünglich war nur von einem Teilabriss die Rede gewesen. Deshalb hatte Vonn auf eine sofortige Operation verzichtet und stattdessen relativ bald das Training wieder aufgenommen.

Höfl-Riesch litt mit Freundin: "Das ist echt hart"

Schon im Dezember bestritt sie dann die Weltcup-Rennen in Lake Louise. Die Abfahrt von Val d'Isere hatte Vonn dann aber abbrechen müssen, weil das verletzte Knie keinen Halt mehr geboten hatte. Dort war dann auch offiziell bekannt geworden, dass das Kreuzband komplett gerissen ist.

Die deutsche Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch fühlte mit ihrer Freundin Vonn. "Es tut mir sehr leid für Lindsey, das ist echt hart. Ich kann nachempfinden, wie schwer ihr die Absage gefallen sein muss", ließ sie über ihr Management mitteilen. Höfl-Riesch hatte nach zwei Kreuzbandrissen im Jahr 2005 die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin verpasst.