Erstellt am 14. Juni 2015, 13:30

von APA/Red

Lyoness Open 2015 - Weniger Zuschauer, aber große Zukunft. Die Veranstalter der Lyoness Golf Open 2015 haben am Sonntag in Atzenbrugg positiv Bilanz gezogen, obwohl wegen des frühen Ausscheidens von Publikumsmagnet Bernd Wiesberger weniger Zuschauer als im Vorjahr ins Tullnerfeld gekommen sind.

Bernd Wiesberger  |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
Gleichzeitig haben Österreichs Golf Open nach Fertigstellung des Apartment-Hotels endlich ihr endgültiges Set-Up gefunden und steuern auf eine große Zukunft zu.

"Wir sind extrem begeistert, der ganze Event hat einen Schritt nach vorne gemacht", sagte Mathias Vorbach vom Titelsponsor Lyoness, dank dem das Preisgeld des Events der European Tour auf 1,5 Mio. Euro angewachsen ist und der bereits um fünf Jahre bis inklusive 2019 verlängert hat. Auch die Vereinbarung mit Wiesberger als Turnier-Botschafter ist längerfristig. "Sie geht auch 2016 und darüber hinaus weiter", versicherte Ali al Khaffaf von der durchführenden Golf Event GmbH.

Dass diesmal nach ersten Schätzungen nur rund 15.000 Zuschauer (23.000 im Vorjahr) in den Diamond CC gekommen sind, hatte mehrere Gründe. Einerseits das unerwartete Aus für Tour-Star Wiesbergerausgerechnet beim ersten Heimauftritt als klarer Favorit, womit das Turnier am Wochenende ohne seine große Zugnummer auskommen musste. Dazu kam der nicht optimale Termin unmittelbar vor den US Open, weil sich viele Top-Spieler in dieser Woche schon auf das zweite Saison-Major vorbereiten.

Dinge, die für Veranstalter Herwig Straka aber schwer zu ändern sind und nichts mit der prinzipiellen Entwicklung von Österreichs größtem Golf-Event zu tun haben. "Jede Sportveranstaltung, selbst Skifahren, ist in Österreich von Lokalmatadoren abhängig", sagte der Steirer, der kürzlich selbst dafür gesorgt hat, dass die Golf Open vom ATP-Tennisturnier in der Wiener Stadthalle als bestdotierter Einzelsportevent in Österreich abgelöst worden ist.

Turnier soll jetzt wachsen

Straka ist auch Veranstalter in Stuttgart, das heuer erstmals als Rasenturnier ausgerichtet wurde. Teile des Erfolgsrezeptes könne man auch auf das Golf umlegen, so Straka. "Dass Rafael Nadal mitgespielt hat, liegt auch an der guten Beziehung, die wir mit ihm seit Jahren pflegen. Persönliche Beziehung ist also viel wert", glaubt Straka, für den der Erfolg einer Veranstaltung aber nicht zwingend an der Zuschauer-Zahl festzumachen ist.

Dass sich die Tennis-Asse in Stuttgart dank derselben Rasensaat, desselben Unterbaus und derselben Greenkeeper perfekt auf Wimbledon vorbereiten können, sei auf Golf hingegen nicht anwendbar. "Da ist vor allem wichtig, dass die Qualität des Platzes passt. Und das tut es", so Straka.

Den Termin zu wechseln oder gar Superstars einzukaufen, ist aus Sicht des Managers für ein Turnier in der Größenordnung der österreichischen Open nicht zielführend. "Wir hätten ein Mal selbst Tiger Woods bekommen können. Aber dann wäre das Turnier kaputt gewesen."

Für die Qualität der Lyoness Open war auch 2015 vor allem Club-Präsident Christian Guzy hauptverantwortlich. Mit dem Hotel ist der bunte Infrastruktur-Wandel der vergangenen fünf Jahre abgeschlossen, jetzt kann das Turnier "wachsen".

Fehlen heimischer Challenge-Tour-Spieler

Zudem war die Par-72-Anlage wieder auf alle möglichen Wetter-Szenarios perfekt vorbereiten worden, wofür es auch von der European Tour, bei der ein Führungswechsel ansteht, viel Lob gab. Während des Turniers wurde vom ÖGV zudem erstmals das beeindruckende Bid-Buch und das Video für die Bewerbung um den Ryder Cup 2022 präsentiert.

Was Guzy hingegen erstaunte, war einerseits das Fehlen heimischer Challenge-Tour-Spieler und der besten Österreich-Amateure. "Das ist, wie wenn David Alaba nicht Champions League spielt, weil er eine Einladung zu einem Geburtstagsfest hat", wunderte sich der Clubchef.

Dass die Österreich-Werbung nicht mitmache, stößt bei Guzy angesichts der vielen internationalen TV-Bilder auch auf Unverständnis. "Österreich präsentiert sich mit diesem Turnier ja weltweit. Wegen Skispringen kommen keine Menschen nach Österreich, wegen Golf aber schon", ist der Unternehmer überzeugt.