Markt Allhau

Erstellt am 03. August 2016, 06:20

von Patrick Bauer und Bernhard Fenz

Somen Tchoyi: „Ich bin sicher nicht zum Relaxen hier“. Der Neo-Star von Aufsteiger Markt Allhau spricht über seinen überraschenden Wechsel, seine Teamkollegen und seine Ziele.

Neue Aufgabe: Somen Tchoyi soll in Markt Allhau künftig der Taktgeber am Platz sein. Foto: Bauer  |  Bauer

Es ist ein schwüler Tag und Gewitterwolken suchen ihren Weg durch die späte Nachmittagssonne, als die ersten Kicker des UFC Markt Allhau den Trainingsplatz in Litzelsdorf aufsuchen – die Ausweichstelle, da die eigene Wiese noch generalsaniert wird für die neue Aufgabe in der BVZ Burgenlandliga. Bis zum Auftakt, dem Derby gegen Oberwart am Samstag um 19.30 Uhr, soll alles fertig sein. Dann wird auch der 33-jährige Superstar der Liga erstmals burgenländische Meisterschaftsluft schnuppern: Somen Tchoyi.

Der Neuzugang fährt vor dem Training gemeinsam mit den „Legenden“ Thomas Kraus und David Krautsack sowie Jung-Kicker Herbert Ehrenhöfer vor. Ob er sich noch schnell umziehen könne vor dem Interview, fragt er in gutem Englisch. Kein Problem.

Somen Tchoyi war 2007 in Norwegen bei Staebek bester Spieler, selbiges Kunststück gelang dem 33-Jährigen mit Red Bull Salzburg, wo er Meister wurde und auch international für Furore sorgte. Auch für sein Heimatland Kamerun war er aktiv. West Bromwich Albion hieß die nächste Station, ehe Augsburg und Austria Salzburg folgten. Dazwischen war der Offensivmann aber auch in Indonesien – und vereinslos. Jetzt ist er jedenfalls in Markt Allhau – und gibt sich im Gespräch mit der BVZ bodenständig.

BVZ: Ihr Wechsel nach Markt Allhau sorgte für Aufsehen im gesamten Burgenland, eigentlich auch österreichweit. Wie kam es dazu?
Somen Tchoyi: Der Kontakt zum UFC kam durch meinen guten Freund Thierry Fidjeu-Tazemeta zustande. Ich wusste nicht viel über Markt Allhau oder die Liga, aber Tazemeta versicherte mir immer wieder, dass das ein Klub mit ehrgeizigen Zielen sei und schnell war ich dann vom Konzept überzeugt.

Trotzdem ist es ein ungewöhnlicher Schritt für einen Spieler Ihrer Reputation.
Der Plan ist, meinen Lebensmittelpunkt nach Österreich zu verlegen. Ich mag das Land wirklich sehr, sehr gerne und in weiterer Zukunft würde ich auch sehr gerne mit Kindern arbeiten oder diese sogar trainieren. Das wäre mein Wunsch für die weitere Zukunft.

„Wir Fußballer sprechen sowieso nur eine Sprache“

Wie sind die ersten Eindrücke?
Derzeit wohne ich schon hier und mir gefällt die Region wirklich schon sehr, da mich die Menschen in Allhau mit offenen Armen empfingen und sehr nett zu mir sind. Ich mag es eigentlich schon jetzt, jeden Tag hier aufzuwachen.

Welches Bild konnten Sie sich von den neuen Mannschaftskollegen bereits machen?
Das Niveau ist wirklich gut. Sie sind unglaublich lernwillig, ehrgeizig und wollen sich weiterentwickeln.

Wird dabei Deutsch oder Englisch gesprochen?
Während der Einheiten reden wir schon auf Deutsch. Aber wir Fußballer sprechen sowieso nur eine Sprache.

Großpetersdorf, Kohfidisch, Waldbach und Rechnitz hießen Ihre ersten Gegner, die Sie hart bearbeiteten.
Es ist nicht einfach, weil die Gegner ein gutes Level aufweisen und gar keine schlechten Mannschaften stellen.

Was sind Ihre sportlichen Ziele in der ersten BVZ Burgenlandliga-Saison mit Markt Allhau?
Tchoyi: Ich bin nicht zum Relaxen hier, sondern will etwas erreichen und auch etwas zurückgeben. Vielleicht geht es ja sportlich noch eine Stufe hinauf? Dann will ich dabei sein.

Beobachten Sie auch noch Ihren Ex-Klub Red Bull Salzburg?
Tchoyi: Ja, ich verfolge eigentlich alle meine Ex-Vereine genau – auch deshalb, weil ich mir einfach gerne Spiele anschaue.

Somen Tchoyi

  • Geboren: 29. März 1983
  • Nationalität: Kamerun
  • Tchoyi startete seine Karriere in Kamerun (Union Douala), ehe es ihn über Frankreich nach Norwegen verschlug, wo er bei Odd Grenland und Stabaek engagiert war. Dann folgten zwei Saisonen bei Red Bull Salzburg und zwei Saisonen bei West Bromwich in England, ehe es Aufs und Abs gab. Tchoyi war noch bei Augsburg, Arema Cronous in Indonesien und bei Austria Salzburg engagiert, dazwischen dreimal ohne Verein. Seit Juli ist er in Allhau.