Erstellt am 17. Dezember 2013, 15:11

Marlies Schild fuhr in Rekordbücher. Marlies Schild hat am Dienstag den Weltcup-Ski-Slalom in Courchevel gewonnen und mit dem 34. Slalomsieg ihrer Karriere endlich mit Vreni Schneider gleichgezogen.

Marlies Schild hat sich "endlich" ihren 34. Slalom-Weltcupsieg geholt. Die 32-jährige Salzburgerin gewann am Dienstag erneut in Courchevel und fuhr sich damit auf eine Stufe mit Rekordhalterin Vreni Schneider. Das Rennen wurde zum größten Erfolg der ÖSV-Damen seit rund 20 Jahren. Schilds Schwester Bernadette wurde Dritte, insgesamt kamen gleich sieben Österreicherinnen in die Top 13.

Frankreich-Slaloms sind seit Jahren eine Domäne von Schild und die Salzburgerin nahm dieses gute Gefühl diesmal auch mit in die über 2.000 m hohe Skistation Courchevel. Der hängende Hang und die eckigen Kurse kamen ihr, aber auch ihren Teamkollegein sehr entgegen, was sich schon zur Halbzeit abzeichnete. Da führte Schilds Schwester Bernadette vor der Schwedin Frida Hansdotter und Marlies Schild, unter den ersten sechs schienen nur Österreicherinnen (4) und Schwedinnen (2) auf.

Erster Saisonsieg für ÖSV-Damen

In der Entscheidung war Marlies Schild dann aber nicht mehr zu halten. Sie legte eine derart klare Bestzeit hin, dass am Ende nur noch - ausgerechnet - ihre Schwester den ersten Triumph seit 22 Monaten verhindern hätte können. Doch die "Kleine" begnügte sich mit 21. Laufzeit und Platz drei. Erstmals standen damit trotzdem beide Schild-Schwestern auf einem Weltcup-Podest.

Marlies Schild sorgte damit im elften Rennen des Olympiawinters auch für den ersten Saisonsieg der ÖSV-Damen und den ersten Slalomsieg seit mehr als einem Jahr. "Ich habe mir gedacht, jetzt fahr' ich mal richtig locker und entspannt. Ich habe dann aber nur abgeschalten und gemacht, was ich meistens mache", schilderte sie ihren zweiten Lauf, der im Ski-Himmel endete.

Damit ist auch die ewig lange Warterei auf den 34. Slalomsieg endlich zu Ende: "Natürlich war es zeitweise anstrengend", gab Schild zu. "Zum Schluss habe ich mir gedacht, wenn es passiert, dann passiert's. Ich bin überglücklich und stolz, dass ich mit Vreni habe gleichziehen können."

Gratulationen der Konkurrentinnen

Selbst die Geschlagenen freuten sich mit der großen Siegerin. Auch Hansdotter, die sich zum schon siebenten Mal mit Platz zwei ("Das ist trotzdem cool") zufriedengeben musste. Bernadette Schild sowieso. Sie hielt der für sie neuen Situation als Halbzeit-Führende - noch - nicht ganz stand. Sie war aber auch die erste, der Marlies Schild im Zielraum um den Hals fiel.

"Ich war natürlich nervös. Schon bei der ersten Zwischenzeit habe ich gedacht, das wird nichts mehr", gestand die um neun Jahre jüngere Schild. "Geschenkt" worden sei aber gar nichts. "Ich war mir bewusst, dass Marlies die Routine hat, dass sie noch zulegt, ich aber noch nicht. Beide am Podest haben wir uns schon lange gewünscht. Man hat gesehen, wir schenken uns beide nichts. Und die Schnellere soll vorne sein."

Viereinhalb Wochen nach dem mageren Slalom-Auftakt von Levi, wo Christina Ager die einzige in den Top Ten gewesen und Schild ausgeschieden war, meldeten sich Österreichs Slalomdamen in Courchevel damit eindrucksvoll zurück. Die 18-jährige Ager musste diesmal wegen Magenbeschwerden passen, dafür fuhr der Rest der Truppe von Neo-Slalomchef Stefan Bürgler diesmal furios, während etwa selbst Weltmeisterin und Levi-Siegerin Mikaela Shiffrin als Zwölfte einen bemerkenswerten Rückschlag erlitt.

"Wir haben im Herbst generell gut und schwierig trainiert und sind im ersten Rennen unter unserem Wert geschlagen worden", erklärte Michaela Kirchgasser. Als Gesamt-Fünfte hinter den beiden Schilds, Hansdotter und der viertplatzierten Teamkollegin Kathrin Zettel hat die Slalom-Vizeweltmeisterin nun endlich auch im Weltcup "angeschrieben". Carmen Thalmann (7.) verzeichnete ihre beste Weltcup-Platzierung, Alexandra Daum wurde Zehnte.

Das Rennen brachte auch einige Ausfälle, darunter einige fatale. Riesentorlauf-Weltmeisterin Tessa Worley (FRA) stürzte ebenso wie Susanne Riesch (GER), bei beiden bestand der Verdacht auf schwerere Knieverletzungen.

Riesch-Schwester Maria Höfl-Riesch kämpfte als die einzige aus den Top vier der Gesamtwertung um Slalompunkte, fiel aber wie schon bei allen Courchevel-Slaloms davor aus. Diesmal aus einem kuriosen Grund: Die Deutsche wurde von einem im Kurs herumrutschenden Mobiltelefon irritiert, bekam aber keinen Wiederholungslauf zugestanden. Damit bleibt Lara Gut in Front. "Das war schon eine Behinderung, ich war abgelenkt. Vielleicht wäre es besser gewesen, stehen zu bleiben", ärgerte sich Höfl-Riesch.