Erstellt am 09. Juni 2011, 07:48

Maßnahmenpaket gegen Stadionrandalierer. Nach dem Platzsturm beim bisher letzten Wiener Derby zwischen Rapid und Austria im Gerhard Hanappi-Stadion Ende Mai hat nun das Innenministerium ein Maßnahmenpaket vorgelegt.

Als Ziel formulierte Ministerin Johanna Mikl-Leitner (V) am Mittwoch, "dass in Zukunft normale Fußballfans und Familien ohne Belästigung und Gefährdung durch Störenfriede die Spiele genießen können". Das Paket solle Basis für weitere Gespräche sein.

Unter anderem enthält das Paket eine Verschärfung der Strafsätze in der Rechtspflegeordnung des ÖFB. Auch die missbräuchliche Verwendung von Pyrotechnik soll verbandsrechtlich geahndet werden. Die Vereine und Verbände überlegen demnach, gegen sie wegen Ausschreitungen verhängte Strafen im Regressweg von den Randalierern verstärkt einzuklagen. Die Polizei soll zur Durchsetzung von Stadionverboten bei den Einlasskontrollen die Ordner unterstützen. Weiters überlegen Bundesliga und ÖFB ein personalisiertes Eintrittskartensystem. Schließlich prüfen ÖFB und Bundesliga, wie weit es sinnvoll ist, Kleidungsstücke zur Vermummung auf die Liste der Gegenstände zu nehmen, die nicht in Stadien mitgenommen werden dürfen.

Mikl-Leitner betonte die zentrale Rolle der Ordnerdienste, um das Hausrecht der Veranstalter wahrzunehmen. Die Polizei schreite erst ein, wenn es zu strafbaren Tatbeständen kommt. "Daher ist es wichtig, bei den Ordnerdiensten auf hohe Dienstleistungsqualität zu achten", so die Innenministerin. In Absprache mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) werde es ein Bündel an Maßnahmen zur Qualitätssteigerung der Ordnerdienste geben. So sei angedacht, die Ausbildungsdauer für Stadionordner drastisch zu erhöhen. Die Bundesliga werde eine Ordnerrichtlinie zur Qualitätssteigerung erarbeiten, und der ÖFB soll Schulungen und Workshops für die leitenden Ordner organisieren.

Daten von Gewalttätern sollen so rasch wie möglich an die Bundesliga weitergeleitet werden, damit sie Stadionverbote erlassen kann. Dabei will man sich aber nicht nur auf die obersten Spielklassen konzentrieren, sagte Mikl-Leitner. "Die Veranstalter der unteren Ligen sind wenig bis gar nicht auf größere Ausschreitungen vorbereitet - sowohl was die Ordnerdienste betrifft als auch bezogen auf das Bauliche." Der ÖFB sprach sich laut Ministerium dafür aus, auch für Vergehen in den Regionalligen bundesweite Stadionverbote seitens des Fußballbundes zu erlassen.