Erstellt am 05. November 2013, 13:34

Masters 2014 – das wär‘s. Finalphase / Bernd Wiesberger spielt noch in der Türkei, in Dubai und in Australien. Dort will er in der Weltrangliste von 54 in die Top-50 rutschen. Als Lohn winkt das US-Masters im April.

 |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
Von Bernhard Fenz

GOLF / Nein, eine schlechte Saison hat Bernd Wiesberger bislang wirklich nicht gespielt. Österreichs Nummer eins mischt konstant im Vorderfeld der European Tour mit, das heißt in (Top-Ten-)Zahlen: der geteilte fünfte Platz in Agadir (Marokko), Platz drei beim Nordea Masters in Schwedens Hauptstadt Stockholm, der geteilte vierte Platz bei den BMW International Open in München, der geteilte vierte Platz beim Johnny Walker Championsship in Schottland und Rang drei beim Portugal Masters Mitte Oktober.

Außerordentlicher Zusatz: Der Sieg Anfang Mai beim zur Asian Tour zählenden Indonesian Masters. Lediglich einmal – Ende August in Wales – verpasste er den Cut für die Finalrunden.

„Es ist wirklich unendlich knapp" 

Unterm Strich macht das vor den letzten beiden Turnieren der Finalserie (ab morgen, Donnerstag, die Turkish Open, kommende Woche der krönende Abschluss in Dubai) aktuell Platz 32 in der (Verdienst-)Rangliste der European Tour. Wiesberger, ehrgeizig wie immer, will sich jedoch noch entscheidend verbessern, um richtig positiv bilanzieren zu können. Kehrt er wieder unter die Top-30 der European Tour zurück (aktuell fehlen dafür rund 15.000 Euro), hat er im kommenden Jahr wieder die Startberechtigung für die British Open, einem der vier Majors im Golf. Die drei amerikanischen Majors – das Masters in Augusta, die U.S. Open und die PGA Championsship (wo er bereits dabei war) – sind aber ebenfalls noch in absoluter Griffweite. Hier kommt die Golf-Weltrangliste ins Spiel. Einfache Rechnung: Befindet sich Bernd Wiesberger mit 31. Dezember unter den Top-50 auf diesem Planeten, hat er die Qualifikationskriterien erfüllt. Diese große Hürde („Das wäre ein großer Schritt.“) bringt viele Spielberechtigungen mit sich, stößt das Tor zur Elite weiter auf.

Zuletzt war der Druck aber spürbar, richtig befreit konnte der Südburgenländer nicht aufspielen. „Das nagt ein wenig, vor allem weil bei den letzten drei Turnieren der Abschluss immer sehr schlecht war.“

Wiesberger weiß: „Ich bin noch immer brutal knapp dran, darf das Ziel mit den Top-50 aber nicht zu sehr in den Vordergrund rücken. Mit einem guten Resultat bin ich drin, es ist wirklich unendlich knapp.“

Auch in Australien gibt es eine weitere Chance 

In dieser Hinsicht kommt vor den morgen beginnenden Turkish Open und dem Abschlussevent in Dubai ein Vorteil zum Tragen, denn: „Ich habe wenig Punkte zu verlieren oder zu halten, das ist einmal eine gute Voraussetzung.“

Nicht nur dieser Aspekt stimmt für das Saisonziel zuversichtlich. Nach dem Schlussakt auf der European Tour ist Wiesberger dann auch noch von 21. bis 24. November in Melbourne beim World Cup of Golf dabei. Das vom Modus an die Olympischen Spiele angelehnte Event in Australien bietet den 60 Startern mit acht Millionen Euro einen fetten Preisgeldtopf – und vor allem eine weitere Möglichkeit auf wichtige Weltranglistenpunkte.
 


Was 2013 noch möglich ist

Im Rahmen der European Tour-Rangliste steht Bernd Wiesberger vor den letzten beiden Finalturnieren in der Türkei (7. bis 10. November) und in Dubai (14. bis 17. November) mit 821.423 Euro auf Platz 32.

Kommt er unter die Top-30, ist das gleichbedeutend mit der Startberechtigung für die British-Open – einem der vier Grand-Slam-Turniere – im nächsten Jahr.

Schafft es Wiesberger unter die Top-20, wäre er im März 2014 beim WGC-Turnier in Florida dabei. Die World Golf Championships (WGC) ist eine aus vier Turnieren bestehende Profi-Serie mit hoher Dotierung und einem hohen Wert für die Weltrangliste.

Gelingt Wiesberger in besagter Weltrangliste (die parallel zur Verdienstrangliste der European Tour läuft und alle Spieler umfasst) der Sprung unter die Top-50, hätte er eine noch breitere Spielberechtigungs-Palette. Dann wäre er bei allen vier Major-Turnieren spielberechtigt und so folgerichtig auch Anfang April beim ersten Grand-Slam-Turnier – dem US-Masters in Augusta – dabei.