Erstellt am 28. März 2012, 00:00

Mathematik ist nach wie vor kein Thema. TIPP3 BUNDESLIGA / Franz Lederer beteiligt sich auch vor der Partie in Wiener Neustadt an keinerlei Rechenspielen.

Jubeltraube: Die Mattersburger Mannschaft und der Betreuerstab lagen sich in Kapfenberg nach dem 1:1 durch Marvin Potzmann in den Armen – nun geht es nach Wiener Neustadt.BERNHARD FENZ  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

UND PETER GRUBER

Ist es wichtiger, sich beim Derby am Samstag den Lokalrivalen vom Hals zu halten oder nicht den Anschluss an Innsbruck zu verlieren? Eher auf Unentschieden oder auf Sieg spielen? Was könnte wesentlicher für die Tabelle sein? Auf Fragen dieser Art reagiert Franz Lederer stets gleich: Er geht nicht darauf ein. Viel wesentlicher ist für den Mattersburger Chefcoach eine simple Rezeptur, die alle Rechenspiele in den Schatten stellen soll: „Wir müssen für uns so funktionieren, dass wir die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen können. Da interessieren keine Rechnereien. Das Wichtigste ist, Punkte zu holen – und sich nur auf diese Aufgabe zu konzentrieren.“

Punkte holen, das ist auch für Wiener Neustadts Trainer Peter Stöger das logische Ziel. Die Niederösterreicher könnten den SVM jedenfalls mit einem vollen Erfolg wieder überholen. „Natürlich wäre es angenehm, zwei Mannschaften hinter sich zu haben“, freundet sich Stöger geistig mit einem Siegesszenario an. In dieser Saison wäre ein Punkt der Heimmannschaft beim Derby jedenfalls ein Novum. Bislang setzte sich jeweils das Auswärtsteam durch – Wiener Neustadt gewann 2:1 und 1:0, Mattersburg wiederum jubelte im Herbst über einen 2:1-Sieg beim Lokalrivalen.

Ein enges Spiel bedingt  auch oft viel Geduld

Lederers Erwartung: „Bislang lieferten wir uns meist enge Spiele, die Neustädter sind eine sehr kompakte Mannschaft.“ Weil die Burgenländer zuletzt aber auch nicht gerade löchrig auftraten, ist für den Trainer angesichts des Betons eines gefragt: „Geduld.“

Während Alois Höller aufgrund seiner Ampelkarte zusehen muss, kehrt mit Manuel Seidl ein zuletzt gesperrter Mattersburger Kreativgeist in die Mannschaft zurück. Der Kirchschlager bot wie seine Mitspieler im Frühjahr einige starke Partien und glaubt klarerweise auch in Wiener Neustadt an drei Punkte: „Wenn wir so auftreten wie in den letzten Spielen, schaffen wir das.“ Seidl meint damit freilich vor allem die Partien gegen die Austria, in Salzburg, bei der Admira oder gegen Ried.

Am Samstag in Kapfenberg agierten die Burgenländer schließlich nicht so unbekümmert wie sonst – trotz der baldigen numerischen Überzahl. Dass ein früher Ausschluss des Gegners (David Sencar sah völlig zu Recht Rot) keinen automatischen Sieg abstempelt, ist bekannt. Letztlich gelang den Burgenländern aber nach einem unnötigen Fauxpas (Adnan Mravac verlor den Ball an Babangida, der schlenzte den Ball an Thomas Borenitsch vorbei ins Netz) durch den eingewechselten Marvin Potzmann noch der Ausgleich.

Ob der Trainer zufrieden ist? „Man muss zufrieden sein und auch die Umstände in Betracht ziehen. Die Mannschaft hat in den Partien davor Unglaubliches geleistet. Zudem haben die Spieler auch gespürt, was für Kapfenberg auf dem Spiel stand und dass bei einem Punktegewinn das Thema endgültig erledigt ist – es war nicht leicht für sie.“