Erstellt am 09. März 2013, 20:38

Mattersburg auswärts gegen Rapid 2:2. Mattersburg stoppte seine Auswärtsnegativserie von zuletzt vier Niederlagen, machte damit einen weiteren wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg und festigte Rang sieben.

APA11813770 - 09032013 - WIEN - …STERREICH: Tipp3-Bundesliga-Begegnung zwischen SK Rapid Wien und SV Mattersburg am Samstag, 09. März 2013, in Wien. APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER  |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
Patrick Bürger mit einem perfekten Freistoß aus rund 20 Metern (20.) und Christian Gartner (50.) brachten die Gäste 2:0 in Führung. Rapid gelang aber durch Terrence Boyd (60.) und Deni Alar (67.) noch der Ausgleich.

Der Vorsprung der Mattersburger auf Schlusslicht Admira, das sein Heimspiel gegen den WAC 0:1 verlor, nach dem erst sechsten Auswärtspunkt in dieser Saison (ein Sieg, drei Remis) wuchs auf sechs Zähler an. Rapid blieb zwar Dritter, der Vorsprung auf Sturm (2:1 in Ried) beträgt aber nur noch einen Zähler.

Wie schon bei der jüngsten 1:2-Niederlage beim Aufsteiger in Wolfsberg hatte Rapid lange Zeit enorme Probleme damit, gegen einen defensiven Gegner, der die Räume eng macht, das Spiel zu gestalten. Besonders auffällig war dabei die Ideenlosigkeit der Grün-Weißen, deren Angriffsspiel trotz des Startelfdebüts von Winter-Neuzugang Marcel Sabitzer gegen die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga über weite Strecken noch immer nicht funktionierte.

Neben Freistößen von Hofmann (11./Borenitsch wehrte ab) und Sabitzer (45./Latte) sorgten nur noch zwei Aktionen der Hausherren in der ersten Hälfte für Gefahr im Strafraum der Mattersburger. Doch Schlussmann Borenitsch zeichnete sich auch in den Duellen mit Sabitzer (31./knapp daneben) und Boyd (45.+3) aus.

Die Gäste nutzten dagegen gleich ihre erste Chance, nachdem Sonnleitner knapp vor der Strafraumgrenze Röcher gelegt hatte. Bürger verwandelte den fälligen Freistoß mit einem perfekt über die Mauer gezirkelten Schuss ins Kreuzeck. Die Folge waren lautstarke "Vorstand raus!"-Rufe von den Fans der Rapidler, deren Verunsicherung jetzt noch augenscheinlicher wurde, wie unerzwungene Fehlpässe bei der Spieleröffnung zeigten.

Nach dem Wechsel kam es dann noch schlimmer für die Mehrzahl der 11.800 Zuschauer im Hanappi-Stadion. Nach einem Konter und toller Vorarbeit von Farkas jagte Gartner den Ball mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze in die Maschen. Erneut brandeten "Vorstand raus!"-Rufe auf, die Stimmung im Stadion erreichte den endgültigen Tiefpunkt.

Rapid-Coach Schöttel musste damit reagieren, brachte Torjäger Alar für den defensiven Mittelfeldmann Pichler und auf einmal erwachte Rapid für rund 20 Minuten. Nach Schrammel-Querpass staubte Boyd zunächst mit seinem elften Saisontor zum 1:2 ab. Der Stürmer leistete dann sechs Minuten später die Vorarbeit zum Ausgleich durch Alar (zehnter Saisontreffer), bei dem Mattersburg-Verteidiger Majstorovic verhängnisvoll patzte.

Alar hatte in der 73. Minute noch eine große Chance auf den Siegtreffer, doch nach Burgstaller-Pass jagte er den Ball vom Elfer in die Wolken. Danach kam der Angriffselan der Rapidler wieder ins Stocken. Für die Mattersburger war nicht nur der Umstand, dass ein 2:0-Vorsprung nicht zum ersten Sieg nach knapp vier Jahren im Hanappi-Stadion reichte, bitter, sondern auch der verletzungsbedingte Ausfall von Manuel Seidl. Der Mittelfeldspieler humpelte bereits nach acht Minuten mit Verdacht auf einen Bänderriss im Knie vom Feld.

Peter Schöttl: "Wir sind wieder sehr enttäuscht. Seit ich bei Rapid bin, haben wir sehr von einer stabilen Defensive gelebt, aber im Moment machen wir hinten zu viele Fehler. Nach dem 0:2 haben wir viel riskiert und sind zumindest mit einem Punkt belohnt worden, aber die zwei Punkte gehen uns ab."

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir fahren mit gemischten Gefühlen nach Hause. Vor dem Spiel hätten wir ein 2:2 gerne genommen, aber wir hätten mit der 2:0-Führung auch drei Punkte machen können, doch wir waren zu wenig abgebrüht. Vielleicht ist unser zweites Tor zu früh gefallen, und einige haben geglaubt, wir haben den Sieg schon in der Tasche."