Erstellt am 27. Juli 2011, 07:42

Mattersburg, das ist einfach wunderbar. TIPP3 BUNDESLIGA / Nach dem 2:2 des SVM bei Meister Sturm gibt es Gründe zum Wundern und Staunen.

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VON BERNHARD FENZ

Der enttäuschende Saisonstart gegen Wiener Neustadt ließ für Außenstehende vor dem Spiel in Graz nichts Gutes erahnen. Es kam anders. Die Mattersburger präsentierten sich in Summe stark und konnten so auch das 1:2 gegen die Neustädter vergessen machen.
Trotzdem war nicht alles eitel Wonne (was nicht nur an Schiri Markus Hameter lag) – ein Überblick über Gutes und weniger Gutes rund um die aktuelle sportliche Lage:

Schnitzer-Potenzial. Gerade gegen ausgefuchste Mannschaften wie Sturm Graz wirkt sich ein gravierender Fehler entscheidend aus. Ado Mravac hoffte beim 1:0 scheinbar auf Thomas Borenitsch und ließ einen Querpass vorbei – Roman Kienast sagte vielen Dank. Nachdem gegen Wiener Neustadt bereits schwere individuelle Patzer die Gegentore ermöglicht hatten, war also auch in Graz ein grober Bock dabei. Trainer Franz Lederer: „Das irritiert mich. Wir haben uns im Frühjahr hinten oft sehr kompakt präsentiert und solche Schnitzer vermeiden können. Das sind Konzentrationsschwächen, die ausgemerzt werden müssen.“

Faktor Schiedsrichter. Wer einen regulären Treffer (vermeintliches Torout bei einer Naumoski-Vorlage auf Patrick Bürger) aberkannt und gleichzeitig einen Penalty (Ferdinand Feldhofer gegen Bürger) nicht zugesprochen bekommt, wird in Graz nur schwer gewinnen können. Verständlich, dass Lederer hadert: „Auch die Schiedsrichterleistung hat uns um die gute Arbeit gebracht.“

Chancenauswertung. Der Trainer des SVM weiß natürlich, dass seine Profis – trotz der Probleme mit dem Unparteiischen – auch selbst einen Sieg verschenkten: Dass zahlreiche Top-Chancen vergeben wurden, lag nicht nur am Pech (Lattenkopfball Patrick Bürger) oder am starken Sturm-Goalie Christian Gratzei. Die Chance von Ado Mravac etwa, der nach einem Freistoß und der missglückten Abseitsfalle der Grazer alleine vor dem Tor zum Kopfball kam, hätte einfach das 2:3 sein müssen.

Stark trotz Rückschlag.  Höchst positiv: Trotz des 1:0 ließen sich die Burgenländer nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Hinten wurde die Fehlerquote wieder minimiert, im Spiel nach vorne gab es immer öfter einen konkreten Plan. Dazu stimmte die Aggressivität. Für Franz Lederer übrigens nichts Besonderes, denn: „Wir haben in der letzten Zeit immer wieder auch nach Rückschlägen Ruhe bewahrt und eine gewisse Selbstsicherheit an den Tag gelegt.“