Erstellt am 06. Dezember 2015, 18:30

Mattersburg gegen Salzburg: Ein 0:0 der attraktiven Sorte. Der SV Mattersburg bewies gegen Meister Salzburg Moral und erkämpfte sich mit dem 0:0 einen Punkt. Langweilig wurde den Zuschauern dabei aber nicht, sie sahen definitiv ein Unentschieden der attraktiven Sorte – mit zahlreichen Chancen und intensiv geführten Zweikämpfen.

 |  NOEN, Martin Ivansich, APA

MATTERSBURG – SALZBURG 0:0.

Trainer Ivo Vastic baute die Mannschaft gegen den Meister im Vergleich zur 0:2-Heimpleite am Mittwoch gegen Grödig an mehreren Positionen um. Aus der Startformation fielen Karim Onisiwo (krank), Thorsten Röcher (gesperrt) sowie Michael Perlak, Nedeljko Malic und Patrick Bürger. Die drei Letztgenannten saßen auf der Bank.

Statt dieses Quintetts durften diesmal wieder die Herren Alois Höller, Thorsten Mahrer, Vitaljis Maksimenko, Jano und Markus Pink von Beginn weg ran.

Das war für die Salzburger aber kein Hindernis, gleich einmal auf Offensive zu stellen. Die optische Überlegenheit der Gäste gipfelte prompt in einem Stangenschuss von Navy Keita, der von der Seite aus den Ball an Markus Kuster vorbei, aber eben nicht ins Tor brachte.

Im Abschluss zu ungefährlich

In der Folge kamen die in einem 4-1-4-1-System tendenziell defensiv agierenden Grün-Weißen aber besser ins Spiel – und auch die erste richtig gute Gelegenheit sollte in Minute elf wahr werden: Freistoß Jano über die Abwehr hinweg auf Vitaljis Maksimenko, der den Ball aber per Kopf nicht optimal traf. Statt umjubeltem Hechtler ins lange Eck gab’s emotionsbefreiten Abstoß für die Roten Bullen.

Hochkarätiges blieb dann aber aus, auf beiden Seiten. Immer wieder war die vorletzte Station gut gemeinter Offensivaktionen auch schon die letzte, oder die Abschlüsse wurden einfach zu ungefährlich ausgeführt.

Erwähnenswert: Einmal wurde Stefan Lainer im Sechzehner alleingelassen, sein Kopfball landete aber am Außennetz des SVM (35.). Dann bediente Jonathan Soriano Takumi Minamino, der den Ball aus guter Position über das Gehäuse Richtung Abendhimmel auf die Reise schickte, ehe die Salzburger Elfer reklamierten, nachdem Selbiger in der Folge bei einem Vorstoß und nach einem Duell mit Alois Höller (wo auch dessen Arm kurz im Spiel war) zu Boden ging. Referee Julian Weinberger ließ ebenso weiterspielen wie auf der anderen Seite in Minute 25, als die Mattersburger Handspiel im Sechzehner reklamierten.

Vier gute Salzburger Chancen am
Stück zu Beginn von Hälfte zwei

Nach Wiederbeginn drückte die von Thomas Letsch (der Liefering-Coach löste bekanntlich den unter der Woche entlassenen Peter Zeidler ab) betreute Truppe der Salzburger dann aber gleich merklich aufs Tempo. Die Folge: vier Chancen innerhalb von vier Minuten, die von aussichtsreich über gut bis zu hundertprozentig heranreiften.

Aussichtsreich: Ein Schuss von Valon Berisha im Sechzehner mit links, von dem er selbst überrascht zu sein schien (46.).

Gut: Wieder ein Schuss von Berisha, diesmal in Minute 50 – Tormann Markus Kuster konnte parieren.
Sehr gut: Ein Volleyschuss von Minamino außerhalb des Sechzehners nach dem Abpraller des folgenden Corners, den Kuster ganz stark über die Latte drehte.
Hundertprozentig: Der daraus resultierende Eckball brachte die größte Gäste-Chance hervor, als der Ball aus wenigen Metern flach Richtung Tor gebracht wurde, Kuster aber mit einer sensationellen Fußabwehr das Gegentor verhindern konnte.

Kompakt und mit Herz verteidigt

Der SV Mattersburg wiederum wurde nach dieser überstandenen Phase erst wieder in der 58. Minute gefährlich. Eckball Jano – und Lukas Rath brachte den Ball aus guter Position nicht Richtung Tor. Eine gute Möglichkeit, nicht aber so gut wie die Chancen des Meisters, der weiter immer wieder an der Gefahrenzone klopfte und noch dazu durch den zweiten Stangenschuss von Keita (diesmal aus der Drehung und etwas weiter entfernt als beim ersten Mal) erneut nicht vom Glück verfolgt war.

Das Salzburger Pech mag an diesem Tag aber auch an der deutlichen Mattersburger Gegenwehr gelegen haben. Die Burgenländer verteidigten kompakt und mit Herz, stemmten sich immer wieder gegen das drohende Unheil und erkämpften sich deshalb letztlich auch gar nicht unverdient diesen wichtigen Punkt.

Am kommenden Samstag muss der SV Mattersburg noch in die Südstadt zur Admira, dann dürfen sich die Profis in die Winterpause verabschieden.

Stimmen zum Spiel

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wenn man gegen  die beste Offensive der Liga zu Null spielt, spricht das einfach für die Defensivleistung. Das war heute besonders wichtig, die Jungs haben das sensationell gemacht und wieder jenen Teamgeist gezeigt, der uns schon in der Ersten Liga ausgezeichnet hat. Dieser Punkt gibt natürlich auch Selbstbewusstsein für das letzte Spiel am Samstag gegen die Admira.“
 
SVM-Kapitän Patrick Farkas: „Wir haben kämpferisch gut gespielt. Der Punkt ist verdient, auch wenn in der einen oder anderen Szene Glück für uns dabei war.“
 
SVM-Goalie Markus Kuster: „Wir haben heute eine gute Leistung geboten, auch ich hatte einige gute Szenen. Wichtig war, dass wir die Null gehalten haben – wir können heute gut mit dem Punkt leben.“
 
Valon Berisha, Red Bull Salzburg: „Wir müssen das Spiel gewinnen, haben aber leider keine Tore gemacht.  Ansonst war die Leistung von uns diesmal sehr gut.“


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STATISTIK

MATTERSBURG – SALZBURG 0:0.
Gelb: Höller (92., Unsportlichkeit); Sorina (85., Foul), Caleta-Car (91., Foul), Miranda (92., Unsportlichkeit).
SR: Weinberger.-  Pappelstadion, 5.200.
Mattersburg: Kuster; Höller, Mahrer, Rath, Maksimenko; Jano; Farkas, Sprangler (79. Perlak), Prietl, Novak (70. Templ); Pink (64. Ibser).
Salzburg: Walke; Lainer (74. Lazaro), Caleta-Car, Miranda, Ulmer; Laimer; Keita, Berisha, Minamino (67. Mukhtar); Hwang (79. Damari), Soriano.