Erstellt am 18. Februar 2012, 20:49

Mattersburg gegen schwache Rieder 4:1. Für die Burgenländer war es ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Vorsprung auf Schlusslicht Kapfenberg, das zwei Spiele weniger absolviert hat, beträgt bereits zehn Punkte.

Für Herbstmeister Ried hingegen ist der Fehlstart ins Frühjahr der Fußball-Bundesliga seit Samstag amtlich. Die Oberösterreicher verloren auch das zweite Spiel 2012, zogen bei Nachzügler Mattersburg mit 1:4 (0:1) den Kürzeren und liegen nun zwei Zähler hinter Leader Rapid bzw. punktegleich mit der Austria auf Rang drei.

Patrick Farkas brachte die Mattersburger mit seinem ersten Bundesligatreffer in Führung (37.), Manuel Seidl legte fast mit Wiederbeginn nach (46.) - beide Male trat Kapitän Ilco Naumoski, der beim Frühjahrsauftakt gegen Sturm Graz noch erkrankt gefehlt hatte, als Vorbereiter in Erscheinung. Ried, das nie zu seiner Herbstform fand, kam dank Robert Zulj zwar noch einmal heran (53.), Alois Höller (58.) und der 17-jährige Christian Gartner (86.) sorgten aber für klare Verhältnisse. Die Elf von Franz Lederer konnte damit erstmals nach vier Spielen wieder einen Sieg gegen Ried feiern, zudem war es der erst vierte Dreipunkter in den jüngsten 25 Runden (saisonübergreifend).

Die erste Hälfte bot zwar ein gefälliges Hin-und-Her, letztlich aber kaum nennenswerte Szenen. Mattersburg, das dem Gegner in spielerischer Hinsicht um nichts nachstand, sondern mit Fortdauer sogar gefälliger agierte, kam vorerst durch den Startelf-Debütanten Marvin Potzmann zur besten Chance. Thomas Gebauer drehte den Weitschuss des 18-Jährigen aber mit einer schönen Parade aber übers Tor (29.). Zuvor hatte Daniel Beichler Borenitsch geprüft (23.).

Naumoski belebte das Spiel seines Teams sichtlich und sorgte in der 37. Minute auch für den wichtigen Assist zur 1:0-Führung: Farkas zog von rechts auf das gegnerische Tor zu und bezwang den unglücklich ausschauenden Gebauer mit einem schnörkellosen Schuss aus spitzem Winkel - die verdiente Führung gegen verschlafen und planlos wirkende "Wikinger".

Beflügelt vom Treffer machten die Hausherren in der Folge einigen Druck, während bei Ried spielerisch nicht viel zusammenlief. Umso bitterer, dass die Gäste nach Wiederanpfiff eiskalt erwischt wurden. Wieder setzte Naumoski einen Mitspieler perfekt ein, diesmal war es Seidl, der das Zuspiel des Mazedoniers mit einem schönen Heber über Gebauer verwertet.

Doch Ried, das nach der Pause mit Nacho anstellte Marco Meilingers spielte, fand prompt die richtige Antwort. Erst klärte Mattersburg-Schlussmann Thomas Borenitsch noch mit dem Fuß, in der nächsten Szene aber setzte Zulj nach Pass von Marcel Ziegl den Ball aus wenigen Metern zum Anschlusstreffer ins Tor (53.).

Just als Ried in der Partie wieder Fuß zu fassen schien, wurde die Truppe von Paul Gludovatz aber neuerlich kalt erwischt. Nur fünf Minuten später netzte Alois Höller nach Flanke von Potzmann mit der Fußspitze zum 3:1 ein. Im Finish machte Mattersburg dann die Schlappe der Gäste perfekt: Gartner schloss einen Konter nach einem uneigennützigen Querpass von Patrick Bürger problemlos zum 4:1 ab.

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir haben die richtige Reaktion gezeigt und auch spielerisch ein Ausrufezeichen gesetzt. Es hat jeder das gespielt, was er kann. Wir schauen aber weiter nach vorne und vor allem auf uns." Zum ersten Bundesliga-Tor von Farkas: "Das war wichtig für ihn, ich hoffe, dass er in Zukunft noch ruhiger vor dem Tor ist."

Ilco Naumoski (Mattersburg-Kapitän): "Wir haben sehr gut gespielt, ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben Ried an die Wand gespielt. Ich war nach meiner Grippe noch nicht hundertprozentig fit."

Patrick Farkas (Mattersburg, 1. BL-Tor): "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Viel wichtiger waren aber die drei Punkte. Heute können wir feiern. Wir waren präsenter, besser in den Zweikämpfen, und wir haben die Tore gemacht."

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Das war eine verdiente, klare Niederlage. Unsere Schwächen in den Zweikämpfen waren eindeutig. In der ersten Hälfte haben wir alle verloren. Und wir haben kaum eine Torchance herausgespielt. Wir müssen kompakter stehen und vor allem die Kontertore abstellen. Vier Gegentreffer für einen, der gerne zumacht, das ist nicht mein Fall. Der Start ins Frühjahr ist eindeutig missglückt. Der große Schritt nach vorne, den wir machen wollten, ist misslungen."

Stefan Lexa (Ried-Mittelfeldspieler): "Das war zu wenig. Sie waren aggressiv in den Zweikämpfen, das war schon ein entscheidender Punkt. Wir werden aber sicher auch darüber reden, wie wir die Tore bekommen haben. Vielleicht sind wir ja jetzt am Boden der Tatsachen angekommen und sehen, dass nicht alles von selbst geht und wir dafür auch arbeiten müssen. Und das werden wir jetzt auch tun."