Mattersburg

Erstellt am 10. November 2016, 05:08

von Bernhard Fenz

Spielabbruch? Benkö: „Das war nie ein Thema“. War SVM - Salzburg von den Bedingungen her regulär? Schiribeobachter Günter Benkö sagt ganz deutlich: „Ja“.

Wasser marsch! Der eingewechselte Mario Grgic (l.) beim Tackling gegen Valon Berisha. Wie unschwer zu erkennen ist, spielte vor allem in der zweiten Halbzeit der Partie Mattersburg gegen Salzburg der Regen eine tragende Rolle.  |  BVZ, Martin Ivansich

„Niemand hat heute dieses Spiel genießen können. Das war kein Fußball.“ Salzburg-Trainer Oscar Garcia war in seiner Analyse, angesprochen auf die zweite Halbzeit, klarerweise gar nicht angetan.

„Am Großteil des Spielfelds war ein Passspiel sehr wohl gut möglich.“

Schiribeobachter Günter Benkö

Da schüttete es durch, dementsprechend schwierig waren die Bedingungen auch am Platz. Schwierig, oder gar irregulär? Burgenlands Schiedsrichterboss und Ex-FIFA-Referee Günter Benkö war als Bundesliga-Schiribeobachter eingeteilt und hielt fest: „Nicht im Ansatz war es ein Thema, das Match abzubrechen. Schiedsrichter Eisner hat das genauso wahrgenommen. Ich habe das auch im Bericht vermerkt. Ab der 70. Minute waren vor allem auf den Seiten vermehrt Lacken erkennbar, aber am Großteil des Spielfelds war ein Passspiel sehr wohl gut möglich. Der Platz ist einer der besten in Österreich, das hat man gesehen.“

Nachsatz: „Wären die Bedingungen vom Schluss bereits in der ersten Halbzeit so gewesen, hätte ich Bedenken gehabt. So aber war das gar kein Thema.“

Nicht auszudenken aus Sicht des SV Mattersburg, was im Falle eines Spielabbruchs die Folge gewesen wäre. „Dann wäre auch eine Neuaustragung fällig gewesen“, sagt Benkö.

Schüttelfrost, Jubel und Genussmomente

So aber jubelten die Grün-Weißen über den ersten Erfolg seit dem 13. August, als der WAC daheim 3:1 besiegt worden war.

Sehr zur Freude von Trainer Ivo Vastic, der natürlich zugab: „Es ist bei solchen Bedingungen schon leichter für die Mannschaft, die in Führung liegt und nur verteidigen muss. Aber wir haben uns auch gut an die Bedingungen angepasst, haben gekämpft und sind ans Limit gegangen.“ Das unterstrich auch Kapitän Patrick Farkas: „Wir waren alle so fokussiert. Ich habe in keiner Sekunde an die Möglichkeit eines Spielabbruchs gedacht, sondern nur den Sieg im Kopf gehabt.“

Dieser wurde dann nach dem Schlusspfiff auch dementsprechend gefeiert. Erst schlitterten die Profis beim Jubel vor der Haupttribüne durch das Wasser, dann ging es in der warmen Kabine weiter – dort fiel dann im lautstarken Jubel der Druck ab. Schließlich hatten die Spieler davor auch einiges geleistet und sich die drei Punkte mit aller Kraft erkämpft. Farkas: „Ich für meinen Teil hatte nach dem Schlusspfiff Schüttelfrost, der Mix aus Kälte und Nässe hat zugesetzt. Umso angenehmer war dann die lange und heiße Dusche.“

Auch Goalie Markus Böcskör hielt fest: „Alle Kaderspieler waren nach Schluss da, wir sind noch zusammengesessen und haben den Moment einfach genossen.“ Kein Wunder. Nach diesem umjubelten Erfolg gegen den Meister war bei Grün-Weiß auch niemand scharf darauf, rasch das Weite zu suchen.