Erstellt am 17. November 2012, 20:34

Mattersburg unterliegt Rapid 0:3. Rapid hat sich nach den Negativerlebnissen der vergangenen Wochen den Frust von der Seele geschossen. Die Hütteldorfer feierten am Samstag in der 16. Runde der Fußball-Bundesliga einen 3:0-(3:0)-Auswärtssieg über den SV Mattersburg.

Damit kam Rapid zum erst dritten Erfolg in den jüngsten zehn Pflichtspielen und liegen als Tabellendritter weiterhin neun Punkte hinter Spitzenreiter Austria. Die Treffer für die Wiener vor 7.100 Zuschauern im Pappelstadion erzielten Alar per Freistoß-Doppelpack (4., 31.) und Boyd (38.). Bei den Gastgebern musste Seidl bereits in der 41. Minute nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz.

Obwohl die Rapidler schon relativ früh für klare Verhältnisse sorgten, agierten sie deutlich weniger souverän, als es das Ergebnis vermuten ließe - und das trotz eines Traumstarts: Eine Freistoßflanke des wiedergenesenen Alar fand in der 4. Minute an Freund und Feind vorbei den Weg ins Tor.

Dennoch war dem Rekordmeister auch nach der schnellen Führung die Unsicherheit anzumerken. Den Gästen gelangen zunächst praktisch keine zusammenhängenden Aktionen, auch die Mattersburger präsentierten sich nicht besser, waren aber immerhin einen Hauch gefährlicher. In der 6. Minute hatte Goalie Königshofer bei einem Seidl-Weitschuss Mühe, in der 21. Minute köpfelte Bürger aus guter Distanz weit daneben und in der 27. Minute rettete Gerson gerade noch vor dem einschussbereiten Höller.

Erst in der 30. Minute machte Rapid in der Offensive wieder auf sich aufmerksam, als Borenitsch einen Schuss von Boyd parierte. Wenige Sekunden später sorgte Alar für die Vorentscheidung: Der Offensivspieler schob einen Freistoß von der Strafraumgrenze flach ins Tormanneck, Borenitsch hatte mit einem Schuss über die Mauer spekuliert und kam nicht mehr an den Ball. Damit stellte Rapid dank zweier Standardsituationen - zuletzt die große Schwäche der Grün-Weißen - die Weichen auf Sieg.

Das dritte Tor fiel allerdings aus dem Spiel heraus: Der als Kapitän eingelaufene Trimmel zog auf der rechten Seite davon und legte ideal für Boyd auf, der den Ball nur noch aus kurzer Distanz über die Linie befördern musste. Als dann noch Seidl in der 41. Minute Gelb-Rot sah, waren endgültig klare Verhältnisse hergestellt.

Die zweite Hälfte begann mit einem Knaller von Burgstaller, der von Borenitsch gerade noch gebändigt wurde (49.). Danach tröpfelte die Partie bis zum Schlusspfiff ereignislos dahin - die nach wie vor weit von ihrer Topform entfernten Rapidler konnten dem dezimierten Gegner kein Debakel zufügen, gerieten aber auch nie in Gefahr, die Partie aus der Hand zu geben. Dies freute die mitgereisten Fans, die aus Protest gegen die Vereinsführung erst 15 Minuten nach Anpfiff auf die Tribüne kamen und danach lautstark die Absetzung des Vorstandes forderten.

Auch die Situation in Mattersburg ist alles andere als rosig. Der Tabellenachte liegt zwar nach wie vor fünf Punkte vor Schlusslicht SC Wiener Neustadt, hat aber gemeinsam mit den Niederösterreichern die meisten Gegentore erhalten (jeweils 34) und wartet bereits seit zehn Runden auf einen Sieg.

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir haben aus dem ersten Ball gleich ein Tor bekommen und aus dem zweiten das zweite Tor. Dann ist auch noch der Ausschluss dazugekommen, und so war der Rapid-Sieg völlig verdient. Wir waren wieder zu naiv. Die Vorgabe war, das Spiel so lange wie möglich offenzuhalten. Man hat gesehen, wir haben die Hosen voll gehabt."

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): "Das Spiel war okay. Deni Alar ist ein schlauer Spieler und schießt Standards gut. Ich bin erleichtert über den Sieg. Der Spielverlauf war günstig für uns. Mattersburg hat sich mit dem Ausschluss selbst geschwächt, das hat uns in die Karten gespielt."