Erstellt am 30. April 2011, 20:43

Mattersburg unterliegt Sturm 0:4. Der SK Sturm Graz bleibt auch nach der 31. Runde Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Die Steirer feierten einen souveränen 4:0-(1:0)-Heimsieg über den Vorletzten SV Mattersburg und bauten ihren Vorsprung auf die zweitplatzierte Wiener Austria, die 2:4 (1:1) in Wiener Neustadt unterging, auf vier Punkte aus.

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Roman Kienast erzielte aus einem Foulelfer (28.) die Führung, Manuel Weber (54.), Imre Szabics (70.) und Klaus Salmutter (86.) stellten nach der Pause den klaren Erfolg sicher. Und die Sturm-Fans sangen nach dem Schlusspfiff bereits: "Wir werden Meister!"

Sturm ist damit nun schon seit 17 Partien gegen Mattersburg ohne Niederlage, hat die jüngsten sieben Heimspiele gegen die Burgenländer allesamt gewonnen. Für Franco Foda war es das 100. Bundesliga-Heimspiel auf der Sturm-Trainerbank. Der Deutsche hält nun bei 54 Siegen, 26 Remis und 20 Niederlagen in der UPC-Arena. Die Mattersburger, die seit dem 1:0-Heimsieg am 9. Dezember 2006 nicht mehr gegen die Grazer gewonnen haben, mussten nach vier Spielen erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen. Ihr Vorsprung auf Schlusslicht LASK (1:1 im Heimspiel gegen Ried) beträgt aber weiterhin komfortable acht Punkte.

Sturm begann vor 12.780 Zuschauern sehr druckvoll, doch Mattersburg-Schlussmann Borenitsch zeichnete sich bei Großchancen von Salmutter (7.) und Hölzl (8.) mit Glanztaten aus. So ließ die Führung bis zur 28. Minute auf sich warten. Mattersburg-Verteidiger Pöllhuber legte im Strafraum Hölzl (26.), der jedoch beim Abspiel knapp im Abseits gestanden war. Diese Strafstoß-Chance ließ sich Kienast nicht entgehen und stellte mit seinem 17. Saisontor auf 1:0. Er führt nun gemeinsam mit Rapid-Goalgetter Hamdi Salihi die Torschützenliste an.

Zu Beginn der zweiten Hälfte dominierten die Hausherren noch klarer, die logische Folge war der zweite Treffer. Nach einem Corner kam der Ball via Kopf von Schildenfeld zu Weber, der sich auf der linken Seite gegen die Mattersburger Höller und Chrappan durchsetzte und sein Solo mit einem Schuss ins lange Eck perfekt abschloss (55.). Unmittelbar nach diesem Treffer wurden die Mattersburger erstmals in der Partie durch einen Naumoski-Kopfball gefährlich (56./drüber).

Die Grazer ließen sich davon aber nicht beirren und setzten ihren Sturm-Lauf auf die Burgenländer weiter fort - mit Erfolg: Nach toller Vorarbeit des überragenden Bosniers Samir Muratovic besorgte Szabics den dritten Treffer (70.), Salmutter fixierte nach einem Assist des nur wenige Sekunden zuvor eingewechselten Mario Haas den Endstand (86.). Haas überlistete Borenitsch dann noch mit einem Weitschuss, der vom Mattersburg-Tormann klar hinter Linie gefangen wurden - doch Schiedsrichter Einwaller gab den regulären Treffer nicht.

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wichtig ist, dass wir 4:0 gewonnen haben. Ich bin aber dennoch nicht ganz zufrieden. Wir haben dem Gegner in der ersten Hälfte zu viel Raum gelassen, nicht gegen den Ball gearbeitet. Auch dass wir die zwei großen Möglichkeiten zu Beginn ausgelassen haben, hat mir nicht gefallen. Wir haben zu langsam umgeschaltet, das haben wir in der Pause besprochen und dann in der zweiten Hälfte besser gemacht und deshalb in dieser Höhe auch verdient gewonnen. Es ist sehr, sehr schade, dass der Schiedsrichter das wunderschöne Tor von Mario Haas nicht gegeben hat, denn das wäre das Tor des Jahres geworden."

Mario Haas (Sturm-Angreifer): "Ich rechne das heutige Spiel für meine persönliche Bilanz mit einem Tor und einem Assist. Der Schiedsrichter war zu weit weg, und der Assistent war zu langsam, er ist aber nachher zu mir gekommen und hat sich entschuldigt."

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Man kann gegen einen Titelaspiranten verlieren, aber nicht so. Es ist heute kaum was gelungen. Man muss in Graz anders agieren, einige meiner Spieler haben nie ins Spiel gefunden. Das kann passieren. Das einzig Positive, wir haben noch acht Punkte Vorsprung auf den LASK. Sturm ist in dieser Form der Titeltopkandidat."