Erstellt am 28. November 2015, 18:14

von Bernhard Fenz

Verpasster Sieg in Graz!. Der SV Mattersburg hat sich beim Spiel in Graz gegen Sturm nach drei Pleiten in Folge wieder von seiner deutlich besseren Seite gezeigt und ein 0:0 erreicht.

Thorsten Schick (Sturm/links) und Michael Novak (SV Mattersburg)  |  NOEN, APA/Erwin Scheriau
Einzig die Chancenauswertung war mangelhaft, deshalb müssen die Burgenländer – speziell aufgrund der ersten Hälfte - angesichts einiger Hochkaräter auch einem verpassten Sieg nachtrauern.

Sei’s drum: Zumindest hat Grün-Weiß wieder einmal etwas mitgenommen und so die Ergebnis-Negativspirale stoppen können.

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STURM GRAZ - MATTERSBURG 0:0

Die Burgenländer traten im Gegensatz zum 1:6-Heimdebakel gegen Rapid personell stark verändert auf. Thorsten Mahrer, Vitaljis Maksimenko, Alois Höller und Jano blieben diesmal auf der Bank, dafür durften Lukas Rath, Mike Novak, Sven Sprangler und Markus Pink von Beginn weg ran.

Und der SV Mattersburg bewies nach einer gut zwanzigminütigen Abtastphase , die drei jüngsten Niederlagen en suite (Austria 1:2, WAC 1:2, Rapid 1:6) vergessen machen zu wollen. Die Mannschaft von Ivo Vastic agierte zielstrebig und war die weitaus aktivere Mannschaft.

Denn nach einem Warnschuss von Sturms Wilson Kamavuaka (19.) waren es nur noch die Grün-Weißen, denen die Schlagzeilen der ersten Hälfte gehören sollten.

  • 23. Minute: Freistoß Thorsten Röcher, Nedeljko Malic spielte mit dem Kopf auf Lukas Rath retour, der den Ball volley in die Arme von Esser beförderte – eine absolute Top-Gelegenheit auf die Führung.

  • 26. Minute: Freistoß Michi Perlak, der Ball kam zu Rath, der zog ab. Das Runde wurde abgewehrt, prallte auf den Oberschenkel von Malic und kullerte schließlich neben das Tor – die nächste große Gelegenheit.

  • 35. Minute: Kapitän Patrick Farkas schickte Thorsten Röcher auf die Reise, der legte zurück auf Perlak, dessen Schuss Sturm-Goalie Michael Esser (bester Akteur der Steirer zu diesem Zeitpunkt) parieren konnte.

  • 44. Minute: Der Chancen-Schlussakt vor der Pause: Diesmal war es Markus Pink, der hinter der Abwehr lauerte und den Ball von Raths Kopf gescherzelt serviert bekam – einzig der Abschluss der Mattersburger Nummer 32 (er knallte die Kugel deutlich neben die lange Ecke) ließ zu wünschen übrig.

Kurzum: Nicht nur das Torschussverhältnis von 11:2 sprach vor der Pause klar für den SVM, der die deutlich besseren Gelegenheiten vorfand und sich die Führung verdient hätte.

Sturm in Halbzeit zwei etwas verbessert

Aber ohne entsprechenden Abschluss geht es eben nicht. Dafür wurde die Begegnung in der zweiten  Halbzeit deutlich ausgeglichener, denn auch das Team von Franco Foda beteiligte sich nun aktiver am Geschehen. Bei einem Kopfball von Roman Kienast (nach Flanke von Thorsten Schick) landete der Ball neben dem SVM-Gehäuse, gefährlich wurde es dann nach einem Schuss von Daniel Offenbacher (67.), den Mattersburg-Tormann Markus Kuster abwehrte, aber nicht vollständig unter Kontrolle bringen konnte.

Den Abpraller wollte sich Kristijan Dobras aber zu energisch schnappen – und foulte dabei den Schlussmann. Die größte Gelegenheit für Sturm fanden die Gastgeber aber aus einer Standardsituation vor, als Kapitän Michi Madl einen Freistoß an die Stange setzte (74.).

Mattersburg wiederum war durch den eingewechselten Patrick Bürger gefährlich, dessen Knaller aber zu zentral ausfiel. Dann bediente Perlak Patrick Farkas, der mit dem Vollrist abzog, aber das kurze Eck verfehlte (70.).

In der absoluten Schlussphase wurde Sturm dann optisch stärker und wollte offensichtlich den Sieg, Mattersburg hatte das Geschehen aber weitgehend unter Kontrolle und ließ nichts mehr anbrennen, fast sogar noch mehr: Michi Perlak prüfte in der Nachspielzeit Esser mit einem Schuss aus der Drehung, doch es blieb beim Remis.

Weiter geht es für die Burgenländer nach diesem 0:0 bereits am kommenden Mittwoch mit dem Heimspiel gegen Grödig, ehe am übernächsten Sonntag Red Bull Salzburg zu Gast im Pappelstadion ist.


STURM GRAZ - MATTERSBURG 0:0.

Gelb: Madl (55., Kritik), Lykogiannis (77., Foul); Bürger (84., Foul), Höller (92., Foul).

SR: Ouschan.- UPC-Arena, 8.673.

Mattersburg: Kuster; Farkas (81. Höller), Malic, Rath, Novak; Sprangler, Prietl; Röcher (77. Ibser), Perlak, Onisiwo; Pink (59. Bürger).

Sturm Graz: Esser; Potzmann, Madl, Spendlhofer, Lykogiannis; Kamavuaka, Hadzic (46. Offenbacher); Schick, Horvath (69. Edomwonyi), Gruber (46. Dobras); Kienast.


STIMMEN

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wir wollten mit der veränderten Mannschaft und mit den frischen Spielern ein Zeichen setzen. Es hat mich schon zuversichtlich gestimmt, wie sich die Mannschaft im Training präsentiert hat.“

Sturm-Trainer Franco Foda: „Positiv in der ersten Halbzeit war, dass es nur 0:0 stand und dass wir nicht mehr schlechter spielen hätten können. Danach wurde es besser, trotzdem hätten wir es heute nicht verdient, die Partie zu gewinnen.“
 
SVM-Tormann Markus Kuster: „Wir hätten uns den Sieg verdient und können zufrieden sein. Wichtig ist, dass wir wieder angeschrieben haben und dass die Null steht. Es war nach dem 1:6 gegen Rapid eine Reaktion  gefordert, aber darauf dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen. Wir wollen noch mehr punkten im Herbst.“
 
SVM-Verteidiger Lukas Rath: „Wenn es nach den Chancen geht, wäre ein Sieg natürlich drin gewesen. Wichtig ist, aus Graz mit zumindest einem Punkt heimzufahren. Wir sind heute einer für den anderen gelaufen – nur so geht es.“