Erstellt am 20. April 2013, 18:23

Mattersburg verspielt Sieg in Graz. In letzter Minute mussten Mattersburger den Ausgleichstreffer zum 2:2 hinnehmen.

APA12400064-2 - 20042013 - GRAZ - …STERREICH: ZU APA-TEXT SI - Ilco Naumoski (Mattersburg) verlässt das Spielfeld auf der Bahre während der Tipp3-Bundesliga-Begegnung zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und SV Mattersburg am Samstag, 20. April 2013, in Graz. APA-FOTO: ERWIN SCHERIAU  |  NOEN, ERWIN SCHERIAU (APA)
Sturm Graz hat es verabsäumt, zumindest bis zum Wiener Derby am Sonntag vorbei an Rapid Wien auf Platz drei der Fußball-Bundesliga vorzustoßen. Die Hyballa-Elf lag im Heimspiel der 30. Runde am Samstag gegen Mattersburg zur Pause zwar mit 1:0 in Führung, war schließlich aber auf ein Last-Minute-Tor von Sukuta-Pasu (94./12. Saisontor) angewiesen, um mit einem 2:2 noch einen Punkt zu retten.

Madl hatte die Grazer mit seinem ersten Saisontor in Führung gebracht (39.), nach Toren von Pöllhuber (65.) und Bürger (83.) sahen die Burgenländer bereits wie die Sieger aus, ehe Sturms deutscher Stürmer die Steirer erlöste. Sein Teamkollege Florian Kainz hatte beim Stand von 1:1 einen Elfer verschossen (74.). Die drei jüngsten Duelle der beiden Teams endeten jeweils mit einem Remis.

8.000 Zuschauer erlebten zwar eine erste Hälfte auf Augenhöhe, wurden aber kaum mit Höhepunkten verwöhnt. So in der siebenten Minute als sich Sturm-Goalie Focher bei einem hohen Ball schwer verschätzte und der heranrutschende Klem gegen Novak vor der Linie klären musste - Glück auch für die Blackys, weil der Mittelfeldmann den Ball nicht voll traf.

Sturm, ohne den zum "Normalspieler" degradierten Ex-Kapitän Weber, Szabics und Kaufmann (alle verletzt), verstand es nicht, Druck aufzubauen, hinkte spielerisch den zuletzt gezeigten Leistungen klar hinterher. Auch weil die Gäste in der Verteidigung gut standen und selbst immer wieder in die gegnerische Hälfte drängten. Ein gefährlicher Aufsitzer von Klem (18.) blieb vorerst die einzige Möglichkeit für die Hausherren.

Etwas überraschend kam dann auch das 1:0, weniger überraschend aus einem Standard: Nach Bukva-Ecke enteilte der vergleichsweise kleine Madl der Defensive und war per Kopf zur Stelle (39.). Der Riegel war geknackt, der Bann gebrochen. Sturm kam beflügelt durch die Führung aus der Kabine, Schloffer verfehlte erst nach schönem Antritt das Tor (47.) und ließ kurz darauf mit einem Weitschuss die Latte erzittern (50.).

Die größere Gefährlichkeit, geschuldet auch den verstärkten Offensivbemühungen der Gäste, wirkte sich aber nicht auf das Resultat aus. Ganz im Gegenteil: Weil die Abwehr bei einem Eckball schlief, konnte der sträflich vernachlässigte Pöllhuber seelenruhig einköpfeln (65.). Doch es kam noch schlimmer: Erst scheiterte Kainz beim Elfer nach Foul an Klem an Borenitsch (74.), schließlich schoss Bürger die Steirer zu Beginn der Schlussphase k.o. (83.) - die Strafe für den Ballverlust Säumels im Mittelfeld.

Der Sturm-Coach, der sich kurzfristig sogar einige "Hyballa raus"-Rufe anhören musste, brachte schließlich die offensiven Okotie und Ciftci - und wurde sogar noch belohnt. Weil Röcher in der sechsminütigen Nachspielzeit aus fünf Metern das leere Tor verfehlte, kam Sturm im Gegenzug durch einen Kopfball Sukuta-Pasus noch zum Ausgleich. Gut möglich, dass man sich aufseiten der Gastgeber auch über zwei nicht gegebene Elfer (72., 80.) ärgerte.

Peter Hyballa (Sturm-Trainer): "Wir haben uns vor der Partie auf drei Punkte eingeschworen, aber leider zu einfach Tore bekommen. Wir hatten in der zweiten Hälfte die klar besseren Chancen und hätten gewinnen müssen. Aber die Mattersburg-Konter und unsere individuellen Fehler haben das nicht zugelassen. Wir müssen emotional cooler werden."

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): Es ist sehr, sehr mühsam wie das heute abgelaufen ist. Man kann auswärts nicht viel besser agieren als heute in Graz. Wir sind von der Körpergröße her gut aufgestellt, da ist es nicht akzeptabel, zwei Kopf-Tore zu bekommen. Wir haben gegen Rapid geführt, heute wieder, so muss sich die Mannschaft selbst an der Nase nehmen. Das darf man nicht mehr aus der Hand geben."