Erstellt am 03. August 2012, 13:26

Mattersburg will Misere gegen Sturm beenden. Im Heimspiel gegen Sturm Graz treffen die Mattersburger auf einen Gegner, gegen den es seit mehr als fünfeinhalb Jahren keinen Siegesjubel mehr gab.

 Diese Misere soll am Samstagabend (18.30 Uhr) ein Ende finden und der 100. Sieg im 327. Liga-Auftritt bejubelt werden. Die Steirer reisten zwar mit einem Erfolgserlebnis, aber mit Zwistigkeiten hinten den Kulissen ins Pappelstadion.

Das 1:0 bei der Wiener Austria in der Vorwoche bescherte Trainer Peter Hyballa den ersten Sieg im österreichischen Oberhaus. Im Trainingsalltag der Grazer rumort es aber gewaltig. Imre Szabics brach wegen einer Meinungsverschiedenheit mit Hyballa das Training ab, der Ungar ist auch aufgrund noch ausstehender Prämien aus der Vorsaison verärgert. Für die Partie gegen Mattersburg dürfte Szabics, der einen Verweis vom Club erhielt, aufgrund einer Muskelverhärtung ohnehin nicht fit sein.

Auch Mario Haas hat dieser Tage wenig zu bereden. Dem 37-Jährigen soll Hyballa mitgeteilt haben, dass er nicht mehr mit ihm plant. Der darüber wenig erfreute Haas, der bei Sturm bereits im Marketing-Bereich mitarbeitet, schweigt zu diesem Thema. Hyballa führte diese Woche Gespräche mit seinen beiden Routiniers. "Wir haben gesprochen, aber ich spreche auch mit anderen Spielern", berichtete der Deutsche lapidar. Als Schlichter auftreten musste Hyballa auch bei einem Trainingsstreit zwischen Michael Madl und Darko Bodul.

Genug Feuer dürfte bei den Sturm-Kickern also vorhanden sein. Dies wird in Mattersburg zumindest für Hyballa ("Das Wichtigste ist der Zusammenhalt in der Mannschaft") auch notwendig sein. "Das ist ein unangenehmer Gegner. Das Klischee, dass sie nur hinten drin stehen, hat Mattersburg in Salzburg jedenfalls widerlegt. Wir sind gewarnt", sagte Sturms Trainer in Anspielung auf das 2:3 des SVM in der Vorwoche. Dabei hatte Mattersburg den Meister trotz eines 0:2-Rückstands nach 33 Minuten noch an den Rand einer Niederlage gebracht.

Gegen Salzburg Punkte lassen musste in der noch jungen Saison auch bereits Sturm mit einem 0:2 in der 1. Runde. Nach dem darauffolgenden Erfolg in Wien wartet mit Mattersburg nun eine Mannschaft, gegen die es für die Grazer in den jüngsten 21 Bundesliga-Partien bei zwölf Siegen und neun Remis stets Punkte zu holen gab. Zuletzt gewann der Ex-Meister Anfang April 2:0 und holten damit den einzigen Auswärtssieg der vergangenen Saison.

Seit dem 9. Dezember 2006, einem 1:0-Erfolg in Mattersburg, warten die Burgenländer auf ein Erfolgserlebnis gegen die Steirer - für Franz Lederer "ein Zufall". Der Mattersburger Langzeittrainer stempelte den Gast obligatorisch zum Favoriten. "Die Grazer haben auswärts bei der Austria gewonnen, das sagt einiges. Sie werden immer Favorit sein, wenn es gegen Mattersburg geht", sagte Lederer.

Trotzdem erwarte er von seinen Schützlingen, gegen die Großen der Liga mehr als nur mitzuspielen. Die ersten Schritte dafür habe Mattersburg im Frühjahr bereits getan. Lederer: "Wir wollen schon wieder in diese Zeit zurückkehren, wo jeder Gegner ungern nach Mattersburg gefahren ist."