Erstellt am 10. November 2012, 20:28

Mattersburger 1:6-Debakel in Ried. Eine Woche, nachdem die Oberösterreicher der Austria 1:6 unterlegen waren, schossen sie einen inferioren SVM mit demselben Ergebnis ab. Die Lederer-Elf ist damit jetzt schon seit neun Spielen ohne vollen Erfolg.

Der SV Mattersburg musste am Samstag in der 15. Fußball-Bundesliga-Runde eine 1:6 (1:4)-Auswärtsklatsche bei der SV Ried über sich ergehen lassen. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Heinz Fuchsbichler stach bei den Siegern vor allem der nunmehr achtfache Saisontorschütze Gartler mit einem lupenreinen Hattrick (5., 14., 26.) hervor. Die weiteren Rieder Tore erzielten Walch (38., 84.) und Zulj (47.), den Ehrentreffer der jetzt bereits seit neun Ligapartien sieglosen Mattersburger markierte Rodler (31.).

Beide Teams waren in den vergangenen Wochen ihren Ansprüchen deutlich hinterhergelaufen. Mattersburg-Trainer Franz Lederer hatte deshalb eine "enge Kiste" prognostiziert. Die wurde es jedoch nicht, denn seine Truppe wurde von den lauf- und spielfreudigen Innviertlern überrollt. Bereits in der 4. Minute verwertete Gartler eine weite Freistoßflanke von Hadzic per Kopf zum 1:0.

Danach hatte der SVM Glück, dass Referee Krassnitzer ein doppeltes Hands von Malic nicht mit einem Elfmeter ahndete (10.). Das 2:0 fiel aber nur drei Minuten später: Nach Meilinger-Lochpass flankte Schreiner, und Gartler drückte den Ball volley aus fünf Metern über die Linie (13.). Gartlers Hattrick war dann bereits nach 26 Minuten perfekt. Meilinger bediente den Wiener neuerlich mustergültig, und der Goalgetter stellte auf 3:0.

Die größtenteils heillos überforderten Mattersburger gaben ein Lebenszeichen von sich. Nach Eckball von Seidl segelte Ried-Goalie Gebauer am Ball vorbei, und Rodler verkürzte per Kopf mit seinem ersten Ligatreffer auf 1:3 (31.). Die leisen burgenländischen Hoffnungen waren aber schon bald wieder dahin. Walch spazierte durch die Gäste-Abwehr und schoss zum 4:1 ein (38.).

Die Kabinenpredigt von Mattersburg zeigte keine Wirkung. Wenige Augenblicke nach Wiederbeginn tankte sich Trauner auf der rechten Seite durch, den Querpass schob Zulj zum 5:1 (47.) über die Linie. Ried, das unter der Regie von Interimscoach Schweitzer völlig befreit wirkte, drängte auf weitere Tore. Das 6:1 besorgte nach Hammerer-Assist Walch (84.).

Getrübt wurde die Rieder Freude durch die Verletzung von Hinum, der sich kurz vor der Pause einen Mittelfußknochenbruch zuzog. Für Mattersburg bleibt Oberösterreich ein schlechter Boden, erst am 30. Oktober waren die Burgenländer im Cup am Regionalligisten LASK gescheitert.

STIMMEN:

Gerhard Schweitzer (Ried-Trainer): "Wir haben gar nicht viel anders gemacht. Die Mannschaft hat gezeigt was sie kann. Das frühe Tor wirkte wie eine Befreiung. Die erste halbe Stunde haben wir wie aus einem Guss gespielt. Ich hatte am Mittwoch ein gutes Gespräch mit Gartler, er hat seine Lehren daraus gezogen."

Rene Gartler (Ried-Stürmer, Hattrick-Schütze): "Einen Hattrick macht man nicht alle Tage. Wichtig war, gleich die erste Torchance zu nutzen. Unsere Leistung heute hat sich unter der Woche im Training abzeichnet, da haben wir vollen Einsatz gezeigt."

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Ich möchte jetzt nicht zu viel sagen, da hat sich zu viel aufgestaut. Man sollte in derselben Spielklasse nicht 1:6 verlieren. Bei allem Respekt vor Ried, doch sie sind nicht so einzustufen wie Salzburg oder die Austria. Wir sind vom Niveau mit dem Gegner gleichzusetzen."

Fußball-Bundesliga, 15. Runde:

SV Ried - SV Mattersburg Endstand 6:1 (4:1).

Ried, Keine-Sorgen-Arena, 4.200, SR Krassnitzer.

Torfolge: 1:0 ( 4.) Gartler, 2:0 (14.) Gartler, 3:0 (26.) Gartler, 3:1 (31.) Rodler, 4:1 (38.) Walch, 5:1 (47.) Zulj, 6:1 (84.) Walch

Ried: Gebauer - Ziegl, Reifeltshammer, Riegler - Hinum (43. Trauner), Hadzic, Schreiner - Walch, Zulj (87. Nacho), Meilinger - Gartler (81. Hammerer)

Mattersburg: Borenitsch - Farkas, Malic (64. Lovin), Rodler (46. Prietl), Rath - Röcher, Steiner, Seidl, Potzmann - Bürger, Naumoski (46. Höller)

Gelbe Karten: Meilinger, Reifeltshammer bzw. Rodler, Röcher, Steiner