Erstellt am 15. Oktober 2010, 19:59

Mattersburger nach der elften Runde wieder Schlusslicht. Vizemeister Austria Wien hat am Sonntagnachmittag zum Abschluss der elften Runde der Fußball-Bundesliga einen sicheren 3:0-(2:0)-Erfolg in Mattersburg gefeiert.

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Marko Stankovic avancierte mit seinen ersten beiden Bundesliga-Treffern (14., 44.) im Dress der "Violetten" zum Matchwinner für die "Veilchen", die damit auswärts bei vier Siegen und zwei Remis weiter ungeschlagen sind. Für den dritten Treffer sorgte im Dauerregen Mittelfeld-Regisseur Zlatko Junuzovic (71.).

Während sich die Austrianer mit dem 12. Auswärtsspiel ohne Niederlage en suite (9 Siege, 3 Remis) auf Rang vier verbesserten und nur noch drei Zähler Rückstand auf Tabellenführer Innsbruck, der jedoch erst zehn Spiele absolviert hat, aufweisen, haben die Burgenländer bedingt durch den LASK-Heimsieg am Samstag gegen Wr. Neustadt wieder die Rote Laterne übernommen. Der Rückstand der Lederer-Mannschaft, die seit dem 14. April 2007 (1:3) bzw. nunmehr 14 Spielen gegen die Austria (6 Remis, 8 Niederlagen) sieglos ist, auf die Linzer beträgt allerdings nur einen Zähler.

Die Austria begann mit viel Elan. Bereits in der dritten Minute prüfte Junuzovic Mattersburg-Schlussmann Borenitsch, der wenig später bei einem Lattenschuss von Linz (8. nach Idealpass von Klein) auch Glück hatte und bei einem Tadic-Schuss (10. nach Leovac-Pass) erneut auf dem Posten war. Der Goalie der Burgenländer leitete aber auch den ersten Gegentreffer ein: Denn nach seinem schlechten Abschlag verlor Höller den Ball an Junuzovic, dessen Idealpass, den Linz durchließ, Stankovic via Unterkante der Latte zum 0:1 verwertete.

Nach der Führung schalteten die Wiener zurück, Mattersburg kam trotzdem nur zu einer guten Chance in der ersten Hälfte, die aus einem Margreitter-Fehler resultierte und von Mörz kläglich vergeben wurde. Das 2:0 der Austria fiel dann aus heiterem Himmel: Nachdem Baumgartlinger im Stolpern mit Glück genau auf Stankovic weitergeleitet hatte, machte der 24-Jährige nach exakt 43 Minuten mit einem von Chrappan noch abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze seinen Doppelpack perfekt.

In Hälfte zwei begannen die Mattersburger sehr schwungvoll, aber viel mehr als ein abgefälschter Schuss von Seidl knapp neben das Tor schaute für die Gastgeber nicht heraus. Auf der Gegenseite prüfte Baumgartlinger SVM-Keeper Borenitsch mit einem Weitschuss (62.), ehe Junuzovic nach Vorarbeit von Stankovic und Pass von Klein mit seinem satten Schuss aus knapp 15 Metern die letzten Hoffnungen der Burgenländer erstickte.


Meinungen zum Spiel:

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir haben heute einiges falsch gemacht. Solche individuelle Fehler wie vor den Gegentoren nützt eine Mannschaft wie die Austria sofort aus. Dazu hatten wir eine große Chance auf den Ausgleich, die wir ausgelassen haben. Wenn uns da der schnelle Ausgleich gelingt, dann sind wir zurück im Spiel. Wir müssen schauen, dass wir die individuellen Fehler abstellen."
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Es scheint, dass wir uns in Auswärtsspielen um einiges leichter tun als in Heimspielen. Die ersten 20 Minuten haben wir sehr gut gespielt, vor allem sehr gut kombiniert, da lag der Führungstreffer förmlich in der Luft. Danach haben wir leider zurückgeschaltet, deshalb war das zweite Tor so knapp vor der Pause sehr wichtig. Normalerweise müssten wir mit dieser Auswärtsstärke (14 der 18 Punkte in der Fremde geholt, Anm.) an der Spitze der Tabelle stehen. Ich hoffe, dass wir jetzt die negative Heimserie brechen und drei Punkte gegen den LASK machen."

Marko Stankovic (Austria-Doppeltorschütze): "So weit ich mich erinnern kann, habe ich genau vor zwei Jahren mein letztes Bundesliga-Tor geschossen. Deshalb freut mich das heute irrsinnig. Ich will ja auch beweisen, dass mich die Austria zurecht geholt hat. Außerdem muss ich mir immer Geburtstagsgeschenke für meine Schwester überlegen. Und weil sie heute Geburtstag hat, habe ich mir gedacht, dass ich etwas Spezielles auspacken muss."
Zlatko Junuzovic (Austria-Torschütze zum 3:0-Endstand): "Wir hätten sogar mehr Tore schießen können. Wir sind gut gestartet, haben gut kombiniert, haben aber auch einen kleinen Hänger gehabt. Auswärts kombinieren wir befreiter, haben natürlich nicht den Druck den wir zu Hause haben, wo jeder von uns immer drei Punkte erwartet."