Erstellt am 12. August 2015, 06:21

von Martin Ivansich

Mattersburger Punktejagd von Westen nach Osten. Nach dem 4:1 gegen Ried folgt heute das Auswärtsspiel in Altach und am Samstag gastiert der SVM in Wien.

Einsatzfreudig. Der eingewechselte Mattersburger Mittelfeldmann Florian Templ (l., gegen den Rieder Alberto Prada Vega) brachte noch einmal frischen Schwung in das SVM-Spiel. Nur knapp verpasste er in dieser Szene das 4:1. Fotos: Ivansich  |  NOEN, Martin Ivansich
Mattersburg-Trainer Ivo Vastic war nach dem Ausfall von Michael Novak, der sich bei der 1:2-Niederlage in der Südstadt einen Meniskus-Riss zuzog, zum Handeln gezwungen. Kurzum stellte der Mattersburger Coach sein Team deutlich offensiver ein.

Er brachte Mario Grgic statt Sven Sprangler, hinten stand man diesmal mit einer Dreier- statt einer Viererkette. „Mit dem bewussten Risiko, dass wir auch mehr zulassen. Dafür hatten wir aber auch genug Torszenen“, so Vastic.

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Und tatsächlich war es ein offener Schlagabtausch, bei dem sich die Innviertler keineswegs versteckten. Erstmals jubeln durften dann aber die Hausherren als ausgerechnet Bundesliga-Startelf-Debütant Grgic nach einer perfekten Hereingabe von Markus Pink das Pappel-Stadion beben ließ.

Nur kurz währte die burgenländische Freude. Praktisch im Gegenzug glich Rieds Daniel Sikorski aus. Danach hatte Ried seine beste Phase, Sikorski sogar das 1:2 auf dem Fuß. Mit Glück und Geschick überstand der SVM diese kurze Rieder Drangperiode, um dann selbst wieder vorne kreativ zu werden.

„Habe das Vertrauen zurückzahlen können“

Zunächst ließ Grgic noch zwei gute Tormöglichkeiten aus, bevor er fünf Minuten vor der Pause ein zweites Mal feiern durfte. Nach Idealvorlage von Farkas blieb der Steirer im Duell mit Rieds Tormann Gebauer eiskalt.

Naturgemäß war der Doppel-Torschütze, der sich mit seinem bärenstarken Auftritt für weitere Startelf-Einsätze empfahl, nach dem Spiel zufrieden: „Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt. Ich habe versucht, alles zu geben, um dies zurückzuzahlen. Das ist mir, denke ich, sehr gut gelungen.“



Sekunden vor dem Halbzeit-Pfiff sorgte Pink mit seinem obligatorischen Treffer für noch mehr Erleichterung auf der Mattersburger Bank. Denn restlos zufrieden war Vastic mit Halbzeit eins nicht: „Ried hat für meinen Geschmack zu viele Chancen vorgefunden.“

Dieses Problem löste der Coach nach dem Seitenwechsel mit einer Rückkehr zur Viererkette, wodurch die Grün-Weißen defensiv deutlich solider agierten. Ried kam kaum noch gefährlich vor das Mattersburger Tor.

Die Hausherren selbst hätten drei Minuten nach dem Seitenwechsel alles klar machen können, doch Alois Höller köpfelte aus wenigen Metern neben das leere Tor. Somit blieb es Michael Perlak vorbehalten, für die endgültige Entscheidung — an der aber kaum einer der 3500 Zuseher zweifelte — zu sorgen. Nach wunderbarer Kombination mit Florian Templ netzte Perlak zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere ein und fixierte damit den 4:1-Endstand.

Nach zwei Heimsiegen in der noch jungen Bundesliga-Saison heißt die Devise für Kapitän Patrick Farkas und Co. nun: Auswärts anschreiben. Nach der unglücklichen 1:2-Pleite bei der Admira hat man nun gleich zwei Mal in kurzer Zeit die Möglichkeit dazu.

„In der Euro League war Altach top“

Gleich heute, Mittwoch, spielt der SVM im Ländle gegen die noch punktelosen Altacher. Wenn man auf die Tabelle blickt, scheint Mattersburg klarer Favorit zu sein, aber Ivo Vastic warnt: „Altach hat sensationelle Auftritte in der Euro League abgeliefert und auch in der Bundesliga waren die Leistungen nicht so schlecht, wie man vermuten könnte.“

Gleichzeitig weiß der 45-Jährige auch, dass „sein Team in der Lage ist auswärts zu punkten. Vor allem weil wir jetzt auch wissen, dass wir hinten gut stehen.“

Vom Westen geht dann die Bundesliga-Reise weiter in die Bundeshauptstadt, wo man am Samstag auf die bislang starke Wiener Austria trifft.