Erstellt am 11. Mai 2016, 06:24

von Bernhard Fenz

Mattersburger Spagat zwischen Glauben und Hoffen. Der SV Mattersburg muss in Graz an die eigene Stärke glauben und darf nebenbei auf Meister Salzburg hoffen.

Sprunghaftes Mattersburg. Am Sonntag unterlag der SVM dem SK Rapid Wien mit 0:2 (im Bild links Patrick Bürger, Bild rechts Thorsten Mahrer). Vor der Pause verschliefen die grün-weißen Profis ihren Auftritt und traten zu passiv auf. Nach dem Wechsel war die Leistung dann um einiges engagierter, aber es sollte nicht reichen. Heute, Mittwoch, geht es für das Team von Ivo Vastic nach Graz. Fotos: Martin Ivansich/Horst Antos  |  NOEN, Martin Ivansich/Horst Antos
Zwei Runden vor Schluss hat sich im Keller der Bundesliga wenig bis nichts geändert. Die Rieder sind nach dem 2:0-Sieg gegen Grödig durch, Mattersburg und Altach noch nicht.

Denn die Burgenländer konnten die Erfolgs-Gelegenheit beim 0:2 daheim gegen Rapid nicht nützen, also gilt nach wie vor: Ein Punkt ist an den letzten beiden Spieltagen nötig, um sich aus eigener Kraft zu retten – sollte Grödig seine beiden letzten Spiele gewinnen.

„Haben nach wie vor alles in der eigenen Hand“

Da das Duell in der 36. Runde am Sonntag um 17.30 Uhr ausgerechnet Mattersburg gegen Grödig lautet, gewinnt der 35. Spieltag heute, Mittwoch (Ankick ist um 20.30 Uhr), immens an Bedeutung.

Hier gilt: Der Abstiegskampf ist entschieden, wenn Grödig daheim gegen Meister Salzburg nicht gewinnt oder Mattersburg in Graz gegen Sturm zumindest einen Punkt holt. Was den SVM betrifft, werde man sich freilich ausschließlich auf die eigene Leistung in der Steiermark konzentrieren. Trainer Ivo Vastic: „Wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand und schauen deshalb auch nur auf uns.“

„Auftritt wie gegen Rapid nach der Pause“

Der Rest der SVM-Familie wird aber fix auch zumindest ein Auge auf das Parallel-Match in Grödig zwischen dem Schlusslicht und Salzburg werfen, um den Bullen die Daumen zu drücken. Kurzum: Der Mittwoch wird zum Spagat zwischen Glauben an den SV Mattersburg und Hoffen auf Salzburg.

Denn klar ist auch: Nach dem Wahnsinn im Jahr 2013, als Mattersburg am letzten Spieltag noch von drei Teams überholt wurde und absteigen musste, ist bei den Grün-Weißen niemand auch nur ansatzweise neugierig auf ein etwaiges direktes Entscheidungsduell am Sonntag, bei dem Grödig (besseres Torverhältnis) dann ein „einfacher“ Sieg zum Klassenerhalt reichen würde.

Zurück zur Mittwoch-Realität: Hier will Grün-Weiß in Graz anschreiben. Wie das mit dem moralischen Keulenschlag im Rücken von nur einem Punkt aus den letzten sieben Spielen gelingen soll?

Vastic: „Der Glaube ist da, die Mannschaft ist intakt. Ein gutes Rezept wäre ein Auftritt wie in der zweiten Halbzeit gegen Rapid. Da haben wir hinten nicht viel zugelassen und sind vorne zu Möglichkeiten gekommen. In unserer Situation müssen wir natürlich auch das Glück erzwingen. Außerdem wäre es schön, die Saison mit einem Positiverlebnis zu beenden.“

Gleichzeitig warnt der Coach aber auch: „Blauäugig dürfen wir nicht drauflosstürmen.“ Auf personeller Ebene war Michi Perlak (angeschlagen) zu Redaktionsschluss fraglich.