Erstellt am 26. Dezember 2014, 06:48

von Bernhard Fenz

Mattersburgs Ibser: „Zu jung für ein neues Hüftgelenk“. SVM-Profi Alex Ibser unterzog sich einer Hüftoperation und fällt für das Frühjahr aus – ein nötiger Eingriff, um Schlimmeres zu verhindern.

Alex Ibser will spätestens im Sommer wieder sportlich aufstehen und voll angreifen. Foto: Fenz  |  NOEN, Bernhard Fenz
Mattersburg-Boss Martin Pucher gerät oft und gern ins Schwämen, wenn er von Alex Ibser erzählt. Der grün-weiße Präsident schätzt sportlich die Explosivität des Offensivspielers und betont auch immer wieder die positiven Charakterzüge des 23-Jährigen. Ein grundvernünftiger, zielstrebiger Bursche sei hier am Werk – lautet dann die sinngemäße Botschaft.

Vernunft war zuletzt auch das Stichwort für Ibser. Diese setzte sich, gepaart mit einer entsprechenden ärztlichen Empfehlung, gegen den Instinkt durch. Der Instinkt – das ist der unbedingte Wille eines jungen Profifußballers, zu spielen. Weil aber Spielen ohne Schmerzen praktisch nicht mehr möglich war, musste gehandelt werden.

„Ich bin ehrgeizig, aber trotzdem hat die Vernunft überwogen.“
Alex Ibser über die fällige Operation während der Saison,
die eine Pause für das Frühjahr nötig macht, aber dafür
die weitere Karriere sicherstellt

Ob angeboren oder im Lauf der Zeit entstanden, ist jetzt nicht mehr wesentlich. Fakt ist: Ibser litt an einem Hüftproblem (unter anderem war der Hüftkopf nicht passend rund), wodurch das Gelenk gefährlich abgenutzt wurde. Eine Operation war unausweichlich, darum folgte der Entschluss, das Problem noch jetzt im Zuge der Winterpause zu korrigieren, um Schlimmeres zu verhindern.

Schlimmeres? Das wäre im schlechtesten Fall früher oder später ein neues Hüftgelenk. Keine gute Vorstellung für Ibser, der natürlich sagt: „Ich bin mit 23 Jahren noch zu jung für ein neues Hüftgelenk. Darum wurde jetzt operiert. Die Ärzte haben mir dazu geraten. Einerseits wurde die Belastung immer höher und die Beschwerden wurden stärker.“

Noch sind die Krücken ein ständiger Begleiter

Im Herbst konnte der Niederösterreicher (er lebt in Weigelsdorf) nicht jedes Training mitmachen und musste Pausen einlegen, der Begriff Schmerzmittel ist ihm längst nicht mehr fremd. Kein Wunder: „Zum Schluss hatte ich schon während der Bewegung an sich Schmerzen, das war schon am Limit.“

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Also wurde Ibser am 11. Dezember in München operiert. Dort, wo bereits Dominik Doleschal gute Erfahrungen gemacht hat, nachdem ihn ein ähnliches Problem lange Zeit außer Gefecht gesetzt hatte.

Nun wurde der dreifache Herbst-Torschütze gut behandelt, wie er bestätigte: „Ich kann nur Positives berichten, es sieht sehr gut aus und wird von Tag zu Tag besser.“

Noch sind allerdings die Krücken ständiger Ibser’scher Begleiter. Sechs Wochen lang geht nach der OP praktisch nichts, auch wenn die Nummer elf des SV Mattersburg schon im Bett liegend die eine oder andere Aufbauübung durchführen kann. Besser aber ist vorerst, die Genesung noch ruhig anzugehen und sich die Zeit bewegungsarm zu vertreiben.

„Dem Verein dankbar, dass ich das so machen konnte“

Also ist primär Lesen und Fernsehen angesagt. Schließlich soll Ibser die nötige Zeit bekommen, um der Mannschaft wieder topfit helfen zu können. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass ich das jetzt so machen konnte. Im Frühjahr habe ich Zeit, um mich wieder heranzuarbeiten.“

Bis zum Comeback, das der Offensivmotor bewusst nicht genau datieren will (die Sommervorbereitung erscheint nach jetzigem Stand realistisch), muss der SVM also ohne ihn auskommen. Am kollektiven Optimismus ändert das aber nichts – auch nicht beim künftigen Zuschauer Ibser: „Die Mannschaft ist top und hat so oder so das Zeug für den Titel in der Ersten Liga.“