Erstellt am 10. September 2014, 07:02

von Bernhard Fenz

Perlak: „Tabelle anzusehen bringt mir nichts“. SVM-Neo-Spielmacher Michael Perlak hat wenig am Hut mit einer Momentaufnahme. Wichtiger: das nächste Match.

Klarer Fokus: Michi Perlak hat derzeit nur den SVM im Visier.  |  NOEN, Fenz
Mattersburg und der Wiederaufstieg in die Tipico Bundesliga: Nach dem ausgezeichnete Start in die neue Saison ist dieser Gedanke längst nicht mehr abwegig.

„Fokus voll und ganz auf Team gerichtet“

Michael Perlak wird diesen Umstand logischerweise gut finden, mehr aber schon nicht. „Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Ich kenne zwar unsere Bilanz, trotzdem schaue ich mir nicht bewusst die Tabelle an und denke nur von Spiel zu Spiel.“

Wie viele Punkte die Konkurrenz habe? „Ad hoc kann ich das nicht sagen.“ Desinteresse? „Nein, ich will das einfach so, dass der Fokus voll und ganz auf unsere Mannschaft gerichtet ist. Mir bringt es nichts, die Tabelle anzusehen.“

Freilich ist dem 28-Jährigen bewusst, dass am Freitag daheim gegen Liefering ein absolutes Top-Spiel ansteht: „Ich denke, dass wir dieser starken Truppe auch spielerisch genug entgegenzusetzen haben und die Begegnung ein echtes Highlight wird.“

„Wir haben noch Steigerungs-Potenzial“

Schließlich definieren sich die Burgenländer längst nicht mehr primär über den Kampfgeist, auch mit dem Ball ist einiges los – ganz nach dem Geschmack des dribbelstarken Spielmachers. „In der letzten Saison war auch schon genug Qualität vorhanden, nur kannst du eben nicht so locker spielen, wenn es nicht läuft. Jetzt geht vieles leichter, wir haben aber noch Steigerungs-Potenzial.“

Perlak selbst, der in der Vergangenheit zwei Saisonen mit Grödig in der Ersten Liga tätig war (08/09, 10/11) und zuletzt die Austria Salzburg zum Westliga-Titel geführt hatte („In dieser Saison schaffen sie den Erste-Liga-Aufstieg“), hat vor allem im körperlichen Bereich noch Luft nach oben.

Körperlich topfit gegen Liefering?

Denn die große Zehe der Mattersburger Nummer 20 schmerzt seit Wochen hartnäckig, daher kam die Länderspielpause samt intensivem Reha-Programm nicht ungelegen. Das war es aber auch schon mit aktuellen Problemen. Der Rest ist vorwiegend eitel Wonne.

„Mir taugt es extrem hier“, sagt der Jus-Student, der nach seinem Grödig-Engagement 2011 neben der Kickerei in Anif und dann bei der Salzburger Austria das Studium der Rechtswissenschaften in Angriff genommen hat.

Aktuell liegt die Arbeit am zweiten Standbein aufgrund der Profitätigkeit in Mattersburg aber vorerst auf Eis. Schließlich gilt es, im Titelkampf konzentriert zu bleiben und kühlen Kopf zu bewahren – da kann der Paragraphen-Dschungel warten.

Der Gipfel steigt am Freitag im Pappelstadion

Mattersburg empfängt Liefering – die Chance auf den „echten Platz eins“ lebt.

SV MATTERSBURG - FC LIEFERING, FREITAG, 18.30 UHR. Wäre die Meisterschaft jetzt zu Ende, hieße der Bundesliga-Aufsteiger SV Mattersburg. Tabellenführer Liefering ist nicht aufstiegsberechtigt (weil der Klub dann in der gleichen Liga wie der große Konzern-Bruder (Red Bull) Salzburg spielen würde), daher ist im Moment auch Platz zwei ein Aufstiegsknüller.

Weil aber der SVM sportlich erfolgreich sein und überdies nach Möglichkeit auf den „echten ersten Platz“ in der Tabelle klettern will, gehen die Burgenländer topmotiviert in den Hit am Freitag.

Durch U21-Einsätze erst ab Donnerstag in Vollbesetzung

Trainer Ivica Vastic hat mit seiner Truppe die jüngste Pflichtspielpause unter anderem genutzt, um Wehwehchen auszukurieren. Sven Sprangler (Schlag gegen das Bein in Kapfenberg), Michael Perlak (Zehe) oder auch Thorsten Mahrer (Jochbeinbruch – er könnte mit Maske auflaufen) sollten wieder voll einsatzfähig sein.

Die tägliche Arbeit war aber zuletzt durch den (U21-)Teameinsatz von Patrick Farkas, Lukas Rath, Karim Onisiwo und Markus Kuster eingeschränkt, alle vier waren im Zuge der EM-Qualifikation am Werk. Erst morgen, Donnerstag, stehen Vastic wieder alle Spieler für den SVM zur Verfügung. „Das ist natürlich nicht ideal, aber wir freuen uns so oder so auf das Spiel – das wird eine sehr spannende Aufgabe.“

Kommenden Montag geht es dann in Westösterreich weiter – am Dienstag spielt Mattersburg in Innsbruck.

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