Erstellt am 27. Oktober 2011, 18:08

Melzer im Viertelfinale. Titelverteidiger Jürgen Melzer hat sich am Donnerstag für das Viertelfinale der Erste Bank Open in Wien qualifiziert. Dem als Nummer 3 gesetzten Niederösterreicher war von seiner Oberschenkelblessur nichts anzumerken, er setzte sich gegen Spanier Guillermo Garcia-Lopez nach 1:23 Stunden mit 7:5,6:1 recht deutlich durch.

Die Erleichterung war dem zweifachen Titelverteidiger anzumerken: Mit intensiven Therapien in den vergangenen Tagen hat sich Jürgen Melzer auf sein auf Donnerstag verschobenes erstes Einzel wegen einer Oberschenkelblessur vorbereitet. Der als Nummer 3 gesetzte Niederösterreicher hatte im Achtelfinale gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez nur im ersten Satz etwas Mühe, danach fand Melzer beim 7:5,6:1 in 83 Minuten immer besser ins Spiel.

"Ich habe nicht wirklich gewusst, was mich erwartet. Ich habe in den letzten drei Tagen sehr wenig trainiert, alles nur aus dem Stand", erzählte Melzer nach seinem neunten Sieg in Folge in der Stadthalle. "Es ist das Um und Auf, wenn man wieder ein bisschen Vertrauen in seinen Körper bekommt. Am Anfang war es ein bisschen rostig, aber dann habe ich mich besser bewegt, habe ihn mehr spielen lassen und das war dann in Ordnung", resümierte der Weltranglisten-25.

Mit einem Break zum 7:5 sicherte sich Melzer den ersten Satz und spielte danach befreit auf. Melzer bedankte sich auch explizit bei seinem Physio Jan Velthuis, der in den vergangenen Tagen viel Zeit investiert hatte. "Wir haben in den vergangenen Tagen sehr viel gearbeitet, um es möglich zu machen, dass ich spielen kann." Zwei, drei Stiche hat er im angeschlagenen rechten Oberschenkel während des Matches gespürt, doch damit kann er gut leben.

Nun geht es am Freitag (nicht vor 16.30 Uhr/live ORF Sport +) mit Kevin Anderson nicht nur gegen einen 2,03-m-Riesen, sondern auch gegen einen ausgezeichneten Aufschläger. Der als Nummer 6 gesetzte Südafrikaner hat sich heuer bereits auf Platz 32 nach vor gearbeitet. "Es wird sicherlich ein anderes Match als heute. Er verfügt über einen sehr guten Aufschlag, worauf er auch sein Spiel aufbaut", weiß Melzer, der aber auf seinen Return setzt. "Das ist eigentlich einer meiner besten Schläge. Man wird sehen, ob der bessere Aufschläger oder der bessere Return-Spieler gewinnt."

Das bisher einzige Duell mit Anderson hat Melzer 2010 auf Sand in Madrid in drei Sätzen für sich entschieden. Der Weltranglisten-25. ist nach dem Ausscheiden von Dominic Thiem der letzte noch verbliebene Österreicher im Einzelhauptbewerb des 650.000-Euro-Turniers.

Und für seine Wiener Fans in seinem "Wohnzimmer" würde Melzer noch gerne länger im Bewerb bleiben. "Normalerweise braucht man eine Pause, um das auszuheilen, aber das will ich mir nicht gönnen. Es macht mir riesig Spaß. Jedes Match, das ich hier spielen kann, taugt mir, und Ziel ist es, am Sonntag dabei zu sein.

Doch zuvor steht ihm Anderson im Weg, den sein Manager Ronnie Leitgeb und auch er selbst als aufstrebenden Star beschreiben. "Ich würde mich wundern, wenn er in den nächsten zwei Jahren nicht zumindest in den Top 15 steht", konstatierte Leitgeb, und Melzer ergänzte: "Er hat heuer schon gute Leute geschlagen und ist ein sehr gefährlicher Spieler. Mir taugt es, gegen solchen Leute zu spielen."

Und das womöglich vor so vielen Fans wie möglich. Melzer bedankte sich bei jenen, die gekommen waren und ihm die Daumen gedrückt haben. "Es ist schön, dass die Leute hinter einem stehen, auch wenn man nicht so einen guten Herbst gehabt hat." Für den Freitag erhofften die Veranstalter noch etwas mehr Fans. "Ich freue mich über jeden, der kommt", sagte Melzer.