Erstellt am 23. Januar 2011, 11:35

Melzer/Petschner im Doppel-Viertelfinale. Auch am für Jürgen Melzer im Einzel spielfreien Tag hat der 29-jährige Niederösterreicher seine Sieges-Serie bei den Australian Open in Melbourne fortgesetzt.

Sechstes Match, sechster Sieg für Jürgen Melzer bei den Australian Open 2011: Der Achtelfinalist im Einzel, der am Montag gegen Andy Murray (GBR-5) um sein zweites Major-Viertelfinale nach den French Open im Vorjahr kämpft, qualifizierte sich am Sonntag an der Seite seines deutschen Freundes Philipp Petzschner bereits für das Doppel-Viertelfinale. Nach dem sicheren 6:3,6:2 über Björn Phau/Janko Tipsarevic (GER/SRB) trifft das österreichisch-deutsche Duo im Schlager nun auf die topgesetzten Bob und Mike Bryan aus den USA.

Sollten sich Melzer/Petzschner auch über diese Hürde hinwegsetzen, könnte es im Halbfinale zum Österreicher-Duell kommen: Denn auch Lukasz Kubot/Oliver Marach (POL/AUT-4) feierten am siebenten Spieltag im Melbourne Park ihren dritten Erfolg und fertigten die Italiener Daniele Bracciali/Potito Starace 6:3,6:1 ab. Der Steirer und der Pole treffen nun entweder auf Eric Butorac/Jean-Julien Rojer (USA/AHO) oder auf die Spanier David Marrero/Ruben Ramirez Hidalgo. Gewinnen auch Kubot/Marach, steht einer der Österreicher im Endspiel.

Mit dieser Doppelform könnte sich Melzer eigentlich auch auf das Aufeinandertreffen mit den starken Bryan-Zwillingen freuen. "Ich weiß nicht, ob man sich da freut. Das ist sicher das beste Doppel der Welt, aber wir haben jetzt bis auf den ersten Satz, den wir hier gespielt haben, wirklich ordentliche Leistungen geboten. Wir können mit breiter Brust da reingehen, und werden schauen, dass wir ins Halbfinale einziehen können", sagte Melzer nach seinem dritten Doppel-Auftritt, der quasi auch gleich als Trainingseinheit für den nächsten großen Einsatz am Montag diente.

Ein Aufeinandertreffen mit Kubot/Marach würde ihn natürlich reizen. "Das wäre natürlich toll, dann hätten wir einen Österreicher im Finale." Sein Doppelpartner Petzschner weiß natürlich, dass für Melzer das Einzel Priorität hat. "Ich glaube, dass wir eine gute Chance haben, zu gewinnen, aber um ganz ehrlich zu sein, das Match morgen ist für Jürgen einmal wichtiger." Für den Deutschen steht überhaupt der Spaß im Vordergrund, er sieht den Sieg nicht als das wichtigste Element an.

"Es ist schön, weil wir auch sehr gut befreundet sind mittlerweile. Es gibt nichts Schöneres, als mit einem Freund einem Hobby nachzugehen und das als Beruf ausüben zu können, es macht einfach tierisch Spaß", sagt der stets freundliche Deutsche. Aber es gäbe auch wichtigere Dinge im Leben als Sieg und Niederlage, wie dass es der Familie und den Freunden gut gehe und er auch verletzungsfrei bleibe. "Darum ist es mir auch relativ egal, ob ich gewinne oder verliere, Hauptsache es macht Spaß. Das tägliche Leben findet woanders statt", sieht Petzschner über den Tellerrand des Sportlerlebens hinaus.

Federer über Melzer: "Er kann noch weiter nach vorne kommen"

Roger Federer, der am Sonntag mit einem Vier-Satz-Erfolg über Tommy Robredo in sein 27. Major-Viertelfinale en suite eingezogen ist, hat nach seiner Match-Analyse auf APA-Anfrage auch einen Kommentar zu Jürgen Melzers Aufstieg in die Top Ten abgegeben und sich an seinen eigenen Aufstieg in diesen erlauchten Kreis erinnert.

"Ich kann mich noch gut erinnern. Als ich Hamburg gewonnen habe, bin ich von Rang zwölf auf acht vorgerückt. Acht ist sogar noch meine Lieblingszahl", erinnerte sich Federer an seinen Turniersieg in der Hansestadt 2002. Im gleichen Jahr holte Federer übrigens auch den ersten von zwei Wien-Titeln en suite. "Schafft es der Jürgen in die Top Ten? Ich hoffe es natürlich für ihn. Ich kenne Jürgen auch schon lange, habe 1996 bei der Orange Bowl mit ihm Doppel gespielt. Er hat ein sehr gutes Jahr hinter sich, hat solide gespielt. Und inzwischen durfte ich ja auch gegen ihn spielen, und habe gesehen, wieso er so gefährlich ist. Er kann noch weiter nach vorne kommen. Zwischen den Rängen 15 und sechs ist der Unterschied nicht groß, da ist für ihn schon noch etwas möglich."