Erstellt am 19. Mai 2011, 16:46

Melzer schätzt Chance auf Paris-Antreten auf 70:30. Jürgen Melzer ist am Donnerstag an die Stätte seines bisher größten Erfolgs zurückgekehrt. 2010 hat er in Paris mit einem sensationellen Lauf bis ins Halbfinale des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres den Durchbruch in die absolute Weltspitze geschafft.

Jürgen Melzer ist am Donnerstag an die Stätte seines bisher größten Erfolgs zurückgekehrt. 2010 hat er in Paris mit einem sensationellen Lauf bis ins Halbfinale des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres den Durchbruch in die absolute Weltspitze geschafft. Ein Jahr später ist Melzer die Nummer acht der Welt und hätte eigentlich eine prächtige Ausgangslage - wäre da nicht eine Rücken-Verletzung.

"Es ist nicht so, dass es super ist, ich bin nicht schmerzfrei", berichtete Melzer kurz vor seinem Abflug in Wien in einem Interview mit dem ORF-Fernsehen. Von der Grundlinie habe er in seinem ersten Training am Vortag überhaupt keine Probleme gehabt, allerdings habe er beim Aufschlag Schmerzen. "Wir werden schauen, was wir in den nächsten paar Tagen rausholen können und wie schmerzfrei ich das hinkriegen werde." Melzer hofft vor allem, dass die Schmerzen sich nicht verschlimmern und wünscht sich außerdem, dass er nicht schon zu den wenigen gehört, die bereits am Sonntag (je 16 Herren- und Damen-Einzel) spielen müssen.

"Ich hoffe, dass ich so schmerzfrei wie möglich an den Start gehen kann. Ein bisschen Zähne zusammenbeißen muss sowieso drinnen sein", gab sich Melzer vor dem Abflug in Schwechat kämpferisch. Ein Belastungstest am Samstag soll letzte Erkenntnisse über seinen körperlichen Zustand geben. "Ich werde einen langen Satz unter Turnierbedingungen spielen, und sehen, ob alles hält. Best-of-five ist halt lange, da hilft es auch nichts, eine Stunde zu trainieren. Wie es wirklich ausschaut, wird man erst nachher sehen."

Melzer feiert am Sonntag seinen 30. Geburtstag, für den er nur einen Wunsch hat. "Einen guten Rücken. Das ist das einzige, was ich brauchen kann." Vielleicht meint es auch die Auslosung am Freitag gut mit ihm. Kommt er in die "richtige" Tableau-Hälfte, dann muss er erst am Dienstag erstmals einlaufen. "Das würde natürlich viel helfen. Es ist ein bisschen ein Fragezeichen, wie es sich in den nächsten Tagen gestaltet, aber man darf die Zuversicht nicht verlieren."

Mit "70 Prozent" stuft Melzer die Chance ein, dass er ganz normal spielen kann. Die Erinnerungen an seinen tollen Lauf im Vorjahr, als er sich erst im Halbfinale dem späteren Sieger Rafael Nadal hatte geschlagen geben müssen, werden ihm zusätzliche Kräfte geben. "Ich freue mich drauf. Es ist toll wieder dorthin zukommen, die Erinnerungen vom letzten Jahr aufzusaugen. Wenn der Rücken hält und ich spielen kann, dann steht einem erfolgreichen Turnier nichts im Weg."