Erstellt am 01. Juli 2013, 19:29

Melzer verpasste Wimbledon-Viertelfinale knapp. Jürgen Melzer hat es knapp nicht geschafft, als erster Österreicher das Wimbledon-Viertelfinale zu erreichen. Der Niederösterreicher unterlag am Montag bei den mit 26,35 Millionen Euro dotierten All-England-Tennis-Championships in London dem Polen Jerzy Janowicz nach 3:12 Stunden in fünf Sätzen mit 6:3,6:7(1),4:6,6:4,4:6. Der 2,03 Meter große Sieger servierte 14 Asse.

Womit auch schon die gefährlichste Waffe von Melzers Gegner beschrieben war. Und der polnische Aufsteiger setzte seinen krachenden Aufschlag gegen den österreichischen Routinier ein, wo es nur ging. So auch im letzten Satz, in dem der als Nummer 24 gesetzte Weltranglisten-22. aus Lodz durch einen fatalen Doppelfehler Melzers das Break zum 2:1 schaffte und danach mit den Assen zwölf bis sechzehn die entscheidenden Akzente bei seinen folgenden Spielgewinnen setzte.

"Es wäre eine super Möglichkeit gewesen, wenn man weiß, man spielt gegen Kubot im Viertelfinale. Aber um eine Partie gegen solche Aufschläger zu gewinnen, muss man die wenigen Chancen, die man bekommt, nützen. Und das habe ich nicht", sagte der Niederösterreicher. "Ich habe über fünf Sätze sehr gutes Tennis gespielt. Das tut richtig weh."

Melzer trauerte den vergebenen Break-Möglichkeiten nach, zwei nimmt er voll auf seine Kappe. "Das sind die Punkte, die man braucht, um so ein Match zu gewinnen. Da bist du endlich mal in einer Rallye drinnen und weißt, das musst du machen. Aber dann hast enormen Druck und dann passieren Fehler." Es sei sehr bitter, wenn man das Gefühl habe, dass man über fünf Sätze so viel besser gewesen sei. "Wenn der Ball im Spiel war, war ich die ganze Zeit dominant. Ich kann mir nichts vorwerfen."

Unmittelbar nach der Niederlage sei es schwierig, aber natürlich sei das Wimbledon-Achtelfinale ein Riesenerfolg. "Ich habe das erst zwei Mal geschafft." Er sei, was die erreichten Punkte in diesem Jahr betrifft, "ganz gut im Soll".

Ausgescheiden ist in der dritten Doppel-Runde auch Alexander Peya im Doppel. Dabei waren der Wiener und seine brasilianischer Partner Bruno Soares am Montag als Nummer drei des Turniers die Favoriten gegen die indisch-französische Paarung Rohan Bopanna/Edouard Roger-Vasselin gewesen. Am Ende setzte es für die dreifachen Saisonsieger aber eine 4:6,6:4,6:7,2:6-Niederlage.

Nun liegt es an Julian Knowle und Melzer im Doppel Österreichs Fahnen hochzuhalten. Der Vorarlberger besiegte an der Seite des Inders Mahesh Bhupathi die Kanadier Jesse Levine/Vasek Pospisil 6:2,6:4,3:6,6:4. Im Viertelfinale warten nun wahrscheinlich mit den Bryan-Zwillingen das beste Doppel der Welt. Melzer zog mit dem US-Amerikaner James Blake durch ein überraschend glattes 6:4,6:0,6:1 gegen die Franzosen Michael Llodra/Nicolas Mahut in die dritte Runde ein.