Erstellt am 10. August 2011, 00:00

Milletich beerbt Kaplan. BURGENLÄNDISCHER FUSSBALLVERBAND / Hinter den Kulissen wird an der Nachfolge von BFV-Präsident Karl Kaplan gebastelt: Neuer Boss wird wohl Gerhard Milletich.

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VON BERNHARD FENZ

Was 2004 begann, wird am 3. März 2012 zu Ende gehen: Karl Kaplan zieht sich als Präsident des Burgenländischen Fußballverbandes zurück. Mit 69 Jahren wird der Oberpullendorfer bei der nächsten Hauptversammlung für keine (weitere) Wiederwahl zur Verfügung stehen. Mein Entschluss steht fest. Kein Wunder also, dass die Versuche, den ehemaligen ÖVP-Landesrat zu einer weiteren Amtszeit zu überreden, mittlerweile versandet sind Fußball-Burgenland bereitet sich auf die Zeit nach Karl K. vor.

Die Aufgabe ist ehrenvoll,  man kann viel bewegen

Bereits sieben Monate vor der Wahl es ist Kaplans Wille, für eine geordnete Amtsübergabe zu sorgen scheint die bis dato schwierige Suche nach einem Nachfolger erfolgreich beendet zu sein. Freilich ist nicht ausgeschlossen, dass doch noch ein weiterer Kandidat auftaucht. Das wäre aber derzeit reine Spekulation, in Wahrheit sieht es nicht danach aus.

Fakt ist dafür: Gerhard Milletich, Chef des Bohmann-Verlags in Wien, Obmann des Ostligaklubs SC/ESV Parndorf und aktueller Vizepräsident des Verbands, wird wie er gegenüber der BVZ auch bestätigte als möglicher neuer BFV-Präsident kandidieren: Ich werde mich der Wahl stellen. Die Aufgabe ist ehrenvoll, außerdem ist viel zu bewegen. Aufgrund meiner Tätigkeiten kann ich sicher einiges für den Verband einbringen.

Der neue Präsident wird  mehrgleisig fahren

Fragt sich allerdings, mit welchem Zeitbudget? Milletich (55) ist schließlich ein Geschäftsmann, der noch voll im Berufsleben steht, ganz zu schweigen von der Tätigkeit als aktiver Klubfunktionär. Dessen ist sich der Pragmatiker Kaplan bewusst: Ich bin Pensionist und habe meine Funktion in der Freizeit ausgeübt. Du findest in Wahrheit aber niemanden mehr, der so ein Amt in dieser Form ausüben will. Der jetzige BFV-Präsident betont beim nötigen Anforderungsprofil für den Nachfolger andere Prioritäten: Gerhard Milletich verfügt über große Qualität, ein gutes Netzwerk und kennt sich zudem im Fußballgeschehen aus.

Zeit sei, wie der Parndorfer klarstellt, außerdem vor allem eine Einteilungssache machbar und vereinbar ist die Funktion auf jeden Fall. Dafür gibt es übrigens auch auf noch höherer Ebene ein gutes burgenländisches Beispiel: Martin Pucher. Der Obmann des SV Mattersburg und Chef der Commerzialbank war von Ende 2005 bis Ende 2009 vier Jahre lang Präsident der Fußball-Bundesliga eine dreigleisige Geschichte also.

In dem Zusammenhang stellt Milletich auch eine notwendige Basisvoraussetzung klar: Wir müssten uns natürlich so aufstellen, dass der Verband gut organisiert ist. Durchaus positiv sieht der Obmann des Ostliga-Meisters für ein etwaiges Präsidentenamt übrigens, dass er die letzten Jahrzehnte in Parndorf tätig war: Ich habe das Funktionärsleben von der Pike auf gelernt und kenne mich in diesem System aus. Da kann mir niemand ein Gschichtl reindrücken.

Neue Organisation und  eine neue Besetzung

Neben einem neuen Präsidenten wird sich 2012 beim Verband auch auf einer weiteren wichtigen Ebene etwas tun. Geschäftsstellenleiter Hans Schneider verabschiedet sich im April in den Ruhestand. Wer ihm folgen wird, ist offiziell noch nicht bekannt.

Fußballverbandspräsident Karl Kaplan ist zufrieden. Der 68-

Jährige sieht in Parndorf-Obmann Gerhard Milletich (kleines Bild, l.,

neben Landeshauptmann Hans Niessl) den geeigneten Nachfolger. Dieser wird sich im März 2012 der Wahl stellen. PEKOVICS/FENZ