Erstellt am 02. August 2011, 10:55

Muster noch in Bukarest und Wien auf ATP-Tour. Seit dem Beginn seines "Experiments" am 29. Juni 2010 beim ATP-Challenger in Braunschweig sind rund 13 Monate vergangen. Der mittlerweile 43-jährige Thomas Muster wollte es noch einmal wissen, trainiert seit eineinhalb Jahren so intensiv, dass er Bewunderung auch aus dem Kreis seiner weit jüngeren Profikollegen erntet. Die nackte Bilanz fällt jedoch bescheiden aus.

Seit dem Beginn seines "Experiments" am 29. Juni 2010 beim ATP-Challenger in Braunschweig sind rund 13 Monate vergangen. Der mittlerweile 43-jährige Thomas Muster wollte es noch einmal wissen, trainiert seit eineinhalb Jahren so intensiv, dass er Bewunderung auch aus dem Kreis seiner weit jüngeren Profikollegen erntet. Die nackte Bilanz fällt jedoch bescheiden aus.

Rein von den Ergebnissen her betrachtet, hat der früheren Nummer 1 der Welt all die Plage bisher nur einen Sieg und 18 Niederlagen gebracht. So auch jene in der ersten Kitzbühel-Runde am Montag gegen Philipp Kohlschreiber - nach nur 66 Minuten hieß es 3:6,0:6.

"Die Challenger-Ebene ist eine ganz solide Klasse und ein paar Ausflüge so wie dieser hier - da sieht man eh, dass es seine Grenzen hat. Da gibt es keine leichte Auslosung mehr, da kannst du es drehen und wenden wie du willst", erklärte Muster, der Neo-Turnierdirektor Alexander Antonitsch ein fast volles Stadion bescherte. "Aber man darf es nicht überziehen", erklärte der Steirer. Auch wenn einem Veranstalter kaum Besseres passieren kann, so stellt Muster klar: "Die eine Ebene ist die geschäftliche und es ist auch okay, dass das Stadion voll ist. Dann gibt's auch eine sportliche, da muss man schon ein bisserl vergleichen." Man dürfe es nicht ausreizen.

Im Klartext soll das heißen, dass Muster seine zweite Karriere bald nur noch auf Challenger-Turniere reduzieren wird. 2012 wird er noch weiter spielen, aber möglicherweise nicht mehr das gesamte Jahr und mit reduziertem Challenger-Turnierplan. Spätestens zum 45. Geburtstag am 2. Oktober 2012 soll Schluss sein.

Noch sieht der 44-fache Turniersieger Steigerungsmöglichkeiten bei sich, allerdings wird die Luft nach oben immer dünner. "Es geht schon Woche für Woche nach wie vor besser, aber die Sprünge werden extrem klein. Es ist irrsinnig viel Aufwand für ein halbes Prozent da, und ein Prozent dort", gesteht das Arbeitstier Muster und natürlich ist der fehlende messbare Erfolg auch ein Übel. "Es täte natürlich auch gut, einmal ein Match zu gewinnen für das Selbstvertrauen."

Der Gang in die Future-Ebene ist für Muster, den vielleicht fittesten 43-Jährigen in Österreich, aber kein Thema. "Natürlich könnte ich auf diesem Level vielleicht ein paar Finali spielen, aber das mag ich nicht mehr." San Marino, Cortenons und Manerbio (alle in Italien) sowie nach einer Woche Pause Genua, ein weiterer ATP-Tour-Ausflug nach Bukarest und ein Madrid-Challenger. Bis zu seinem zweiten Stadthallen-Auftritt in Wien nach seinem Neustart hat Muster noch ein intensives Programm vor sich.

Nach Wien im Herbst will er die Ausflüge zu größeren Turnieren aber bleiben lassen."Vielleicht komme ich nächstes Jahr her und spiele auch gern Quali, da nehme ich niemanden was weg. Es gibt vielleicht nächstes Jahr mehrere Spieler, die sich aufdrängen, hier eine Wildcard zu haben", sagt Muster.

Das im Oktober zweijährige Töchterchen Maxim war am Montag mit Musters Frau Caroline und dessen Eltern unter den Zuschauern. Ein Umstand, der dem zweifachen Familienvater durchaus etwas bedeutet. "Es ist schön, dass sie in irgendeiner Form noch etwas gesehen hat und man ihr sagen kann, da warst du schon dabei. Das hat auch eine gewisse Wertigkeit. Mein Sohn hat das nie erleben können, meine Tochter hat das mitbekommen und das ist eine klasse Sache", ließ sich Muster in die Seele blicken.