Erstellt am 07. November 2014, 22:55

von Bernhard Fenz

Nächste Niederlage beim Angstgegner. Der SV Mattersburg verlor auswärts gegen den FC Liefering mit 1:3, setzte die schwarze Serie gegen die jungen Bullen fort und liegt nun aktuell fünf Punkte hinter Leader LASK auf Platz drei.

SALZBURG,AUSTRIA,07.NOV.14 - SOCCER - Sky Go Erste Liga, FC Liefering vs Sv Mattersburg. Image shows Felipe Augusto Rodrigues Pires (Liefering) and Patrick Farkas (Mattersburg). Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl - For editorial use only. Image is free of charge.  |  NOEN, GEPA pictures/ Mathias Mandl

Fünfte Niederlage im sechsten Spiel gegen den FC Liefering: Die Meisterschafts-Bilanz gegen den Erste-Liga-Aufsteiger des Vorjahres ist für den Bundesliga-Absteiger des Vorjahres nicht besser geworden. In der aktuellen Saison setzte es nach dem 3:6 am 12. September nun eine 1:3-Pleite.

Da der FC Liefering als zweite Red-Bull-Konzern-Mannschaft nach Salzburg nicht im Oberhaus spielen und somit aufsteigen darf, sind die 35 Punkte und Platz zwei für den SVM zwar kein Beinbruch. Viel schwerer aber wiegt der Umstand, dass die Burgenländer das Duell in Salzburg – und somit wertvolle Punkte im Aufstiegskampf gegen Tabellenführer LASK – verloren haben. Nach der 1:3-Niederlage führen die Linzer, die ihrerseits wiederum beim FAC nicht über ein 0:0 hinauskamen, mit 37 Punkten. Einen Zähler dahinter liegen die für den Gang nach oben im Leo befindlichen Lieferinger, fünf die sehr wohl aufstiegsberechtigten Mattersburger.

<strong>Hier geht&#39;s zur aktuellen Tabelle der Sky Go Ersten Liga!</strong>

In einer an zwingenden Möglichkeiten armen ersten Hälfte fiel zu Beginn vor allem die faire Herangehensweise beider Teams auf. Ganze 9:20 Minuten dauerte es, ehe Schiedsrichter Andreas Feichtinger erstmals das Spiel aufgrund eines Fouls unterbrechen musste. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alois Höller bereits die erste gute Gelegenheit für die Burgenländer vorgefunden, sein Schuss nach einem Eckball ging aber aufgrund zu viel Rückenlage über das Tor. Das war es jedoch schon mit dem SVM, was die Offensive betrifft. Noch ein Höller-Kopfball und der eine oder andere zaghafte Versuch im Konter standen auf der Haben-Seite, der Rest war farblos.

Aber auch die Lieferinger taten sich trotz einer optischen Überlegenheit schwer, Löcher in der gut stehenden grün-weißen Abwehr zu finden. Dann und wann kamen die Salzburger in die Gefahrenzone, die Riesengelegenheit blieb aber aus. Als dann schon alle mit einer Nullnummer zur Pause rechneten, zauberten die Jungbullen doch noch die bislang schönste Aktion des Spiels auf den Rasen – die auch glatt mit der Führung belohnt wurde: Lucas Venuto tankte sich per Doppelpass wunderbar durch, trickste sich durch die Mattersburger Abwehr und schloss per Flachschuss ins Eck ab.

Statt Aufholjagd Schock gleich nach der Pause

Das Einschwören der Gäste vor dem Anpfiff war nach der Pause gerade einmal eine gute Minute lang her, da wurden die besten Vorsätze auch schon von der bitteren Realität eingeholt. Ballverlust Mattersburg in der eigenen Hälfte, Stefan Savic behauptete die Kugel elegant und servierte sie Felipe Pires, der den Ball an Kuster vorbei zum 2:0 ins Netz schob. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine zwei Minuten nach Wiederbeginn gespielt. Kuster war es dann, der in Minute 53 einen abgefälschten Pires-Schuss parieren konnte und so Tor numero drei verhinderte.

Die Mannschaft von Trainer Ivo Vastic fand auch in der Folge kein geeignetes Mittel, um konstruktiv nach vorne zu agieren. Entweder agierten die Gäste einfach zu harmlos, oder der letzte Pass funktionierte nicht. Einmal sorgte Jano für Gefahr, da allerdings per Freistoß - also aus einer Standardsituation.

Besser machten es die Heimischen, die eine Viertelstunde vor Schluss die Entscheidung in diesem Spitzenspiel besorgten. Der eingewechselte Mergim Berisha (16) sorgte bei seiner Ersten-Liga-Premiere nach nur einer Minute gleich für seinen ersten Treffer, als ein Ball in die Mitte über den rutschenden Novak direkt zu ihm gelangte und er das Runde nur noch an Kuster vorbeibefördern musste.

Zwar kam Mattersburg nach der besten – weil effektivsten - Offensivaktion durch Karim Onisiwo (er schupfte den Ball vorbei an Goalie Bredlow über die Linie) noch zum 3:1, mehr als Ergebniskosmetik war das aber in einer etwas ambitionierteren grün-weißen Schlussphase letztlich nicht mehr – auch weil Alex Ibser nach einem Fehler von Felix Adjei (und auch zwei Minuten später noch) die große Gelegenheit zum 3:2 nicht nutzen konnte, um das Spiel noch einmal wirklich spannend zu machen, und Nedeljko Malic in der Nachspielzeit aus kurzer Distanz über das Tor knallte.


STATISTIK

LIEFERING – MATTERSBURG 3:1 (1:0).

Torfolge: 1:0 (41.) Venuto, 2:0 (47.) Pires, 3:0 (74.) Berisha, 3:1 (78.) Onisiwo.

Gelb: Pires (32., Unsportlichkeit); Höller (40., Foul), Jano (52., Foul).

SR: Feichtinger.- EM-Arena Wals-Siezenheim, 413.

Liefering: Bredlow; Adjei, Petrovic, Reischl, Wiesinger; Brandner (35. Joppich), Rasner, Savic, Ripic (74. Berisha); Venuto, Pires.

Mattersburg: Kuster; Farkas (58. Ibser), Malic, Mahrer, Novak; Höller (87. Fran Sanchez), Prietl, Jano, Sprangler; Röcher (46. Doleschal), Onisiwo.


STIMMEN

Mattersburg-Trainer Ivica Vastic: „Wir haben versucht, in der Defensive die Mitte zuzumachen, leider waren wir in den Phasen der Gegentore nicht konsequent genug. Da haben wir die Räume nicht eng genug gemacht. Die heutige Leistung war sicher nicht das, was wir können. Hätten wir am Ende aber eine der Top-Chancen genutzt, wäre Liefering möglicherweise noch nervös geworden. Vielleicht sind wir noch nicht soweit, um noch konstanter zu sein, aber wir arbeiten daran.“

SVM-Goalie Markus Kuster: „Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben - hinten nichts zuzulassen und vorne die Chancen zu nutzen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir da wieder rauskommen und vor allem einmal hinten kein Gegentor erhalten – das sind unsere Ambitionen.“

Liefering-Trainer Peter Zeidler: „Wir sind sehr zufrieden mit den Jungs, alle Spieler sind eine Bereicherung.“