Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Neuanfang in der Heimat. TIPP3 BUNDESLIGA / Max Schmidt und Toni Pauschenwein haben ihre  zweite Karriere gestartet: Die zwei Ex-Profis arbeiten im SVM-Nachwuchs und in der Fußballakademie.

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VON BERNHARD FENZ

Set Montag bereiten sich die Profis des SV Mattersburg auf die neue Saison vor. Nicht mehr dabei sind der nach Salzburg abgewanderte Stefan Ilsanker und Ivan Parlov. Es gibt aber auch eine Abgangliste, an die nicht jeder gleich denkt und die sich nach den Verträgen, die mit 30. Juni auslaufen, richtet. Etwa jener von Goalie Stefan Bliem, der im Sommer 2011 durch Markus Böcskör ersetzt wurde, aber am Papier sehr wohl noch Mattersburger war.

Akademie-Administrator  SVM-Nachwuchstrainer dort

Auch zwei langjährige Profis, die im Winter vom Bundesliga-Kader zu den Amateuren versetzt wurden, sind erst mit Ende Juni offiziell nicht mehr dabei: Markus Schmidt (34) und Toni Pauschenwein (31). Beide bleiben im Gegensatz zu den oben erwähnten scheidenden Personen aber im grün-weißen Betrieb, der nahtlose Übergang zum nächsten Lebensabschnitt wurde konzernintern bereits vollzogen.

Pauscheinwein folgte in der Fußballakademie Marco Amminger und ist für die Administration verantwortlich. Seit Jänner war der in Sigleß lebende zweifache Familienvater sowohl am Schreibtisch als auch bei den Amateuren im Einsatz. Nun zog er einen Schluss-Strich unter seine Fußballkarriere. „Ich fange um acht Uhr an, um 17 Uhr ist immer Training, da bleibt dann wenig Zeit für die Familie. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen – für mich ist aktiver Fußball vorbei.“ Künftig wird sich der stets zurückhaltende, immer verlässliche Arbeiter auf seinen 40-Stunden-Job konzen-trieren – der Spaßfaktor ist groß: „Es gefällt mir sehr gut und hat sich einfach gut ergeben. Ich bin dem SVM wirklich dankbar für diese Möglichkeit.“

Dass Pauschenwein noch gerne bei den Profis geblieben wäre, statt im vergangenen Winter versetzt zu werden, ist freilich die Kehrseite. Groß thematisiert wird das aber nicht. Gleiches gilt für Max Schmidt, der zwar bereits drei Jahre älter als Pauschenwein ist, sich aber ebenfalls zu Saisonbeginn fit genug gefühlt hatte, um noch Profis zu sein. Letztlich kam er jedoch ebenfalls nicht mehr zum Zug und musste im Bundesliga-Kader Platz machen.

So wie Pauschenwein nahm aber auch Schmidt ohne großes Murren die neue Aufgabe bei den Amateuren an. Und so wie Pauschenwein wurde auch ihm ab Winter ganz der SVM-Philosophie entsprechend die Chance gegeben, sich als langjähriger treuer Profi neben dem Kicken im eigenen Betrieb ein neues Standbein zu schaffen: Schmidt schlug die Trainerlaufbahn ein, ist seitdem beim SVM-Nachwuchs in der U8 und der U16 II (mit Marco Amminger) tätig.

Was will Trainer Schmidt:  „Das einfache Fußballspiel“

Weil sich der Pechvogel im Frühjahr aber schon wieder das Kreuzband riss („Sehr schade, ich hätte den Amateuren gerne noch geholfen“), beendete er daraufhin seine Karriere und ist seitdem ausschließlich Nachwuchstrainer. „Es war für mich nicht leicht, auf das Trainieren und das selber Fußballspielen verzichten zu müssen. Abgesehen davon geht es mir aber sehr gut. Ich bin dem SVM ewig dankbar für die Chance und will mich nun sukzessive verbessern.“

Einbringen kann sich der Ex-Profi natürlich auch mit seiner Praxis-Erfahrung – fast schon logisch ist demnach die Spielphilosophie des Trainers Max Schmidt: „So, wie ich Fußball gespielt habe: Ich forciere eine gerade Linie, das einfache Spiel nach vorne und eine kompakt stehende Mannschaft.“

Parallel zur Praxis erfolgt die Ausbildung. Im September absolviert Schmidt, auch so wie Pauschenwein zweifacher Familienpapa, die B-Lizenz. Denn die Trainertätigkeit wolle er weiter intensivieren. „Es macht Spaß. Ich habe nicht gedacht, dass ich so schnell drin sein werde.“