Erstellt am 20. November 2013, 23:59

„Nicht nachvollziehbar“. Milde gegen Majstorovic / Ex-Sportminister Norbert Darabos wundert sich über die Reduktion der Sperre gegen Ex-Kapfenberg-Profi Mario Majstorovic, BFV-Boss Gerhard Milletich kontert.

Bild aus dem Jahr 2009: Mario Majstorovic im Kapfenberg-Dress. Mittlerweile ist der 36-Jährige in Draßmarkt gemeldet.  |  NOEN, Fenz
Von Bernhard Fenz

Die Causa rund um den (mittlerweile gefeuerten) Grödig-Spieler Dominique Taboga ist die nächste österreichische Facette im globalen Wettmanipulations-Skandal. Demnach teilte der 31-Jährige in der Vorwoche anfänglich mit, er werde erpresst (unter anderem wurde Ex-Profi Sanel Kuljic festgenommen), ehe er in weiterer Folge den Versuch zugab, Mitspieler im Frühjahr zur Spielmanipulation angestiftet zu haben. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Längst ist klar, dass Österreich keine Insel der Seligen ist, sondern dass für die Verdachtsmomente der Wettmanipulationen mehr als zwei Hände nötig wären. Über 20 Fälle werden von der Staatsanwaltschaft Graz geprüft.

Dabei hat auch bereits Mario Majstorovic ausgepackt, der im Zuge seiner Einvernahme vor der Kripo in Deutschland zwei versuchte Spielmanipulationen während seiner Zeit als Kapfenberg-Profi im Jahr 2009 zugegeben hatte.

Zeitstrafe von sechs Monaten

Weil Majstorovic seit Sommer beim 2.-Liga-Mitte-Klub Draßmarkt gemeldet ist – und die Vernehmungs-Protokolle dem Verband zur Verfügung gestellt worden waren, musste der BFV in Form des Straf- und Meldeausschusses (STRUMA) reagieren. Die Sperre im Ausmaß von 15 Spielen wurde vor dem Protestkomitee nun in eine Zeitstrafe von sechs Monaten umgewandelt, da sich der 36-Jährige voll geständig gezeigt hatte. Majstorovic ist somit bereits ab 19. März 2014 wieder spielberechtigt, weshalb er auch in Draßmarkt sportlich weiterhin ein Thema ist.

Nicht nachvollziehen kann diesen Schritt der ehemalige Sportminister Norbert Darabos. Der Mittelburgenländer – er bekleidete das Amt von Februar 2009 bis März 2013 – hätte einen klaren Ansatz: „Das ist überhaupt nichts gegen den SV Draßmarkt, sondern da geht es rein um die Sache. In solchen Fällen sollten Spieler suspendiert bleiben, bis die Causa auch strafrechtlich abgehandelt ist. Zumindest sollte die Sperre aber auf keinen Fall reduziert werden.“

Keine Spielerlaubnis in einem anderen Land 

So oder so sei das Geständnis für Darabos „kein Milderungsgrund, da gibt man ja Wettbetrügern einen Persilschein.“

Einer, der sich über die Kritik wundert, ist Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich: „Wir waren der einzige Verband, der innerhalb kürzester Zeit reagiert und den Spieler gesperrt hat. Würde man in der Politik auch so schnell reagieren, wäre vieles leichter.“

Dass das Protestkomitee die Strafe nun korrigiert und verringert hat – das Geständnis war ein Milderungsgrund –, sei laut Milletich zu akzeptieren. „Dazu kann ich nicht mehr sagen.“

Bis 19. März geht für Majstorovic wettkampfmäßig jedenfalls nichts. Nirgendwo. Das bestätigte Thomas Hollerer, Direktor für Recht und Administration im ÖFB, angesprochen auf ein mögliches Umschiffungsmanöver, indem etwa während der Winterpause ein Transfer in ein anderes Land erfolgt. „Wenn ein Spieler hier gesperrt ist, gilt das auch überall woanders. Wir teilen dem neuen Verband mit, dass eine Sperre vorliegt und lassen die Einhaltung schriftlich bestätigen. Danach wird ein eingeschränktes Freigabe-Zertifikat ausgehändigt.“