Erstellt am 09. Mai 2014, 08:15

von Bernhard Fenz

Noch ein Schritt zum Minimalziel. Erste Liga | Mattersburg kann mit einem Sieg gegen Liefering den Ligaerhalt praktisch klarmachen. Weiter hinten hofft Parndorf noch.

Markus Kuster (Mitte) ist Einsergoalie beim SVM.  |  NOEN, Michael Weller
Es war keine spielerische Offenbarung des SV Mattersburg, aber wen kümmert das im Nachhinein? Fakt ist, dass Grün-Weiß nach dem 3:2-Erfolg gegen St. Pölten unmittelbar vor dem Klassenerhalt steht.

Dreier gegen „Jungbullen“ würde für Klarheit sorgen

Vor Saisonbeginn hätte diese Bilanz noch für Kopfschütteln gesorgt, mittlerweile kann man sich in Mattersburg aber auch über 41 Punkte nach 33 Runden freuen. Kein Wunder: Mit sechs Zählern Vorsprung und einem um acht Treffer besseren Torverhältnis auf den Neunten Parndorf würde ein Sieg am Samstag in Pasching gegen Liefering zwei Spieltage vor Schluss für Klarheit sorgen.

Die Möglichkeit eines Abrutschens auf den ungeliebten Relegations-Rang wäre dann (wenn Parndorf gegen Horn gewinnt, andernfalls ist die Sache so oder so geklärt) nur noch theoretischer Natur. Das weiß klarerweise auch Chefcoach Ivica Vastic: „Diese Aussicht ist natürlich ein zusätzlicher Ansporn. Das 3:2 gegen St. Pölten war schon ein enorm wichtiges Ergebnis für den gesamten Verein. Jetzt wollen wir extrem fokussiert bleiben und gegen Liefering über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung abliefern.“

Wenig spielerische Linie, aber viel Effizienz gegen SKN

Die Serie von sieben ungeschlagenen Partien wurde verlängert, das Selbstbewusstsein steigt – alles Indizien für ein gutes Saisonfinale, auch wenn gegen den SKN etwa die spielerische Linie zu kurz kam. „Dafür waren wir vor der Pause sehr effizient. Nach dem Wechsel hätten wir uns leider bei den beiden Standard-Gegentoren besser verhalten müssen. Ansonst war ich zufrieden, wir wollten sicher stehen und St. Pölten mit den schnellen Spielern nicht zu viele Räume anbieten.“

Spielerisch zugehen wird es auch am Samstag in Pasching, wenn Mattersburg gegen Liefering Punkte entführen will. Die Gastgeber sind stark am Ball und forcieren Kombinationen.

Dass die Partie gegen den Bullenstall nicht in Salzburg, sondern im Paschinger Ausweichstadion über die Bühne gehen wird, ist für Vastic übrigens weder Vor- noch Nachteil. „Der Platz dort ist auch schön zu bespielen und groß, daher gibt es keinen Unterschied. Nur unsere Anreise ist kürzer …“ Personell sind alle Akteure dabei, lediglich Christian Ressler (Gelb/Rot bei den Amateuren) ist für ein Spiel gesperrt.

Parndorfer immer stärker unter Zugzwang

Während sich die allgemeine Gemütslage in Mattersburg langsam beruhigt, baut sich in Parndorf der Spannungspegel weiter gefährlich stark auf. Weil die Konkurrenten fleißig punkten, klafft ein Fünf-Punkte-Loch zum relegationsbefreiten achten Platz.

In den letzten drei Runden werden sieben bis neun Punkte nötig sein – es sei denn, Hartberg, Mattersburg und Horn werden durch böse Niederlagen-Serien erschüttert. Trotzdem zeigt sich Trainer Paul Hafner optimistisch. Am Samstag empfängt der SC/ESV den SV Horn, in weiterer Folge geht es noch in Mattersburg und gegen Austria Lustenau zur Sache.

„Wenn wir am Samstag gegen Horn gewinnen, habe ich kein so schlechtes Gefühl.“
Parndorf-Trainer Paul Hafner bleibt zuversichtlich. Sieben bis neun Punkte sind in den letzten drei Runden nötig

„Wir müssen jetzt einmal gegen Horn gewinnen, das ist klar. Gelingt uns das, habe ich kein so schlechtes Gefühl.“ Dann könnte sich vielleicht eine finale Dynamik entwickeln. „Möglicherweise zittern dann wieder einige. Ich weiß, wie das Zittern ist. Das könnte ein Vorteil sein.“ Trotzdem: Jetzt gilt es einmal Horn zu schlagen, das wird schwer genug. Wie es die Nordburgenländer anlegen?

Hafner: „Die Frage ist, ob wir ein Geduldsspiel aufziehen oder den Überraschungseffekt nutzen. Noch habe ich mich taktisch nicht entschieden.“ Bei den Spielern kehrt der gesperrte Tomas Horvath zurück, auch der in der Vorwoche an Angina erkrankte Julian Salamon sollte wieder fit sein. Auf den zuletzt verletzten Kapitän Roman Kummerer und die Arbeitsbiene Richard Stern hofft Hafner ebenso, Jürgen Prutsch (Leistenprobleme) ist noch fraglich.