Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Nun folgt eine Liegenschaft. ZWANGSVERSTEIGERUNG / Das Verfahren zwischen dem SC Ritzing und Ex-Coach Norbert Barisits ist abgeschlossen, der Zwist geht weiter.

Das Sonnenseestadion in Ritzing ist am 23. März Schauplatz einer Liegenschafts-Zwangsversteigerung.  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

UND OTTO GANSRIGLER

Am 23. März soll auf der Sportanlage in Ritzing eine 2342 m? große Liegenschaft unter der Nordtribüne zwangsversteigert werden. Grund ist ein seit einigen Jahren andauernder Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Trainer Norbert Barisits (mittlerweile Coach in Stinatz) und dem SC Ritzing. Es geht um ausstehende Gehälter eines von 2006 bis 2009 abgeschlossenen mündlichen Vertrags als Ritzing-Coach, der 2007 seitens der Mittelburgenländer beendet worden war. Nach dem Abstieg der Ritzinger übernahm Barisits den mit Ritzing kooperierenden und zu Beginn im Sonnenseestadion spielenden SC Eisenstadt, dessen Spielbetrieb 2008 wegen Insolvenz eingestellt wurde.

Die ausständigen Gelder ließ Barisits über die Fußballergewerkschaft (VdF) einklagen – er erhielt Recht. Das Urteil ging aufgrund von Berufungen 2010 bis zum zum Höchstgericht – es ist also bestätigt und rechtskräftig. Rudolf Novotny, VdF-Geschäftsführer, nahm als Vertreter von Barisits Stellung: „46.000 Euro plus Zinsen sind zu bezahlen. Gewisse Klubs glauben, dass sie sich vom Arbeitsrecht verabschieden können und dafür eine Art DKT spielen. Ob er das Geld aber tatsächlich bekommt, ist wieder eine andere Geschichte.“

Mit dem Helikopter auf  das eigene Grundstück?

Fakt ist nämlich, dass Ritzing-Boss Harald Reiszner die Summe nicht bezahlen will – daher erfolgt nun auch die Exekution des Vereins im Sinne der Zwangsversteigerung. Die Liegenschaft, um die es dabei geht, hat einen Verkehrswert von 11.577 Euro. Wer sich ein brachliegendes, attraktives Grundstück vorstellt, irrt. Laut Ediktsdatei wird es als „Baurechtseinlage ohne der darauf befindlichen Nordtribüne“ beschrieben. Die Tribüne befindet sich im Eigentum der Harte Sport GmbH, Grund und Boden darunter können somit erstanden werden. Harald Reiszner, der darauf pocht, dass Barisits nicht vom SC Ritzing, sondern vom Insolvenzverfahren des SCE Geld bekommen sollte, stellt im Vorfeld der Zwangsversteigerung klar: „Das Grundstück hat keine eigene Zufahrt, deshalb wird die Harte Holding auch versuchen, es zu erwerben. Sollte es jemand anders ersteigern, kann er höchstens mit dem Helikopter auf das Grundstück gelangen. Dazu kommt, dass laut Baurechtsbescheid ein 60-Jahre-Nutzungsrecht der Tribünenanlage besteht, derzeit sind zehn Jahre abgelaufen.“

Nachsatz: „Weder der Spielbetrieb noch sonst etwas sind von dieser Causa betroffen. Auch die Funktionäre des SC Ritzing ziehen an einem Strang. Wir werden versuchen, dass Herr Barisits so wenig Geld wie möglich erhält.“ Es sieht also nicht danach aus, als ob das zähe Kapitel tatsächlich bald abgeschlossen ist.