Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Nur kein künstlicher Stress in Salzburg. TIPP3 BUNDESLIGA / Der SVM spielt in Salzburg erstmals auf echtem Grün. Aber Patrick Bürger fehlt – kann das gut gehen?

Schwere Aufgabe: Rapids Mario Sonnleitner (l.) hatte mit Patrick Bürger so seine Probleme. Am Ende waren aber wohl beide unglücklich – Sonnleitner, da er Bürger speziell bei dessen beiden Toren nicht gut genug bewachen konnte, und Bürger, da er nach dem 2:1 ausgeschlossen wurde.BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Lediglich Mattersburg, die Austria und Sturm Graz hatten in dieser Saison noch nicht das Vergnügen, Meister Salzburg in Wals-Siezenheim gegenüberzustehen. Dort erwartet alle Mannschaften mittlerweile ein Naturrasen. Nichts Neues an sich, für den SVM am Samstag um 18.30 Uhr aber sehr wohl. Erstmals in der Red-Bull-Ära müssen sich die Burgenländer oberflächenmäßig nicht umstellen. „Der Kunstrasen-Nimbus ist nicht mehr da. Und wir wissen, dass Salzburg schlagbar ist – auch wenn ich natürlich nicht respektlos sein möchte,“ stellte Franz Lederer vor dem Auswärtstrip fest.

Völlig verraucht war der Ärger beim Mattersburger Cheftrainer nach dem 2:2 gegen Rapid aber auch zum Wochenbeginn noch nicht. Schließlich war für die große Mattersburg-Familie der Ausschluss gegen den über sein Kopftor zum 2:1 jubelnden Patrick Bürger völlig überzogen, hinzukam dann freilich auch der Ausgleich in der Nachspielzeit. Lederer: „Ich musste Abstand gewinnen. Wenn man sich das Spiel aber in Erinnerung ruft, dann hadert man noch.“

Jetzt sind andere Stürmer  mehr denn je in der Pflicht

Gerne hätte Lederer seine Truppe heute mit 13 statt elf Körnderln auf der Haben-Seite gesehen. „Ein Punkt ist schön, aber die zwei mehr waren drin, das tut schon weh.“ So bleiben die Abstiegskandidaten LASK und Mattersburg weiter auf Tuchfühlung.

Sehr wohl war der Trainer beim 2:2 gegen Rapid mit der „Leistung der Mannschaft“ zufrieden: „Das, was möglich war, haben wir gespielt.“

Fragt sich nur, was jetzt in Salzburg möglich ist. Hinten müssen die Burgenländer dichtmachen, das ist soweit einmal einleuchtend. Und vorne? Wer einen Blick auf die interne Torschützenliste riskiert, dem wird angst und bange. Patrick Bürger, mit acht Treffern der (einzige) Scorer vom Dienst, muss nach der Ampelkarte gegen Rapid zuschauen. Ganz nebenbei wird der Bad Tatzmannsdorfer nach seiner Rückkehr über kurz oder lang wieder eine Sperre absitzen müssen. Bürger hält aufgrund des Ausschlusses weiter bei vier gelben Karten und bleibt gefährdet.

Franz Lederer und der Mannschaft (Michi Mörz ist nach seiner Gelbsperre wieder dabei) muss es egal sein. Zudem ist es ja nicht so, dass an vorderster Front abseits von Bürger eine Nasenbohrer-Bande am Werken ist. Schon vergessen? Ilco Naumoski und Robert Waltner können Toreschießen, gut sogar. Der eine (Waltner) erhielt bis dato aber wenig Spielzeit, der andere (Naumoski) nahm sich durch seine Sperre am Beginn der Saison selbst heraus. Wenn die beiden am Platz standen, war ihre Ausbeute jedoch ausbaufähig. Der eine traf nur einmal, der andere noch gar nicht. Lederer: „Ihr Job ist es, Stürmer zu sein. Da musst du dir viel erarbeiten. Und die Tore von Bürger kommen nicht von ungefähr: Er ist viel unterwegs und hackelt viel.“ Somit steht der Arbeitsauftrag für Samstag.