Erstellt am 08. November 2011, 13:16

ÖFB-Camp im Zeichen des Kennenlernens. Der Auftakt des ersten ÖFB-Trainingslagers unter Marcel Koller ist ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens gestanden. Österreichs Teamchef begrüßte die Nationalspieler am Dienstagmittag im Mannschaftshotel nahe des Happel-Stadions, danach folgten viele Gespräche und auch eingehende medizinische Untersuchungen.

Koller ließ den Kickern unter anderem Blut abzapfen, um über den aktuellen körperlichen Zustand jedes Einzelnen genau Bescheid zu wissen. "Die Spieler hatten in den letzten Tagen unterschiedliche Belastungen, daher werden wir auch viel individuell trainieren." Neben dem Neo-Teamchef sprach am Dienstag auch ÖFB-Präsident Leo Windtner vor dem Team, Sportdirektor Willi Ruttensteiner wurde ebenfalls im Hotel erwartet. "Er gibt natürlich auch seine Inputs, wird aber nicht jeden Tag dabei sein", meinte Koller zur Rolle von Ruttensteiner.

In seiner ersten Einheit am Mittwoch im Happel-Stadion will Koller die Spieler erstmals auch auf dem Platz mit seiner Philosophie vertraut machen. "In der Defensive werden wir versuchen, gut organisiert zu sein, und in der Offensive soll man spüren, was wir wollen."

Mit zu vielen Informationen sollen Marc Janko und Co. vor dem Testspiel am 15. November in der Ukraine jedoch nicht überfrachtet werden. "Sonst wissen die Spieler nicht mehr, in welche Richtung es überhaupt geht." Mit der Ukraine wird sich die ÖFB-Auswahl voraussichtlich erst ab Sonntag beschäftigen. "Jetzt ist es einmal wichtig, unsere Ideen an die Spieler weiterzugeben", betonte Koller.

Über seine Ideen zu den möglichen Positionen von Spielern wie Marko Arnautovic und David Alaba zeigte sich Koller nicht allzu auskunftsfreudig. Er werde Arnautovic "sicher nicht in der Verteidigung, sondern im Sturm" bringen, meinte der 50-Jährige. Für Alaba dürfte eine Rolle im Zentrum vorgesehen sein - dort spielte der 19-Jährige als Ersatz für den verletzten Bastian Schweinsteiger auch beim 2:1 der Bayern am Sonntag in Augsburg.

Während Alaba topfit nach Wien anreiste, haben drei aktuelle Kadermitglieder mit Beschwerden zu kämpfen. Christopher Trimmel machen muskuläre Probleme zu schaffen, Zlatko Junuzovic und Georg Margreitter laborieren an einem grippalen Infekt - ob das Trio im ÖFB-Camp bleibt, entschied sich nach den Untersuchungen am Dienstagnachmittag. "Wenn sie drei oder vier Tage nicht mittrainieren können, macht es keinen Sinn", erklärte Koller.

Von Kapitän Marc Janko, der zuletzt wegen einer Oberschenkelverletzung pausiert hatte, bekam der Teamchef am Freitag die Rückmeldung, dass eine Teilnahme am Trainingscamp kein Problem sei. Als weitere Nationalteam-"Baustelle" gilt die Position des Außenverteidigers - hier könnte Hoffenheim-Legionär Andreas Ibertsberger Abhilfe schaffen. "Er hat jetzt lange nicht gespielt, aber wir werden uns mit ihm beschäftigen", versprach der Schweizer, der auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass sich Dortmund-Talent Moritz Leitner doch noch für den ÖFB und gegen den DFB entscheiden könnte.