Erstellt am 26. März 2013, 10:46

ÖFB-Chancen für EM 2020 stehen eher schlecht. Der ÖFB befindet sich im Zusammenhang mit einer möglichen Kandidatur für die Ausrichtung von Spielen der gesamteuropäischen EM 2020 in Warteposition.

Obwohl die Anforderungskriterien seitens der UEFA noch nicht klar definiert sind, zeichnet sich schon ab, dass in Österreich wohl nur Wien als Ausrichtungsort in Frage käme - und auch das ist wegen des sanierungsbedürftigen Happel-Stadions fraglich.

Laut Generaldirektor Alfred Ludwig wird die UEFA erst bis Ende April die genauen Anforderungskriterien an die Nationalverbände übermitteln, erst dann könne über eine Bewerbung entschieden werden. Gewisse Eckpunkte sickerten aber bereits durch: Sofern Istanbul nicht den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2020 erhält, wird die Türkei wohl die Halbfinali sowie das Finale austragen. Ansonsten wäre Deutschland ein heißer Kandidat.

Daneben soll es noch vier Pakete geben, die je drei oder vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale enthalten, sowie acht Pakete mit je drei oder vier Gruppenspielen und einem Achtelfinale. Zwei dieser Pakete könnten an Städte mit einem Stadion-Fassungsvermögen von rund 30.000 Zuschauern vergeben werden. "Es ist zwar noch nicht bestätigt, doch da sollen kleinere Länder zum Zug kommen, die noch keine EM hatten und auch keine bekommen können", meinte Ludwig.

Aus österreichischer Sicht käme wohl nur die Bundeshauptstadt für eine Ausrichtung infrage. "Nach derzeitigem Wissenstand ist Wien die einzige realistische Option", sagte Ludwig. Konkrete Gespräche mit der Stadtregierung habe es noch nicht gegeben. Ludwig räumte aber ein, dass eine erfolgreiche Bewerbung nur schwer zu bewerkstelligen sei. Ob das Happel-Stadion in seinem derzeitigen Zustand überhaupt eine Chance hat, sei fraglich - Abhilfe könnte wohl nur ein Neubau im Prater schaffen.

Und noch eine weitere Hürde dürfte sich für den EM-2008-Schauplatz Wien auftun: UEFA-Präsident Michel Platini kündigte an, dass Städte, in denen in der jüngeren Vergangenheit Großereignisse stattfanden, nicht für 2020 infrage kommen.

Die Einreichfrist beim europäischen Dachverband läuft bis 11. September dieses Jahres. Vier Tage zuvor werden die Olympischen Spiele 2020 vergeben.