Erstellt am 14. November 2015, 14:55

ÖFB-Kapitän Fuchs: "Das geht unter die Haut". Die Spieler des österreichischen Fußball-Nationalteams haben am Freitag spätabends von der Anschlagserie in Paris erfahren.

Marcel Koller und Christian Fuchs  |  NOEN, APA

"Ich bin angerufen worden und habe es am Anfang nicht glauben können", sagte ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs am Samstag nach der letzten Einheit des Trainingslagers in Orihuela in Spanien.

"Es ist unfassbar. Unsere Gedanken sind bei den Leuten, bei den Familien, die das erleben mussten", betonte Fuchs. Auch im Umfeld des Stade de France in Vorort St. Denis detonierten während des Testspiels Frankreich gegen Deutschland (2:0) drei Bomben. Fuchs: "Ich habe einen Videoclip gesehen, in dem die Explosion zu hören ist. Das geht unter die Haut."

"Jeder fassungslos"

Auch innerhalb der Mannschaft seien die Vorfälle ein großes Thema. "Das geht nicht spurlos an dir vorbei. Es wird darüber gesprochen. Man sieht, dass jeder fassungslos ist, dass er das nicht so richtig realisieren kann", erklärte der Kapitän, der sich mit seiner Mannschaft für die EM-Endrunde nächsten Sommer in Frankreich qualifiziert hat. Das Finale findet am 10. Juli im Stade de France statt.

"Angst lassen wir keine aufkommen. Aber man macht sich natürlich Gedanken, wenn man in einem halben Jahr auch dort ist", meinte Fuchs. Der Familienvater, der seit dieser Saison bei Leicester City in England tätig ist, äußerte großes Vertrauen in die Sicherheitskräfte. "Ich denke, dass diejenigen Personen die richtigen Maßnahmen treffen werden."

"Wir müssen weiter unseren Job machen"

Fuchs versucht, sich ebenso wie seine Teamkollegen weiterhin auf den Fußball zu konzentrieren. "Wir müssen weiter unseren Job machen", sagte der 29-Jährige, der mit dem ÖFB-Team am Dienstag (20.45 Uhr) im abschließenden Länderspiel des Jahres in Wien auf die Schweiz trifft. Für die Partie gibt es laut Polizeiangaben derzeit keinen Hinweis auf eine Gefährdung.

Auch an der Austragung der EM in Frankreich (10. Juni - 10. Juli 2016) bestehe laut Angaben der Europäischen Fußball-Union (UEFA) derzeit kein Zweifel. Die Auslosung der Gruppenphase erfolgt am 12. Dezember in Paris. Absagen wichtiger Sportereignisse kann Fuchs nichts abgewinnen. "Es wäre das falsche Zeichen, alles abzusagen", meinte derNiederösterreicher. "Es ist das richtige, weiterzumachen."

Windtner glaubt an "sichere EM-Durchführung"

ÖFB-Präsident Leo Windtner zeigte sich in einer Aussendung überzeugt, "dass die französischen Behörden alle Sicherheitsvorkehrungen für die bevorstehende Auslosung ebenso wie für die Endrunde treffen werden, um eine sichere Durchführung zu gewährleisten". Von ÖFB-Teamchef Marcel Koller gab es am Samstag im Camp in Spanien auf Anfrage mehrerer Medien keine Stellungnahme.

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