Erstellt am 07. Oktober 2011, 07:54

ÖFB-Team kämpft um EM-Quali-Platz vier. Für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft geht es heute (18.00 Uhr MESZ/live ORF eins) im Rahmen der "Asien-Tournee" in Aserbaidschan und Kasachstan um einen versöhnlichen Abschluss einer verpatzten EM-Qualifikation.

Um in Gruppe A nicht auf Platz fünf abzurutschen, benötigt die ÖFB-Auswahl am Freitagauf dem Kunstrasen der Dalgha Arena von Baku zumindest einen Punkt. Mit einem Remis will sich Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner aber erst gar nicht zufriedengeben. "Unsere Zielsetzung ist, dass wir die Qualifikation auf Rang vier beenden und die beiden Spiele gewinnen."
 
In diesem Fall wäre auch die historische Auswärtsmisere beendet: Seit fünf Jahren wartet das Nationalteam auf einen Sieg in der Fremde, der bisher letzte Auswärtserfolg in einem Pflichtspiel liegt schon über sechseinhalb Jahre zurück. "Es ist an der Zeit, dass wir diese Serie beenden", gab Ruttensteiner als Motto aus.
 
Laut dem Oberösterreicher müssen sich die ÖFB-Kicker allerdings auf harte Gegenwehr gefasst machen. "Aserbaidschan ist eine Mannschaft, die mit viel Leidenschaft spielt. Es wird ein ganz schwieriges Match für uns."
 
Bei allem Respekt vor der Truppe von Berti Vogts sieht Ruttensteiner dennoch gute Chancen auf einen Erfolg. "Ich fliege mit dem Gefühl nach Baku, dass wir uns gut vorbereitet haben, und ich bin begeistert, mit welcher Konzentration die Spieler bei der Sache sind."
 
Der Interims-Nachfolger von Dietmar Constantini hat keinerlei Bedenken, dass seine Schützlinge bei den für die Qualifikation bedeutungslosen Partien nicht mit dem letzten Einsatz bei der Sache sein könnten. "Die Mannschaft nimmt diese Partien sehr ernst. Außerdem geht es ja um wichtige Punkte für die FIFA-Rangliste. Und wie hat schon Leopold Stastny gesagt: 'Ein Länderspiel ist ein Länderspiel, und wenn es gegen die Mesner vom Vatikan geht'", betonte Ruttensteiner.
 
Der 48-Jährige hat den dreitägigen Lehrgang in Bad Tatzmannsdorf nach eigenen Angaben genossen. "Es ist eine große Ehre, die besten Fußballer Österreichs trainieren zu dürfen." Wer für ihn zu den besten elf Kickern des Landes zählt, ließ Ruttensteiner offen. "Die Aufstellung gibt es bei der Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel."
 
Geht es nach der Trainingseinheit am Mittwochnachmittag, dann könnte Ruttensteiner die ÖFB-Auswahl mit einem 4-4-2-ähnlichen System aufs Feld schicken, wobei Rückkehrer Andreas Ivanschitz auf dem linken Flügel und Marko Arnautovic als zweite, etwas hängende Spitze vorgesehen wäre. Die endgültige Entscheidung hat Ruttensteiner aber noch nicht getroffen. "Wir diskutieren noch über eine Position im Offensivbereich."
 
Außer Diskussion dürfte Marc Janko stehen, der trotz einer eintägigen Trainingspause wohl an vorderster Front beginnt. In diesem Fall würde der Twente-Legionär auch wieder die ÖFB-Schleife tragen, denn Ruttensteiner lässt die aktuelle Rollenverteilung mit Janko als erstem und Christian Fuchs als zweitem Kapitän unverändert.