Erstellt am 23. Juli 2015, 10:29

ÖFB-Team ohne Furcht vor großen Namen. Für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft fällt am Samstag der Startschuss zur WM-Qualifikation. Ab 17.00 Uhr werden in St. Petersburg die Quali-Gruppen für die Weltmeisterschafts-Endrunde 2018 in Russland ermittelt.

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Die heimische Ausgangsposition ist bereits vor der Ziehung gut: Aufgrund der jüngsten Erfolgserlebnisse wird Österreich aus Topf 2 gezogen. Auf Losglück hofft man freilich dennoch. Wenn am Samstag die gesamte Fußballwelt gespannt nach St. Petersburg schaut, wird neben Russlands Präsidenten Wladimir Putin und FIFA-Boss Joseph Blatter auch ÖFB-Präsident Leo Windtner in den Sesseln im prunkvollen Konstantinpalast Platz genommen haben.

Ein Wunschlos hat Windtner vor der wohl pompös inszenierten Zeremonie nicht. "Darüber nachzudenken wäre sinnlos, weil es sowieso nicht eintrifft. Wir würden es aber bevorzugen, wenn uns weite Auswärtsreisen erspart blieben", sagte Windtner.

Gemeinsam mit ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Teammanager Christian Schramm wird Windtner am Freitag als souveräner Tabellenführer der EM-Quali Gruppe G nach Russland fliegen. Die jüngsten Ergebnisse der Auswahl von Teamchef Marcel Koller sorgten für eine Aufbruchstimmung im Land, in der FIFA-Weltrangliste rangiert das Team auf Platz 15 und ist damit so gut wie nie platziert.

"Unser Team wird vor großen Namen nicht einknicken"

Die Ansprüche der ÖFB-Equipe sind gestiegen, ebenso das Selbstvertrauen. "Unser Team wird vor großen Namen nicht einknicken", sagte Windtner angesichts möglicher Gruppengegner wie Weltmeister Deutschland, Spanien oder Belgien, die allesamt aus Topf 1 gelost werden. Österreich ist an dieser Setzung als zweitbestes Topf-2-Team knapp vorbeigeschrammt. "Natürlich wäre Topf eins ein sensationeller Sprung gewesen, allerdings gibt es auch in Topf zwei eine Reihe großer Kaliber, die wir jetzt vermeiden können", erklärte Windtner mit Blick auf die Ex-Weltmeister Frankreich und Italien.

Volle Konzentration auf EM-Quali

Auch wenn derzeit der Fokus auf dem endgültigen Erreichen der EM-Endrunde 2016 in Frankreich liegt, die langfristigen Ziele der Österreicher sind hochgesteckt: "Bei uns liegt jetzt die volle Konzentration darauf, das EM-Ticket endgültig zu fixieren, aber auf dem weiteren Horizont gibt es das Bestreben, erstmals seit 20 Jahren wieder bei der WM dabei zu sein. Auch wenn es aufgrund der geringeren Startplätze im Vergleich zur EM schwieriger wird", betonte Windtner.

Die neun europäischen Gruppensieger qualifizieren sich direkt für Russland 2018, während die acht besten Gruppenzweiten im November 2017 die verbleibenden vier Startplätze wie gehabt in einem Play-off untereinander ausspielen. Unter Berücksichtigung der FIFA-Weltrangliste werden in St. Petersburg sieben Gruppen mit je sechs Teams und zwei Gruppen mit je fünf Teams gelost. WM-Gastgeber Russland ergänzt eine dieser beiden Fünfer-Gruppen und bestreitet die Qualifikation außer Konkurrenz in Freundschaftsspielen.

Der Spielplan sieht ein Ligaformat mit Hin- und Rückspielen vom 4. September 2016 bis 10. Oktober 2017 vor. Die Spielpaarungen werden direkt im Anschluss vom FIFA-Computer festgelegt. Mit Ausnahme von Asien werden zudem die Qualifikations-Gruppen aller restlichen fünf Konföderationen in den einst von Peter dem Großen in Auftrag gegebenen Räumen direkt an der Küste ermittelt werden.