Erstellt am 13. September 2013, 16:56

ÖFB-Verfahren gegen zwei Kicker wegen Manipulation. Die Diskussion um manipulierte Fußballspiele in Österreich hat am Freitag Fahrt aufgenommen.

 Der ÖFB leitete im Zusammenhang mit mutmaßlich verschobenen Spielen verbandsrechtliche Verfahren gegen zwei nicht genannte Spieler ein. Die Vorwürfe beziehen sich auf Spiele, die in jener Zeit ausgetragen wurden, als das Duo noch im Profi-Bereich tätig war. Mittlerweile kicken beide in Amateurligen. Laut APA-Informationen spielt ein Beschuldigter bei SV Draßmarkt in Burgenlands II. Liga Mitte (5. Leistungsstufe), der zweite in der steirischen Landesliga (4. Leistungsstufe) bei TUS Heiligenkreuz/Waasen. Der mögliche Strafrahmen reicht von einer Ermahnung bis zu einem Verbandsausschluss. Über weitere rechtliche Konsequenzen für die Spieler wurde zunächst nichts bekannt.

Der ÖFB reagierte mit seiner Aussendung auf die Ergebnisse der dreijährigen Ermittlungstätigkeit des Bundeskriminalamts (BKA) in dieser Causa. Die Akten wurden vom ÖFB an die zuständigen Landesverbände weitergeleitet. Die dort zuständigen Gremien haben die erforderlichen verbandsrechtlichen Schritte eingeleitet. Im Burgenland erfolgte im Gegensatz zur Steiermark eine sofortige Suspendierung.

Thomas Hollerer, Direktor für Recht und Administration beim ÖFB, wurde in der Pressemitteilung zitiert: "Dass nach Jahren umfassendster polizeilicher Ermittlungsarbeit letztendlich vom ÖFB nur zwei konkrete Fälle verfolgt werden können, zeigt die Schwierigkeit und Komplexität der Materie. Für die Zukunft wäre eine schnellere Übermittlung der Ergebnisse wünschenswert, denn manche Spieler beenden ihre Karriere oder wechseln ins Ausland, wodurch der ÖFB gegen diese keine Handhabe mehr hat. Zu dieser Thematik laufen auch bereits sehr konstruktive Gespräche mit den polizeilichen Ermittlungsbehörden."

Der ÖFB hatte seit Jahren gemeinsam mit der Bundesliga immer wieder Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft gefordert, um verbandsrechtliche Schritte gegen etwaige Straftäter einleiten zu können. Diese wurde dann erstmals im Februar 2013 - laut ÖFB allerdings nur auszugsweise - gewährt. Vollständige Akteneinsicht gab es nach den Angaben des Verbandes im vergangenen Juli, nun erhielt der ÖFB auch den Abschlussbericht.