Erstellt am 15. Januar 2011, 07:56

ÖHB-Männer schlugen Brasilien 34:24. Österreichs Handball-Männer sind zum Start der WM in Schweden ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht geworden. Zum Auftakt der Gruppe B siegte die Auswahl von Teamchef Magnus Andersson am Freitag gegen Brasilien ungefährdet 34:24 (17:13).

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Die besten Torschützen der Rot-Weiß-Roten waren die Flügelspieler Konrad Wilczynski (9 Treffer in seinem 100. Länderspiel) und Robert Weber (6).

Nach dem gelungenen Auftakt wartet auf die Österreicher bereits am Samstag mit Japan um 18.45 Uhr neuerlich in Norrköping die nächste Aufgabe. Um das erklärte Ziel Hauptrunde zu erreichen, müssen die Österreicher in den Top-Drei landen. Am ersten Spieltag gab es in der ÖHB-Gruppe Favoritensiege: Neben dem Erfolg der Österreicher fuhren auch Island (32:26 gegen Ungarn) und Norwegen (35:29 gegen Japan) der Papierform gemäß die Punkte ein.

Andersson, der auf Flügel Michael Jochum (Magendarminfekt) verzichten musste, begann mit einer kleinen Überraschung in der Startaufstellung. Statt Janko Bozovic kam Bernd Friede neben Viktor Szilagyi und Roland Schlinger im Rückraum zum Zug. Friede sorgte auch nach 19 Sekunden fürs erste rot-weiß-rote WM-Tor seit 1993 und legte damit die Basis für einen guten Start.

Die 4:1-Führung (6. Minute) war aber rasch dahin, Brasilien schlug angeführt vom starken Kapitän Leonardo Bortolini zurück und führte nach elf Minuten erstmals 6:5. Die athletischen Südamerikaner blieben dran, in den letzten sechs Minuten der ersten Spielhälfte setzten sich die Österreicher dann aber zur Freude der etwa 100 nach Schweden mitgereisten Landsleute ab. Dank besserer Deckungsarbeit und starker Wurfausbeute gingen Szilagyi und Co. mit einer recht komfortablen 17:13-Führung in die Pause.

Dass der Vorsprung nicht mehr entscheidend schmolz, war vor allem Nikola Marinovic zu verdanken. Der Goalie zeigte zahlreiche Paraden und besserte damit die zunächst schwächere Wurfleistung seiner Vorderleute aus. Als Lohn dafür gab es nach Spielende für Marinovic die Wahl zum "Man of the Match". Die Brasilianer probierten es mit einer Manndeckung gegen Szilagyi, kamen aber nicht mehr entscheidend näher. Der Vorsprung im Finish war so klar, dass Andersson alle Kaderspieler einsetzen und damit auch Kräfte des Stammpersonals schonen konnte.

Zeit zum Feiern blieb den Österreichern aber keine. Nach dem Spiel nahm das Team in der Halle in Norrköping einen Mitternachtssnack ein, danach ging es mit dem Bus zurück ins Teamquartier im 40 Kilometer entfernten Linköping. Dort begann für Teamchef Andersson dann die Nachtschicht, auf dem Programm stand das Videostudium der eigenen Partie sowie des Spiels der Japaner gegen Norwegen.

Auch gegen Japan am Samstag ist die ÖHB-Auswahl zu favorisieren, die Asiaten praktizieren jedoch eine sehr unorthodoxen und unangenehmen Handball.