Erstellt am 22. Januar 2014, 20:08

Österreich besiegte zum EM-Abschluss Ungarn. Österreichs Handball-Männer haben sich mit dem erhofften Sieg und Platz elf von der EM in Dänemark verabschiedet.

Gegen Ungarn lag die ÖHB-Truppe in einer durchwachsenen Partie zwar lange Zeit zurück, setzte sich dank eines 4:0-Laufs Mitte der zweiten Hälfte schließlich aber mit 25:24 (13:9) durch und darf Herning erhobenen Hauptes verlassen.

Nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien war es der zweite Erfolg im sechsten EM-Spiel. Österreich, das zu Beginn der EM mit dem Hauptrundeneinzug das erste Ziel erreicht hatte, beendete die Gruppe I auf dem sechsten und letzten Platz. Der elfte Gesamtrang war schon vor dem Spiel das bestmögliche Resultat gewesen. Platz zwölf ging an die in der anderen Hauptrundengruppe II punktelosen Weißrussen.

Ungarn startete besser ins Spiel

Ungarn, das - letztlich erfolglos - noch um seine kleine Chance auf das Spiel um Platz fünf kämpfte, startete besser ins Spiel, lag nach zehn Minuten 5:2 in Führung. Doch Österreich, das im Angriff Mühe hatte, kämpfte sich durch ein Kontertor von Raul Santos und zwei Szilagyi-Treffer wieder auf 5:5 heran (13.). In den folgenden zwei Überzahlspielen direkt hintereinander gingen die Ungarn wieder 7:5 in Führung - in dieser Phase erlebte auch der Schwazer Dominik Bammer, der für den erkrankten Fabian Posch in den Kader berufen worden war, sein EM-Debüt.

Ungarn baute den Vorsprung in der Folge auf drei Tore aus (8:5/18.) und ging mit einem 13:9 in die Pause. Bis dahin lief bei Rot-Weiß-Rot im Angriff wenig, Fehlwürfe und einige technische Fehler stoppten immer wieder die beherzten Versuche. Roland Schlinger und Janko Bozovic blieben bis zur Halbzeit ohne Treffer, lediglich Dominik Schmid konnte zwei Tore beisteuern. Zudem machte sich die fehlende Alternative durch den angeschlagenen Maximilian Hermann bemerkbar. Szilagyi (4), im emotionalen Duell mit seinem Geburtsland, und Nikola Marinovic (41 Prozent Fangquote) waren neben Schmid die dominanten Figuren im österreichischen Spiel.

Großer Kampfgeist der Österreicher

Nach dem Seitenwechsel konnte sich erst Goalie Thomas Bauer zweimal beim Siebenmeter auszeichnen, die Offensive blieb aber weiterhin Stückwerk. In der 41. Minute hatten sich die Ungarn erstmals auf vier Tore (14:18) abgesetzt, und mussten erst in einfacher, dann in zweifacher Unterzahl Österreich doch wieder auf 17:18 (44.) herankommen lassen. Der Kampfgeist der Österreicher machte sich bezahlt. Schlinger glich auf 18:18 aus (45.), der entfesselte Santos (sechs Tore) sorgte gar für die erste rot-weiß-rote Führung im Spiel (19:18/47.).

Weber baute diese auf 24:22 (56.) aus, Bauer bot in dieser Schlussphase auch den nötigen Rückhalt. Obwohl Schlinger von sechs Metern und Szilagyi beim Stand von 24:23 in letzten zwei Minuten zweimal verwarfen, rang die Truppe von Patrekur Johannesson die Ungarn schließlich doch noch nieder: Weber gelang mit dem 25:23 20 Sekunden vor Schluss die Vorentscheidung.