Erstellt am 07. Mai 2013, 15:02

Österreich bleibt ein Land der Sportmuffel. 72 Prozent der Schweden treiben mindestens einmal pro Woche Sport. In Dänemark liegt der Anteil bei 64 Prozent. Österreich kommt mit 38 Prozent nicht auf den EU-27-Schnitt (40 Prozent).

Woran es liegt und wie die Bevölkerung motiviert werden kann, waren zentrale Fragen des "Austrian Sports Radar 2013", dessen Ergebnisse am Dienstag präsentiert wurden. 2.700 Personen wurden eingehend zum "Phänomen Sport" befragt - und zwar sowohl als aktive Freizeitgestaltung als auch als reines Interessensgebiet. "In unseren Schulen tobt ein bittersüßer Tsunami" meinte der Psychologe und Studien-Verantwortliche Walter Hoffmann angesichts der dramatischen Gesundheitssituation des Nachwuchses.

Nicht nur in Sachen Ernährung, auch was die Bewegung betrifft, werden gerade in jungen Jahren der Grundstein und die Motivation geprägt. Ex-Beach-Volleyball-Europameister Nik Berger verwies auf seine eigenen Kinder und die grundsätzliche Vorbildwirkung der Erwachsenen. Auch die integrative Wirkung sei nicht zu unterschätzen, betonten die Verantwortlichen.

Um diese ist es im Vergleich sehr schlecht bestellt, so Hoffmann: In Österreich rauchen so viele Menschen wie kaum anderswo - 81 Prozent der Sport-Treibenden frönen diesem Laster allerdings nicht. Während vier von zehn Arbeitnehmern als übergewichtig zu bezeichnen sind, liegt der Anteil bei den Aktiven bei nur 23 Prozent.

Acht von zehn Aktiven sporteln grundsätzlich in der Natur. Während Skifahren, Fußball, Tennis und Biken eher Männersache ist, laufen, wandern und schwimmen bevorzugt die Damen.

Während der Hauptgrund für Bewegung meist Gesundheit und Erholung lautet, geht ein relativ kleiner, aber stetig wachsender Anteil (12 Prozent) ganz bewusst an seine Grenzen. Der Großteil der heimischen Sportler fällt in die Gruppe der "Relaxer": Sie bewegen sich als Ausgleich und unter sozialen Aspekten. Jeder dritte ist ein "Health-Keeper", der Gesundheit und Fitness im Fokus hat.