Erstellt am 03. Juni 2014, 22:46

Österreich gewann EM-Quali-Test in Tschechien 2:1. Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist die Generalprobe für den anstehenden Auftakt in die EM-Qualifikation vom Resultat her gelungen

Im Länderspiel gegen eine stark ersatzgeschwächte tschechische Auswahl setzte sich das ÖFB-Team am Dienstag in Olmütz mit 2:1 (1:1) durch - offenbarte dabei aber noch viel Luft nach oben.

Der eingewechselte Julian Baumgartlinger sorgte mit seinem ersten Teamtor in der 72. Minute für den ersten Testspielerfolg in der Fremde seit Oktober 2006. Marcel Sabitzer hatte die Elf von Teamchef Marcel Koller vor 10.653 Zuschauern bereits in der 34. Minute in Führung gebracht. Tomas Horava gelang für Tschechien bei regnerischen Bedingungen in der 42. Minute der zwischenzeitliche Ausgleich. Für die erstmals seit 2006/07 nun fünf Spiele ungeschlagenen Österreicher (3 Siege, 2 Remis) geht es nun am 8. September in der EM-Qualifikation im Heimspiel gegen Schweden weiter.

97 Tage vor dem Quali-Startschuss wartete Koller mit einer neuen Variante im Angriff auf. Sabitzer, bereits Torschütze beim 1:1 gegen Island, agierte im 4-1-4-1-System an vorderster Front. Im Mittelfeld trug Andreas Ivanschitz erstmals seit Februar 2009 von Beginn an die Kapitänsschleife. Beim Spiel gegen die Schweden in Graz war damals noch Karel Brückner als Teamchef am Werk. Der 74-Jährige saß als Berater von Teamchef Vrba in seiner Heimatstadt auf der Tribüne.

Von dort sah er, dass die ohne ihre Stars angetretenen Tschechen - einziger Akteur der nicht in der heimischen Liga sein Geld verdient, war Matej Vydra von West Bromwich Albion - den besseren Start erwischten. Bei Österreich ging wenig zusammen: Die Abwehr löchrig, das Mittelfeld mit Stefan Ilsanker als "Staubsauger" vor der Abwehr wenig eingespielt. Marko Arnautovic und Andreas Weimann kamen auf den Flügeln nicht zur Geltung.

Österreich verzichtete auch auf Pressing-Versuche, Sabitzer hatte es bei langen Bällen deshalb umso schwerer. Der 20-Jährige erkämpfte sich in Minute 25 einmal erfolgreich den Ball und prüfte Tschechiens Torhüter Marek Stech erstmals. Neun Minuten später durfte Sabitzer dann jubeln. Nach einem geglückten Doppelpass mit Arnautovic legte der Stoke-Legionär erfolgreich auf Sabitzer ab. Der Neo-Salzburger war damit bei seinem zweiten Länderspieleinsatz von Beginn an zum zweiten Mal erfolgreich.

Die vor der Partie geforderte Effizienz war erstmals vorhanden. Der Treffer täuschte nämlich darüber hinweg, dass dies die einzige gelungene Aktion in den ersten 45 Minuten war. Dem nicht genug, offenbarte auch die Defensive die eine oder andere Unsicherheit. Emanuel Pogatetz produzierte fast ein Eigentor (28.), Torhüter Robert Almer rutschte ein Limbersky-Fernschuss über die Hand (33.).

Die Feldüberlegenheit der Tschechen machte sich schließlich noch vor Pausenpfiff bemerkbar. Husbauer bediente Horava per Ferse, der zirkelte den Ball aus 17 Metern ins Kreuzeck. Almer war dabei chancenlos. Dass Tschechien durchaus in Verlegenheit zu bringen war, verdeutlichte die letzte Aktion Österreichs in Spielhälfte eins. Nachdem die ÖFB-Elf einmal früh attackierte, setzte Arnautovic den Ball mit rechts nur knapp neben das Gehäuse.

Nach dem Seitenwechsel brachte Koller Baumgartlinger für Zlatko Junuzovic. Nach einer Stunde kam auch Marc Janko für Weimann, der für Ivanschitz eingewechselte Michael Liendl mit 28 Jahren zu seinem Teamdebüt. Tschechien hätte zu diesem Zeitpunkt schon vorlegen müssen. Almer war aber gegen Kolar zur Stelle (51.), einen Schuss von Dockal (62.) blockte Pogatetz noch rechtzeitig.

Die gegen Island noch kritisierte mangelnde Chancenverwertung war an diesem Abend aber die beste österreichische Tugend. Baumgartlingers Fernschuss wurde zunächst geblockt, den zweiten Versuch setzte der Mainz-Legionär mit etwas Ballglück aber ins Netz. Im 30. Länderspiel für den in dieser Saison lange verletzten Salzburger war es dessen erster Treffer im ÖFB-Trikot.

Tschechien warf im Finish schließlich alles nach vorne, Österreich brachte das Ergebnis aber über die Zeit. Janko vergab in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Valentino Lazaro im Konter sogar noch die Möglichkeit auf den dritten Treffer der Gäste.