Erstellt am 30. April 2012, 18:55

Österreich könnte nicht für Ukraine einspringen. Die von einem deutschen Politiker angedachte Verlegung von Spielen der Fußball-EM aus der Ukraine nach Österreich ist auch für den Österreichischen Fußballbund (ÖFB) kein Thema.

Wie der Verband mitteilte, sei daran nicht zu denken. "Die Gerüchte, dass Österreich für die Ukraine als Gastgeber der Europameisterschaft einspringen könnte, sind absolut illusorisch", erklärte Präsident Windtner.

Er untermauerte damit die Position des europäischen Verbandes (UEFA). "Erstens ist eine mögliche Absage oder Verlegung Thema der UEFA und liegt somit klar außerhalb unseres Kompetenzbereiches, und zweitens wäre eine EM-Endrunde, trotz aller Erfahrung aus der EURO 2008, aus organisatorischer Sicht in dieser Kurzfristigkeit definitiv nicht realisierbar", präzisierte Windtner und nahm die Politik in die Pflicht: "Hier ist in erster Linie die Politik gefordert. Sie muss vorangehen und mögliche Schritte setzen. Der Sport kann maximal moralische Unterstützung leisten, aber alleine sicherlich keine menschenrechtlichen Themen lösen - das ist auch gar nicht seine Aufgabe."

Wegen des umstrittenen Umgangs der ukrainischen Regierung mit der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und seit den Bombenanschlägen am Freitag in Dnjepropetrowsk wird öffentlich darüber diskutiert, ob die EM (8. Juni bis 1. Juli) in dem osteuropäischen Land über die Bühne gehen soll. So überlegte der Innen- und Sportminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, am Wochenende laut, Spiele nach Österreich oder Deutschland zu verlegen.