Erstellt am 02. Januar 2012, 15:57

ÖSV will Vormachtstellung am Bergisel festigen. Mit einer Doppelführung und einem Mann in Lauerposition stehen die österreichischen Skispringer zur Halbzeit der Vierschanzen-Tournee bestens da.

Es spricht wenig dagegen, dass Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler oder Thomas Morgenstern die rot-weiß-roten Festspiele am Mittwoch in Innsbruck fortsetzen werden. Lediglich der Japaner Daiki Ito verhindert eine Dreifachführung in der Gesamtwertung.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner ist dennoch um Zurückhaltung bemüht. "Die Parole bleibt die gleiche: Wir erhoffen uns den Tourneesieg, erwarten ihn aber nicht", sagte Pointner am Montag im Teamquartier in Kematen. Freilich sei die Ausgangsposition außerordentlich gut und er blicke sehr zuversichtlich in Richtung der Heimbewerbe, so Pointner. "Wir haben drei Leute in Topform, die hervorragend mit dem Druck und der Erwartungshaltung umgehen. Die Bewerbe vor Heimpublikum beflügeln natürlich noch mehr", meinte der Coach.

Mit der internationalen und auch der teaminternen Gegnerschaft will sich Schlierenzauer erst gar nicht beschäftigen. Vielmehr denkt er an das mit 22.000 Zuschauern ausverkaufte Heimspiel am Bergisel. "Es ist natürlich eine besondere Situation, mit zwei Siegen im Gepäck nach Innsbruck zu kommen. Bergisel - das sind Emotionen und Gänsehaut pur. Ich werde versuchen, meinen roten Faden durchzuziehen und bei mir zu bleiben", meinte Schlierenzauer, der auf seiner Hausschanze 2010 bereits einmal gewonnen hat.

An den möglichen Tournee-Grand-Slam und die für vier Siege ausgelobte Prämie von einer Million Franken (820.000 Euro) verschwendet Schlierenzauer nur wenig Gedanken. "Damit befasse ich mich sehr wenig. Es ist natürlich unglaublich, dass ich in jungen Jahren schon so viel gewonnen habe. Aber jetzt ist nicht die Zeit, an die Rekorde zu denken. Ich bin voll auf die Tournee fokussiert", bekräftigte er.

Kofler fehlt der prestigeträchtige Bergisel-Titel noch. "Ich bin gut in Form, das ist beruhigend. Ich war dort noch nie auf dem Podest, aber es ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Der Kampf am Bergisel kann beginnen", bekräftigte der Tournee-Zweite, dem 22,2 Punkte auf Schlierenzauer fehlen.

Innsbruck- und Tournee-Titelverteidiger Morgenstern liegt nach seinem sechsten Rang in Garmisch nur 0,1 Punkte hinter Ito auf Platz vier. Der Kärntner kommt laut eigenen Angaben trotz des verpassten Podestplatzes in Garmisch in bester Verfassung nach Innsbruck. "Ich hatte noch nie ein so gutes Gefühl nach Garmisch. Die Vorfreude auf Innsbruck ist groß, das Kessel-Feeling im Stadion ist einmalig und ich habe gute Erinnerungen an Innsbruck", erklärte Morgenstern.