Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

ÖZIV: Betrugs-Vorwurf. Invalidenverband / Anonymes Schreiben belastet Präsident Hans Jürgen Groß. Dieser antwortet: „Nur ein fürchterlicher Rosenkrieg.“

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Der anonyme Brief, der vor kurzem in der BVZ-Redaktion einlangte, hat es in sich: Hans Jürgen Groß, Burgenland-Präsident des Österreichischen Zivil-Invalidenverbandes (ÖZIV), wird darin als „selbstherrlicher Blender“ dargestellt, der den Verband als „Selbstbedienungsladen“ missbrauche. Verfasst wurde das offene Schreiben von „guten Bekannten“. Im Gespräch mit der BVZ meint der im Rollstuhl sitzende Groß aber, dass dahinter „nur ein fürchterlicher Rosenkrieg“ stecke. Tatsächlich finden sich im Brief unter anderem auch Vorwürfe bezüglich eines Ehestreits, bei dem ein Rollstuhlfahrer seine ebenfalls gehbehinderte Frau verletzt haben soll.

Neben weiteren Anschuldigungen werden auch mögliche strafrechtlich relevante Vergehen genannt. So wird hinterfragt, was mit den Einnahmen einzelner Benefiz-Veranstaltungen geschehen sei und angeregt, die Gebarung des ÖZIV im Burgenland genauer zu prüfen. Auf die zahlreichen Vorwürfe antwortete Groß via Anwaltsbrief. Die Eisenstädter Kanzlei Schreiner, Lackner & Partner brachte wegen des „rufschädigenden“ Schreibens eine Strafanzeige gegen Unbekannt ein und spricht von haltlosen Unterstellungen: „Die Gebarung des ÖZIV-Burgenland wird von den zuständigen Organen geprüft und ist ordnungsgemäß sowie sparsam.“ Eine externe Prüfung soll dies nun zusätzlich beweisen.

Antwort vom Anwalt: „Bösartige Erfindung“ 

Auch heißt es in dem Anwalts-Schreiben: „Die weitere Behauptung, unser Mandant könne stehen und gehen und habe gar selbst Bierkisten aus dem Auto gehoben, ist eine bösartige Erfindung.“ Ebenso verweist die Kanzlei auf das laufende Scheidungsverfahren, das „leider mit großer Aggressivität“ geführt werde.

Bundes-ÖZIV-Präsident Klaus Voget meint zur Causa: „Es wird ein Gespräch mit Herrn Groß geben. Zuvor möchte ich aber die Fakten haben. Bei anonymen Schreiben bin ich immer vorsichtig. Trotzdem werde ich schauen, ob das eine oder andere zu hinterfragen ist.“