Erstellt am 01. Februar 2014, 15:34

Olympia-Generalprobe der Abfahrtsherren fiel aus. Die Weltcup-Abfahrt der Herren am Samstag in St. Moritz ist nach über zweistündiger Verschiebung wetterbedingt abgesagt worden. Die Neuschneemengen hatten die Veranstalter in den Griff bekommen, am Renntag machte aber vor allem Nebel eine Austragung der Olympia-Generalprobe unmöglich.

In dem Schweizer Skiort wurde bis zur letztmöglichen Startzeit (14.00) zugewartet. Als sich auch dann die "Maloja-Schlange" noch immer nicht komplett verzogen hatte, wurde der schon im Starthaus stehende Franzose Brice Roger wieder abgezogen und das Rennen abgesagt. Sollte es nicht Anfang März in Kvitfjell - das ist die einzige Möglichkeit - nachgeholt werden, steht der Norweger Aksel Lund Svindal vorzeitig und erneut als Abfahrts-Weltcupsieger fest.

Für einige der sieben für Sotschi nominierte ÖSV-Abfahrtsherren wäre Moritz eine Möglichkeit gewesen, sich schon vorzeitig einen fixen Startplatz für das in einer Woche (9. Februar) stattfindende Olympiarennen zu sichern. Nach dem Aus für Top-Mann Hannes Reichelt kann man davon ausgehen, dass zumindest Max Franz und Matthias Mayer "gesetzt" sein sollten.

Absage und langes Warten waren für alle Beteiligten okay

 Der Nebel befand sich an einer Stelle, an der die Sprünge hoch und weit gehen. "Ich wäre gerne gefahren, das hier wäre was für mich gewesen", bedauerte Franz die Absage. "Die größere Herausforderung wird jetzt die Heimfahrt", sagte der im "Epizentrum" der Schneefälle wohnende Kärntner. "Ich werde lange unterwegs sein. Ich hoffe, ich habe bis Montag alles gepackt und bin bis dahin fertig für Olympia", scherzte Franz.

Nicht nur ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold geht davon aus, dass am Sonntag ein Riesentorlauf möglich ist. "Weil dieser Bewerb auch heute gegangen wäre", begründete der Vorarlberger seinen Optimismus. Allerdings werden über Nacht wieder bis zu 30 Zentimeter Neuschnee erwartet. "Damit werden sie fertig", ist Berthold überzeugt.

Störversuche gegen Hirscher hören nicht auf

Der Riesentorlauf wäre eine gute Chance für die ÖSV-Truppe, die sich mit Ausnahme von Marcel Hirscher bisher deutlich unter Wert geschlagen hat, vor Olympia Selbstvertrauen zu tanken. "Ich hoffe, es ist etwas weitergegangen", sagte Berthold.

Hirscher war in erster Linie froh, dass hinsichtlich der wieder einmal aufgetauchten Einfädel-Verdächtigungen eindeutige Beweisfotos aufgetaucht sind. Wie schon früher mehrmals waren auch kürzlich anonyme Vermutungen aufgetaucht, der Salzburger habe diesmal im Schladming-Slalom ein Tor nicht korrekt passiert.

Dass diese , ärgert auch Berthold. "Wenn die Unschuld klar bewiesen wird, lasst sich Marcel aber nicht drausbringen", hoffte er. Hirscher hatte immer betont, nur "fair" erfolgreich sein zu wollen, anderenfalls hätte er die 80 Punkte für Platz zwei beim jüngsten Nachtslalom sofort zurückgegeben. Das geht gar nicht, das Ergebnis ist längst offiziell.